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"… weil für mich in Blau die Freiheit drinnen steht …"
eine kultur- und sozialanthropologische Forschung mit FPÖ-Wähler:innen zu Beweggründen, die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) zu wählen
Viola Bulker
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Kultur- und Sozialanthropologie
Betreuer*in
Maria Dabringer
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.79591
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-15345.02655.798314-1
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Masterarbeit verfolgt einen interpretativ-qualitativen Forschungsansatz unter Berücksichtigung performativer Ansätze, um rezente Wahlentscheidungen von FPÖ-Wähler:innen in Wien im Kontext gegenwärtiger rechter neonationaler Konstellationen zu untersuchen. Der methodologische Zugang orientiert sich an der Grounded Theory und kombiniert biografisch-narrative Interviews mit teilnehmender Beobachtung sowie affektiven Feldnotizen. Ziel ist die Erfassung von Bedeutungskonstruktionen, emischen Perspektiven sowie Ideologien, Normen, Werten und Weltbildern, durch die politische Identitäts- und Zugehörigkeitsprozesse performativ hervorgebracht werden. Die Arbeit reflektiert die Wechselwirkungen zwischen individuellen Biografien, sprachlicher Rahmung und kollektiven Identitätsbildungsprozessen und zeigt die produktive Ambivalenz und die performative Dynamik rechter Politiken im Alltag. Reflexivität und dialogische Positionierung der Forschenden werden methodisch diskutiert, um die Komplexität der untersuchten gesellschaftlichen Wirklichkeit angemessen abzubilden. Die Ergebnisse bieten empirisch fundierte Einblicke und dichte Beschreibungen der Begründungen und Erklärungen zum individuellem Wahlverhalten. FPÖ-Wählende begründen ihre Wahlentscheidung mit dem Wunsch, Deutungshoheit ‚zurückzubekommen‘, weil sie seit geraumer Zeit mit dem Ist-Zustand unzufrieden sind, wie mit der Migrationspolitik, Corona wirkte dabei als verstärkend. Die FPÖ bietet eine Möglichkeit, in der sich Anhänger:innen unmittelbar politisch betätigen können. Dabei rahmt die FPÖ Österreich als positives zuhause nicht als mit Schuld belastet, sondern als Symbol eigener Werten und die Politik als dem wahren Volk verpflichtet. In dieser Arbeit wird Politik als performativer Akt verstanden: Performanz stiftet Handlungsfähigkeit.
Abstract
(Englisch)
This master's thesis pursues an interpretive-qualitative research approach taking into account performative approaches, in order to examine recent voting decisions of FPÖ voters in Vienna within the context of contemporary right-wing neo-nationalist constellations. The methodological framework is grounded in Grounded Theory and combines biographical-narrative interviews with participant observation and affective fieldnotes. The study aims to capture meaning-making processes, emic perspectives, as well as ideologies, norms, values, and worldviews through which political identity and belonging are performatively produced. The thesis reflects on the interplay between individual biographies, linguistic framing, and collective identity formation processes, highlighting the productive ambivalence and performative dynamics of right-wing politics in everyday life. Reflexivity and the dialogical positioning of the researcher are methodologically discussed in order to adequately represent the complexity of the social realities under investigation. The findings provide empirically grounded insights and thick descriptions of the justifications and explanations underlying individual voting behavior. FPÖ voters explain their electoral choices with a desire to “take back interpretive authority,” stemming from dissatisfaction with the current state of affairs — particularly migration policy — a discontent further intensified by the Covid-19 pandemic. The FPÖ offers its supporters a way to engage in politics directly. In doing so, the party frames Austria not as burdened by guilt but as a positive homeland, as a symbol of its own values, and portrays politics as bound to serve the “true people.” In this thesis, politics is understood as a performative act: performance generates agency.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Wahlbeobachtung Wähler:innenmotivationen und verhalten politische Performanzen und Performativität Kultur- und Sozialanthropologie Rechte Politik FPÖ Österreich Ethnographie soziale Identitäten Sprechgemeinschaften Politische Kultur Sozialanthropologie Partei Präferenzen Kulturanthropologie Neonationalismus Grounded Theory Wien Interviews
Schlagwörter
(Englisch)
elections Voter motivations and behaviour political performances Social and Cultural Anthropology far right politics Freedom Party Austria social identities speech community political culture social anthropology Party preferences Cultural Anthropology Neo-nationalism Grounded Theory Vienna Interviews
Autor*innen
Viola Bulker
Haupttitel (Deutsch)
"… weil für mich in Blau die Freiheit drinnen steht …"
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine kultur- und sozialanthropologische Forschung mit FPÖ-Wähler:innen zu Beweggründen, die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) zu wählen
Paralleltitel (Englisch)
"... because for me, blue represents freedom ..."
Paralleluntertitel (Englisch)
a social and cultural anthropological study with FPÖ voters on their motivations for voting for the Freedom Party of Austria (FPÖ)
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
179 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Maria Dabringer
Klassifikation
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.00 Sozialwissenschaften allgemein. Allgemeines
AC Nummer
AC17701529
Utheses ID
78112
Studienkennzahl
UA | 066 | 810 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1