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Working cultures in transition
a comparative analysis of equality standards in the European Union and South Korea
Wanusha Abdulla
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Koreanologie
Betreuer*in
Jerome De Wit
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.80062
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-13446.10771.160559-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Masterarbeit untersucht die Frage der Gleichstellung am Arbeitsplatz in Südkorea und Österreich und analysiert dabei sowohl die rechtlichen Rahmenbedingungen als auch die gelebte Realität in der Arbeitswelt. Ausgangspunkt der Studie ist die Beobachtung, dass in beiden Ländern formale Gleichstellungsgesetze existieren, deren Wirksamkeit jedoch stark von kulturellen Normen, gesellschaftlichen Erwartungen und organisatorischen Strukturen geprägt ist. Ziel war es daher, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den beiden Kontexten zu identifizieren und aufzuzeigen, wie gesetzliche Bestimmungen, organisatorische Maßnahmen und gesellschaftliche Werte zusammenwirken, um die Gleichstellung entweder zu fördern oder zu behindern. Der theoretische Rahmen basiert auf Ansätzen aus der Gleichstellungstheorie, der Intersektionalität und Modellen der Organisations- und Kulturwissenschaften. Diese Perspektiven ermöglichen ein analytisches Verständnis der Wechselwirkungen zwischen Recht, Kultur und Arbeitsplatzorganisation. Die Studie verwendet eine Methode, die eine umfassende Literaturrecherche, die Analyse relevanter Rechtsquellen auf nationaler und supranationaler Ebene sowie die systematische Auswertung aktueller Studien und Berichte zur Gleichstellung am Arbeitsplatz in beiden Ländern umfasst. Dieser Ansatz besteht aus mehreren Ebenen und kombiniert empirische Erkenntnisse mit normativen Überlegungen. Die vergleichende Analyse zeigt, dass Österreich stark vom Rechtsrahmen der Europäischen Union profitiert, der durch Richtlinien und Verordnungen verbindliche Standards für Gleichbehandlung und Antidiskriminierung festlegt. Nationale Gesetze und institutionelle Mechanismen sorgen dafür, dass diese Bestimmungen weitgehend umgesetzt und überwacht werden. Obwohl weiterhin Herausforderungen bestehen – beispielsweise hinsichtlich der Vertretung von Frauen in Führungspositionen und des Fortbestehens geschlechtsspezifischer Lohnunterschiede –, sind insgesamt Fortschritte sichtbar und messbar. Südkorea hingegen hat eine Reihe fortschrittlicher Gesetze eingeführt, wie das Gesetz zur Chancengleichheit am Arbeitsplatz und zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie (Equal Employment Opportunity and Work-Family Balance Assistance Act) sowie das Rahmengesetz zur Gleichstellung der Geschlechter (Framework Act on Gender Equality) . In der Praxis erweist sich die Durchsetzung jedoch oft als unzureichend. Der Einfluss gesetzlicher Regelungen wird durch kulturelle Aspekte wie eine strenge Arbeitszeitkultur, hierarchische Organisationsstrukturen und konventionelle Geschlechterrollen erheblich eingeschränkt. Dies zeigt sich besonders deutlich im Bereich der Familien- und Betreuungsaufgaben: Trotz gesetzlicher Regelungen tragen Frauen nach wie vor einen unverhältnismäßig hohen Anteil der unbezahlten Haus- und Betreuungsarbeit, was ihre berufliche Entwicklung erheblich einschränkt. Aus unternehmerischer Sicht ist klar, dass sowohl Österreich als auch Südkorea nach wie vor mit erheblichen Schwierigkeiten bei der Förderung der Gleichstellung am Arbeitsplatz zu kämpfen haben. Obwohl es vielen Unternehmen in Österreich gelungen ist, mehr Frauen für ihre Belegschaft zu gewinnen, schränken „gläserne Decken“ weiterhin den Zugang zu Führungs- und Entscheidungspositionen ein. In Südkorea sehen sich Unternehmensmitarbeiter häufig mit kulturellen Erwartungen in Bezug auf lange Arbeitszeiten, hierarchische Strukturen und traditionelle Geschlechterrollen konfrontiert. Diese Faktoren schränken den beruflichen Aufstieg ein und beeinträchtigen die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Diese Dynamik unterstreicht, dass in verschiedenen Branchen die Umsetzung formeller Gleichstellungsmaßnahmen häufig durch Unternehmenskulturen eingeschränkt wird, die strukturelle Ungleichheiten aufrechterhalten. Die Arbeit leistet drei wesentliche Beiträge. Zunächst zeigt sie, dass eine rein rechtliche Analyse für die Beurteilung der Gleichstellung am Arbeitsplatz nicht ausreicht; nur durch die Einbeziehung kultureller und organisatorischer Perspektiven kann ein umfassendes Verständnis erreicht werden. Zweitens zeigt sie, dass rechtliche Normen ihr volles Potenzial nur dann entfalten können, wenn sie von Institutionen wirksam durchgesetzt werden und gesellschaftliche Akzeptanz finden. Drittens enthält sie Empfehlungen für politische Entscheidungsträger und Unternehmen, die sich auf die praktische Anwendung konzentrieren, darunter die Stärkung von Überwachungsmechanismen, die Förderung flexibler Arbeitsmodelle und die Einführung von Diversitätsstrategien. Zusammenfassend zeigt die Studie mögliche Richtungen für die zukünftige Forschung auf. Um allmähliche kulturelle Veränderungen zu beobachten, sind Längsschnittstudien zu Südkorea unerlässlich, und sektorspezifische Analysen würden einen tieferen Einblick in die Dynamik der Gleichstellung in verschiedenen Berufen ermöglichen. Darüber hinaus würde eine intersektionale Perspektive, die neben dem Geschlecht auch Faktoren wie Alter, Klasse und familiäre Verpflichtungen berücksichtigt, detailliertere Erkenntnisse liefern. Die Einbeziehung anderer ostasiatischer Länder in den Vergleich könnte zusätzlichen Kontext für das Verständnis der Situation Südkoreas im Verhältnis zu breiteren regionalen Mustern bieten. Diese Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Gleichstellung am Arbeitsplatz immer das Ergebnis einer dynamischen Wechselwirkung zwischen Recht, Kultur und organisatorischen Praktiken ist. Österreich genießt die Vorteile einer stabilen rechtlichen Grundlage, die durch kulturelle Akzeptanz gestützt wird, während Südkorea Schwierigkeiten hat, seine ehrgeizige Gesetzgebung mit tief verwurzelten sozialen Normen in Einklang zu bringen. Diese Forschung leistet daher einen wichtigen Beitrag sowohl zur akademischen Forschung als auch zur praktischen Politikgestaltung, die darauf abzielt, die Gleichstellung am Arbeitsplatz in verschiedenen Kontexten voranzubringen.
Abstract
(Englisch)
This master’s thesis examines the issue of workplace equality in South Korea and Austria, analyzing both the legal frameworks and the lived realities within the world of employment. The starting point of the study is the observation that formal equality laws exist in both countries, yet their effectiveness is strongly shaped by cultural norms, societal expectations, and organizational structures. The objective was therefore to identify similarities and differences between the two contexts and to highlight how legal provisions, organizational measures, and societal values interact to either foster or hinder equality. The theoretical framework is grounded in approaches from equality theory, intersectionality, and models of organizational and cultural studies. These perspectives enable an analytical comprehension of the interaction among law, culture, and workplace organization. The study employs a method that involves an extensive review of literature, analysis of pertinent legal sources at both national and supranational levels, and systematic evaluation of recent studies and reports regarding workplace equality in both countries. This approach consists of multiple layers and combines empirical findings with normative considerations. The comparative analysis reveals that Austria strongly benefits from the legal framework of the European Union, which establishes binding standards on equal treatment and anti-discrimination through directives and regulations. National laws and institutional mechanisms ensure that these provisions are largely implemented and monitored. Although challenges remain—for instance regarding the representation of women in leadership positions and the persistence of gender pay gaps—overall progress is visible and measurable. South Korea, by contrast, has introduced a series of progressive laws, such as the Equal Employment Opportunity and Work-Family Balance Assistance Act and the Framework Act on Gender Equality . In practice, however, enforcement often proves insufficient. The influence of legal regulations is significantly constrained by cultural aspects, such as a strict work-hour culture, hierarchical organization structures, and conventional gender roles. This is especially apparent in the area of family and care responsibilities: even with statutory regulations in place, women still disproportionately shoulder the burden of unpaid household and care work, which significantly limits their professional development. From a corporate standpoint, it is clear that both Austria and South Korea are still grappling with considerable difficulties in promoting workplace equality. Although many companies in Austria have managed to draw more women into their workforces, “glass ceilings” continue to restrict access to senior leadership and decision-making positions. In South Korea, corporate employees often face cultural expectations related to long working hours, hierarchical structures, and traditional gender roles. These factors limit career advancement and disrupt work-life balance. These dynamics underscore that, in various industries, the implementation of formal equality measures is frequently limited by organizational cultures that perpetuate structural inequalities. The thesis provides three main contributions. To begin with, it shows that a purely legal analysis is inadequate for assessing the state of workplace equality; only by incorporating cultural and organizational perspectives can a comprehensive understanding be achieved. Secondly, it demonstrates that legal norms can only realize their full potential when they are effectively enforced by institutions and have societal acceptance. Third, it offers recommendations focused on practical application for policymakers and businesses, which include bolstering monitoring mechanisms, advocating for flexible work models, and introducing diversity strategies. In conclusion, the study pinpoints potential directions for future research. To monitor gradual cultural changes, longitudinal studies on South Korea are essential, and sector-specific analyses would provide a deeper insight into the dynamics of equality across various professions. Furthermore, taking on an intersectional viewpoint that accounts for factors such as age, class, and family obligations in addition to gender would provide more detailed insights. Including other East Asian countries in the comparison could provide additional context for understanding South Korea’s situation in relation to broader regional patterns. This thesis concludes that workplace equality is always the result of a dynamic interaction among law, culture, and organizational practices. Austria enjoys the advantages of a stable legal foundation backed by cultural acceptance, whereas South Korea struggles to reconcile its ambitious legislation with deeply rooted social norms. This research, therefore, provides significant contributions to both academic investigation and practical policy formulation aimed at advancing workplace equality across different contexts.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Gleichstellung in der Erwerbstätigkeit Arbeitsrecht Antidiskriminierungsrecht Geschlechtergerechtigkeit Intersektionalität Arbeitsmarktpolitik Südkorea Gesellschaftliche Normen Frauen im Arbeitsleben Diversity Management Diskriminierung am Arbeitsplatz Beruf und Familie Work-Life-Balance
Schlagwörter
(Englisch)
Equality in Employment Labor Law Anti-Discrimination Law Gender Equality Intersectionality Labor Market Policy South Korea Comparative Law Women in the Workplace Diversity Management Work-Life Balance Workplace Discrimination Work and Family
Autor*innen
Wanusha Abdulla
Haupttitel (Englisch)
Working cultures in transition
Hauptuntertitel (Englisch)
a comparative analysis of equality standards in the European Union and South Korea
Paralleltitel (Deutsch)
Arbeitskulturen im Wandel
Paralleluntertitel (Deutsch)
eine vergleichende Analyse der Gleichstellungsstandards in der Europäischen Union und Südkorea
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
152 Seiten
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Jerome De Wit
Klassifikationen
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.04 Ausbildung, Beruf, Organisationen ,
86 Recht > 86.06 Rechtsvergleichung. Rechtsvereinheitlichung
AC Nummer
AC17751977
Utheses ID
78065
Studienkennzahl
UA | 066 | 871 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1