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Traumaprozesse im Kontext von Flucht und Weiblichkeit am Beispiel geflüchteter Iranerinnen in Wien
Sarah Lena Wolf
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Internationale Entwicklung
Betreuer*in
Elmar Flatschart
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.79483
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29043.80950.167328-6
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit untersucht Traumaprozesse aus dem Iran geflüchteter und in Wien lebender Frauen unter besonderer Berücksichtigung des Zusammenspiels der Kategorien Trauma, Weiblichkeit und Flucht. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass der Begriff des Traumas zunehmend inflationär verwendet wird und dadurch an analytischer Schärfe verliert, gleichzeitig aber nach wie vor eine wichtige Bedeutung für das Verständnis psychischer Verletzungen und daraus resultierender Leidenszustände besitzt. Ausgehend von einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Traumabegriff in klinischer, historischer, psychoanalytischer und politischer Perspektive wird ein erweitertes Traumaverständnis entwickelt. Auf dieser Basis wird die Relevanz von struktureller und geschlechtsspezifischer Gewalt im Iran als potenziell traumatische Erfahrung im Kontext von Fluchtprozessen und damit einhergehenden weiteren Belastungen und/oder Gewalterfahrungen beleuchtet. Der empirische Teil der Arbeit basiert auf Interviews mit sechs betroffenen Frauen und analysiert deren Erfahrungen entlang des gesamten Fluchtprozesses – vom Leben im Iran über die Flucht bis zum Ankommen in Österreich, den Herausforderungen im österreichischen Asylsystem und der langfristigen Gestaltung des Lebens in Wien. Ziel ist es, Trauma als gesellschaftlich eingebettetes Phänomen begreifbar zu machen und aufzuzeigen, wie Anerkennung und Sichtbarmachung psychischen Leidens emanzipatorisches Potenzial entfalten können, und damit einhergehend auf die Komplexität potentiell traumatischer Prozesse geflüchteter Iranerinnen hinzuweisen. Die Arbeit ordnet sich in das interdisziplinäre Feld der Internationalen Entwicklung ein und verfolgt einen kritisch-emanzipatorischen Anspruch im Sinne feministischer und kritisch-realistischer Wissenschaftstheorie.
Abstract
(Englisch)
This master’s thesis examines the trauma processes of women who fled from Iran and now live in Vienna, with particular focus to the interplay between the categories of trauma, femininity, and flight. The starting point is the observation that the term »trauma« is increasingly used in an inflated manner, thereby losing analytical precision, while still retaining significant relevance for understanding psychological injuries and resulting states of suffering. Based on a critical examination of the concept of trauma from clinical, historical, psychoanalytic, and political perspectives, an expanded understanding of trauma is developed. This expanded framework is then applied to explore the relevance of structural and gender-specific violence in Iran as a potentially traumatic experience in the context of forced migration processes, along with the subsequent burdens and/or experiences of violence. The empirical part of the study is based on interviews with six affected women and analyses their experiences throughout the entire process of displacement – from life in Iran, through their flight and the challenges encountered within the Austrian asylum system, to the long-term process of settling and building a life in Vienna. The aim is to conceptualize trauma as a socially embedded phenomenon and to demonstrate how recognition and visibility of psychological suffering can unleash emancipatory potential. Furthermore, the study seeks to highlight the complexity of potentially traumatic processes experienced by Iranian refugee women and, in doing so, offer a deeper and more helpful understanding of their experiences. The thesis is situated within the interdisciplinary field of International Development and pursues a critically emancipatory approach grounded in feminist and critical realist theory.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Trauma Flucht Weiblichkeit Iran Geschlecht Sequentielle Traumatisierung Geschlechterverhältnisse Traumaprozess Asylverfahren Psychoanalyse Geschlechterverhältnis Frauen
Autor*innen
Sarah Lena Wolf
Haupttitel (Deutsch)
Traumaprozesse im Kontext von Flucht und Weiblichkeit am Beispiel geflüchteter Iranerinnen in Wien
Paralleltitel (Englisch)
Trauma processes in the context of forced migration and femininity
Paralleluntertitel (Englisch)
an example of Iranian refugee women in Vienna
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
542 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Elmar Flatschart
Klassifikation
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.99 Sozialwissenschaften allgemein. Sonstiges
AC Nummer
AC17672787
Utheses ID
77970
Studienkennzahl
UA | 066 | 589 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1