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Wem gehört Homer?
Emily Wilsons "Odyssey" und Anne Carsons "Antigonick" im Kontext feministischer Antikenrezeption und zeitgenössischer Übersetzungspraxis
Sina Carlotta Will
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Vergleichende Literaturwissenschaft
Betreuer*in
Paula Wojcik
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.79793
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-15345.00715.740170-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Feministische Bearbeitungen antiker griechischer und lateinischer Erzählungen haben in den letzten Jahren merklich an öffentlichem Interesse gewonnen, was sich etwa in zahlreichen „Rewritings“ aus der Perspektive weiblicher Charaktere äußert. Das hohe mediale Aufsehen, das die Altphilologin Emily Wilson 2018 für ihre Odyssee-Übersetzung erhielt, die erste vollständige englischsprachige Version von einer Frau, ist vor diesem neuen Wahrnehmungshorizont der antiken „Klassiker“ zu verstehen. Auch Anne Carsons Übersetzungen erfreuen sich großer Beliebtheit für ihren innovativen Ansatz, der im Kontrast zur althergebrachten, oft noch als verstaubt und patriarchal betrachteten Altertumskunde steht. Diese Arbeit untersucht Carsons Sophokles-Übersetzung Antigonick und Wilsons Odyssey im Hinblick auf die Umsetzung feministischer Übersetzungsprinzipien, wie sie teils auch von den Übersetzerinnen selbst formuliert werden. Die Analyse ausgewählter Passagen zeigt die Herausforderungen einer Balance zwischen textnaher und emanzipatorischer Übersetzung, aber auch die Möglichkeiten solcher bedeutungsöffnenden Methoden für das Verständnis antiker Texte. Eine Einordnung der beiden Übersetzerinnen im historischen Kontext der Antikenübersetzung und -rezeption durch Frauen verdeutlicht, dass Wilson und Carson Teil einer kontinuierlichen Rezeptionslinie sind, die die „Klassiker“ über Jahrhunderte hinweg studiert und mit ihnen gehadert, sie angeeignet und weiterentwickelt haben.
Abstract
(Englisch)
Feminist adaptations of ancient Greek and Roman stories have drawn considerable public interest in recent years, as evidenced by countless “rewritings” from a female perspective. The media attention that classicist Emily Wilson gained for her translation of the Odyssey in 2018, the first complete English-language rendering by a woman, can be understood in light of this new perspective on the “classics”. Anne Carson’s translations are also very popular for their innovative approach, which contrasts with the traditional field of ancient studies. This thesis examines Carson’s translation Antigonick and Wilson’s Odyssey with regard to the realisation of feminist translation principles, as mapped out in part by the translators themselves. An analysis of selected passages reveals the challenges of balancing translation that is both true to the source text and emancipatory, but also the possibilities that such generative methods offer for understanding ancient texts. Placing the two translators in the historical context of women’s classical studies shows that they are part of a continuous line of reception that has studied, appropriated and struggled with the “classics” for centuries.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Homer Sophokles Antikenrezeption Feministische Übersetzung Emily Wilson Anne Carson
Schlagwörter
(Englisch)
Homer Sophocles classical reception feminist translation Emily Wilson Anne Carson
Autor*innen
Sina Carlotta Will
Haupttitel (Deutsch)
Wem gehört Homer?
Hauptuntertitel (Deutsch)
Emily Wilsons "Odyssey" und Anne Carsons "Antigonick" im Kontext feministischer Antikenrezeption und zeitgenössischer Übersetzungspraxis
Paralleltitel (Englisch)
Who can claim Homer?
Paralleluntertitel (Englisch)
Emily Wilson's "Odyssey" and Anne Carson's "Antigonick" in the context of feminist classics reception and contemporary translation practices
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
viii, 128 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Paula Wojcik
Klassifikationen
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.94 Literarische Einflüsse und Beziehungen. Rezeption ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.95 Literarische Übersetzung ,
18 Einzelne Sprachen und Literaturen > 18.42 Klassische griechische Literatur
AC Nummer
AC17724997
Utheses ID
78111
Studienkennzahl
UA | 066 | 870 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1