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Erzählerische Grenzverschiebungen
zur Funktionsänderung der Metalepse in Literaturadaptionen am Beispiel von John Fowles "The French lieutenant's woman" und Chuck Palahniuks "Fight Club"
Alessia Nebauer
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Vergleichende Literaturwissenschaft
Betreuer*in
Achim Hermann Hölter
DOI
10.25365/thesis.79658
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-15353.99030.601677-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die Metalepse als narratives Phänomen wurde nach Gérard Genettes Einführung in die Erzähltheorie als Konzept ausgebaut, ihre möglichen Klassifikationen und Formen wurden diskutiert und von unterschiedlichen Standpunkten betrachtet. Was jedoch nicht bedeutet, dass man bis zum jetzigen Zeitpunkt über eine einheitliche Handhabung einig wäre. Die ursprüngliche Definition der Metalepse im Sinne von Genette, als Überschreitung der Grenzen zwischen verschiedenen diegetischen Ebenen, ist im Rahmen eines sprachbasierten Mediums, nämlich der Literatur, geprägt worden. Dabei wurde im Laufe der Forschung und auch bereits von Genette selbst vermehrt darauf hingewiesen, dass das Konzept der Metalepse ein von Grund auf transmediales Gerüst aufweist und somit auch auf anderen Medien bezogen und dort angewandt werden kann. Ein ähnliches Phänomen zeigt sich in der Literaturadaption, die in der Medientheorie oftmals als Randthema behandelt wurde. Während die Literaturadaption zu Beginn durch eine Ablehnung sowohl in der Film- als auch in der Literaturwissenschaft geprägt war, konzentrierte sich die Forschung zunächst hauptsächlich auf die Frage der Werk- oder Originaltreue. Der Fokus lag auf der direkten Übertragung literarischer Werke auf die filmische Ebene, wobei die Transformationen des Textes häufig im Hinblick auf ihre Treue zum Original beurteilt wurden. In jüngerer Zeit wurde jedoch zunehmend anerkannt, dass Literaturadaptionen mehr sind als bloße Übertragungen: Sie stellen einen eigenen Prozess der Transformation und Neukodierung dar, der spezifische narrative Strategien erfordert. Diese neuen Perspektiven eröffnen einen differenzierten Blick auf die Wechselwirkungen zwischen den Medien und den erzählerischen Möglichkeiten, die sich in der Adaption von Literatur in den Filmraum medienspezifisch übertragen lassen. Die Metalepse im Film wurde in der Forschungsliteratur anhand einiger konkreter Beispiele analysiert, jedoch blieb eine gesonderte Analyse für das Feld der Literaturadaption bisher aus. Diese Masterarbeit zielt darauf ab, beide Konzepte miteinander zu verbinden, wobei zwei Romane (Fight Club und The French Lieutenant’s Woman) sowie deren Verfilmungen untersucht werden. John Fowles The French Lieutenant’s Woman wurde bereits ausführlich auf seine metafiktionalen Elemente hin analysiert, während Fight Club vor allem aufgrund seiner unzuverlässigen Erzählweise Aufmerksamkeit fand. Ein entscheidender Unterschied zwischen den beiden Romanen besteht darin, dass nur im Roman von Fowles tatsächliche Metalepsen auftreten. Während Fight Club keine klassischen Metalepsen verwendet, finden sich hier dennoch metaleptisch anmutende Strategien, die einer genaueren Analyse bedürfen. Beide Romane wurden bislang nicht gemeinsam untersucht oder miteinander in Verbindung gebracht, besitzen jedoch Literaturadaptionen, in denen Metafiktion und Metalepse zentrale narrative Elemente darstellen. Das Hauptaugenmerk dieser Arbeit liegt auf der Frage, welche Funktion die Metalepse in Literaturadaptionen übernimmt und inwiefern sich ihre Funktion hier verändert. Dabei soll ein besonderer Fokus darauf liegen wie metaleptische Strategien medienspezifisch aufbereitet und umgesetzt werden. Zunächst werden die Besonderheiten und Problemfelder der Literaturadaption erörtert, bevor eine umfassende Analyse der metaleptischen Irritationen und metafiktionalen Elemente sowohl in den literarischen Vorlagen als auch in ihren Verfilmungen erfolgt. Dabei wird insbesondere untersucht, wie die Metalepsen bzw. metaleptisch anmutende Elemente in den Adaptionen transformiert werden und welche neuen Erzählstrategien daraus entstehen. Für die Analyse dieser Masterarbeit wird sich hauptsächlich auf eine Reihe grundlegender Werke konzentriert, die sowohl narratologische als auch adaptionstheoretische Perspektiven berücksichtigen. Zunächst ist Gérard Genette von zentraler Bedeutung, insbesondere seine Werke zur Erzähltheorie und die Konzepte der Metalepse, die als theoretische Grundlage dienen. Werner Wolf bietet mit seinen Arbeiten zu Ästhetischer Illusion und Illusionsdurchbrechung einen wichtigen Beitrag, um die narrative Wirkung und die Transformation von Erzählstrukturen in Literatur und Film zu verstehen. Auch Linda Hutcheons Untersuchungen zur Literaturadaption sind von entscheidender Bedeutung, da sie eine differenzierte Perspektive auf die intermediale Transformation von Texten eröffnet. Darüber hinaus werden die Arbeiten von Marie-Laure Ryan, die sich mit narratologischen Konzepten und transmedialen Erzählformen beschäftigen, ebenso herangezogen wie die Studien von Ansgar Nünning zur unzuverlässigen Erzählweise und narrativen Unzuverlässigkeit. Diese theoretischen Grundlagen werden durch weitere relevante Arbeiten aus der Film- und Literaturwissenschaft ergänzt, die sich mit der Theorie und Praxis der Literaturverfilmung befassen und helfen, die Erzählstrategien in den (Film-)Adaptionen der beiden Romane zu analysieren und zu verstehen.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Funktionsänderung der Metalepse Metalepse in Literaturadaptionen metaleptische Verfahren metaleptisch anmutende Effekte Filmische Literaturadaptionen
Autor*innen
Alessia Nebauer
Haupttitel (Deutsch)
Erzählerische Grenzverschiebungen
Hauptuntertitel (Deutsch)
zur Funktionsänderung der Metalepse in Literaturadaptionen am Beispiel von John Fowles "The French lieutenant's woman" und Chuck Palahniuks "Fight Club"
Paralleltitel (Englisch)
Narrative boundary shifts
Paralleluntertitel (Englisch)
on the changing function of metalepsis in literary adaptations, using the examples of John Fowles' "The French lieutenant's woman" and Chuck Palahniuk's "Fight Club"
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
89 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Achim Hermann Hölter
Klassifikationen
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.94 Literarische Einflüsse und Beziehungen. Rezeption ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.96 Vergleichende Literaturwissenschaft. Sonstiges
AC Nummer
AC17716531
Utheses ID
78115
Studienkennzahl
UA | 066 | 870 | |
