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Übertherapie am Lebensende
Perspektiven von Gesundheits- und Krankenpflegepersonen in onkologischen Entscheidungsprozessen
Gerald Michelak
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Pflegewissenschaft
Betreuer*in
Katharina Heimerl
Mitbetreuer*in
Andrea Kobleder
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.79827
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-19673.96167.360646-5
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Hintergrund: Übertherapie ist ein häufig beschriebenes Phänomen im klinischen Alltag, insbesondere in der Onkologie. Sie umfasst therapeutische Maßnahmen, die ohne klar definiertes Ziel erfolgen und Patient*innen keinen nachweisbaren Nutzen bringen oder Schaden zufügen können. Im Spannungsfeld zwischen onkologischen und palliativen Maßnahmen ist es entscheidend, reflektierte Entscheidungen zu treffen und Gesundheits- und Krankenpflegepersonen aktiv einzubeziehen. Ziel: Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Erfahrungen von Gesundheits- und Krankenpflegepersonen bei der Entscheidungsfindung für terminal-onkologische Patient*innen zu untersuchen und deren Perspektiven im Zusammenhang mit Übertherapie zu beleuchten. Methode: Es wurden qualitative, problemzentrierte Interviews durchgeführt, die mit einer thematisch passenden Fallvignette eingeleitet wurden. Insgesamt nahmen zehn Pflegepersonen aus Österreich und der Schweiz teil. Die Daten wurden mithilfe der inhaltlich strukturierenden Inhaltsanalyse nach Kuckartz und Rädiker (2022) ausgewertet, wobei deduktive und induktive Haupt- und Subkategorien gebildet wurden. Die Analyse erfolgte computergestützt mit MAXQDA 2024. Ergebnisse: Pflegepersonen berichten von Ohnmacht und moralischem Stress, wenn sie Maßnahmen mittragen, die sie als nicht sinnvoll erachten. Dabei erleben sie ambivalente Rollen zwischen aktiver Mitgestaltung und reiner Ausführung. Besonders zu Beginn der beruflichen Laufbahn herrscht Unsicherheit, Beobachtungen fachlich angemessen einzubringen. Unklare Informationen im Team erschweren Entscheidungen. Entlastung bieten erfahrene Kolleg*innen, Psychoonkolog*innen, Supervision und interdisziplinäre Fallbesprechungen, die jedoch oft fehlen und Spannungsfelder zwischen Mitgefühl, Verantwortung und strukturellen Rahmenbedingungen verstärken. Schlussfolgerung: Die Ergebnisse zeigen, dass Pflegepersonen wesentlich von den Folgen von Übertherapie betroffen sind. Eine stärkere Einbindung in Entscheidungsprozesse, gezielte Kommunikations- und Kompetenztrainings sowie organisatorische und psychosoziale Strukturen können Belastungen reduzieren und eine reflektierte Entscheidungsfindung am Lebensende nachhaltig verbessern. Schlüsselwörter: Übertherapie, Entscheidungsfindung, Pflegepersonen, Onkologie, Erfahrungen
Abstract
(Englisch)
Background: Futility is a frequently described phenomenon in clinical practice, particularly in oncology. It encompasses therapeutic measures that are implemented without a clearly defined goal and provide no demonstrable benefit to patients or may even cause harm. In the context of oncological and palliative care, making reflective decisions and actively involving nurses is essential. Objective: This study aims to explore the experiences of nurses in decision-making for terminal oncology patients and to examine their perspectives regarding overtreatment. Methods: Qualitative, problem-centered interviews were conducted, each introduced with a thematically relevant case vignette. A total of ten nurses from Austria and Switzerland participated. Data were analysed using Kuckartz and Rädiker’s (2022) content-structuring qualitative content analysis, applying both deductive and inductive development of main and subcategories. The analysis was supported by MAXQDA 2024 software. Results: Nurses report feelings of powerlessness and moral distress when participating in interventions they consider futile, and experience ambivalent roles between active involvement and mere execution. Especially early in their careers, they feel uncertain about presenting observations in a professionally appropriate way. Unclear information within the team complicates decision-making. Support from experienced colleagues, psycho-oncologists, supervision, and interdisciplinary case discussions provides relief, but these are often lacking, revealing tensions between compassion, responsibility, and structural constraints. Conclusion: The findings indicate that nurses are affected by the consequences of overtreatment. Greater involvement in decision-making, targeted communication and skills training, and improved organisational and psychosocial structures could help reduce stress and enhance the quality of end-of-life care. Keywords: Futility, Decision-making, Nurses, Oncology, Experiences

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Übertherapie Entscheidungsfindung Pflegepersonen Onkologie Erfahrungen
Schlagwörter
(Englisch)
Futility Decision-making Nurses Oncology Experiences
Autor*innen
Gerald Michelak
Haupttitel (Deutsch)
Übertherapie am Lebensende
Hauptuntertitel (Deutsch)
Perspektiven von Gesundheits- und Krankenpflegepersonen in onkologischen Entscheidungsprozessen
Paralleltitel (Englisch)
Overtreatment at the end of life
Paralleluntertitel (Englisch)
perspectives of nurses in oncological decision-making processes
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
101 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Katharina Heimerl
Klassifikation
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.00 Sozialwissenschaften allgemein. Allgemeines
AC Nummer
AC17729540
Utheses ID
78184
Studienkennzahl
UA | 066 | 330 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1