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Transnationale Entwicklungsprozesse
eine kritische Auseinandersetzung mit der Forest City in Malaysia im Spannungsfeld von Wachstum und Gerechtigkeit
Vanessa Juliana Petermann
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Internationale Entwicklung
Betreuer*in
Alfred Gerstl
DOI
10.25365/thesis.79572
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29880.88383.722225-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Gerade im Globalen Süden entstehen zunehmend neue Städte, die von Grund auf neu geplant werden. Malaysia ist mit der Forest City Teil dieses Trends. Das Projekt soll auf vier künstlichen Inseln in Johor nahe der Grenze zu Singapur errichtet werden, wovon eine bereits umgesetzt wurde. Es ist als digital vernetzte, grüne Stadt konzipiert, die Wohnen, Arbeiten und Tourismus miteinander verbindet. Diese Projekte folgen wirtschaftlichen Investitionsstrategien und rücken auch Fragen zu Macht, Partizipation und sozialen Gerechtigkeit in den Vordergrund. Vor diesem Hintergrund untersucht die Arbeit, wie Machtverhältnisse, Kapitalinteressen, soziale Ungleichheiten und lokale Bedürfnisse im Kontext der Forest City von unterschiedlichen Akteur*innen interpretiert und verhandelt werden. Untersucht wird dabei, welche Rolle transnationale Kapitalflüsse, regionale Eliten und lokale Gemeinschaften in der Planung und Umsetzung dieses großangelegten Stadtentwicklungsprojekts spielen und wie ihre Sichtweisen miteinander in Konflikt stehen. Der theoretische Rahmen stützt sich auf den Konzepten der Kritischen Geographie, der Politics of Scale und des Spekulativen Urbanismus. Im Rahmen eines zweimonatigen Forschungsaufenthalts in Malaysia von August bis September 2024 wurden qualitative, leitfadengestützte Interviews und Hintergrundgespräche geführt sowie Beobachtungen durchgeführt. Insgesamt wurden neun Interviews und acht Hintergrundgespräche mit Projektmitarbeiter*innen, Regierungsbeamt*innen, Akademiker*innen und lokalen Bewohner*innen in die Analyse einbezogen. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Forest City weniger aus den lokalen Entwicklungsbedürfnissen entstanden ist, sondern vielmehr durch überschüssiges Kapital im chinesischen Immobiliensektor und durch investorenfreundliche Strategien malaysischer Eliten beeinflusst wurde. Während regionale Machtverhältnisse von politischen und wirtschaftlichen Netzwerken bestimmt werden, bleiben lokale Bedürfnisse nach leistbarem Wohnraum, ökologischer Nachhaltigkeit und Teilhabe weitgehend unberücksichtigt. Die Forest City ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie spekulativer Urbanismus soziale Ungleichheiten schafft und wichtige Fragen zu Gerechtigkeit und einer nachhaltigen Stadtentwicklung aufwirft.
Abstract
(Englisch)
New cities are increasingly being planned from scratch, particularly in the Global South. Malaysia follows this trend with the development of the Forest City. The project is to be built on four artificial islands in Johor near the border with Singapore, one of which has already been completed. It is designed as a digitally connected, green city that combines living, working, and tourism. However, these projects not only follow economic investment strategies, they are also places where issues of power, participation and social justice are negotiated. Against this backdrop, this thesis examines how power relations, capital interests, social inequalities and local needs are interpreted and negotiated by different actors in the context of the Forest City. This thesis examines the role of transnational capital flows, regional elites and local communities in the planning and implementation of this large-scale urban development project. Furthermore, it analyses how their perspectives conflict with one another. The theoretical framework draws on concepts from Critical Geography, the Politics of Scale, and Speculative Urbanism. During a two-month research stay in Malaysia from August to September 2024, qualitative, guided interviews and background conversations were conducted, complemented by field observations. In total, nine interviews and eight background conversations with project staff, government officials, academics, and local residents were included in the analysis. The results show that the Forest City did not emerge from local development needs, but rather was shaped by excess capital in the Chinese real estate sector and investor-friendly strategies of Malaysian elites. While regional power relations are determined by political and economic networks, local needs for affordable housing, environmental sustainability and participation remain largely unaddressed. Forest City is an excellent example of how speculative urbanism creates social inequalities and raises important questions about justice and sustainable urban development.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Malaysia Forest City Transnationale Entwicklungsprozesse Belt and Road Initiative Stadtentwicklungsprojekt Räumliche Ungleichheiten Johor
Autor*innen
Vanessa Juliana Petermann
Haupttitel (Deutsch)
Transnationale Entwicklungsprozesse
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine kritische Auseinandersetzung mit der Forest City in Malaysia im Spannungsfeld von Wachstum und Gerechtigkeit
Paralleltitel (Englisch)
Transnational development processes
Paralleluntertitel (Englisch)
a critical examination of the Forest City in Malaysia in the context of growth and justice
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
VII, 137 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Alfred Gerstl
Klassifikationen
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.00 Sozialwissenschaften allgemein. Allgemeines ,
74 Geographie > 74.21 Asien
AC Nummer
AC17700699
Utheses ID
77987
Studienkennzahl
UA | 066 | 589 | |
