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Geburt, Gewalt und Wissen
interviewgestützte Analyse zum Spannungsfeld zwischen Expert:innen und Laienwissen in der österreichischen Geburtshilfe aus einer feministischen und hebammenzentrierten Perspektive
Jana Dorfner
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Gender Studies
Betreuer*in
Sabine Grenz
DOI
10.25365/thesis.80334
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-19692.02107.496840-7
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Arbeit untersucht die Verwobenheit von Geburt, Gewalt und Wissen im geburtshilflichen Kontext mit Fokus auf das Spannungsverhältnis zwischen Expert:innen, dem medizinischen Fachpersonal und Laien, den gebärenden Personen. Dabei wird vor allem auch der Laienbegriff kritisch hinterfragt. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf dem potenziell konkurrierenden Verhältnis zwischen Expert:innen und Laien, ausgehend von einem hierarchischen Wissensgefälle. Dabei wird auch untersucht, wie das körpereigene Wissen der gebärenden Personen im Verhältnis zum medizinischen Fachwissen anerkannt oder abgewertet wird. Es werden verschiedene theoretische und forschungsbasierte Konzepte zu geburtshilflicher und institutioneller Gewalt, Körperpolitik und Biomacht sowie zum Expert:innen und Laienwissen eingeführt. In Zusammenhang mit dem Laienwissen nimmt der Selbstbestimmungsdiskurs eine zentrale Rolle ein. Die geburtshilflichen Strukturen werden immer unter der Berücksichtigung neoliberaler und ökonomisierender Prozesse beleuchtet, die maßgeblich von diesen beeinflusst werden. Die vorliegende Arbeit stützt sich auf qualitative Interviews mit Hebammen und gebärenden Personen, wobei die Daten aus einer feministischen und hebammenzentrierten Perspektive analysiert werden sollen. Dabei soll herausgefunden werden, wie gesellschaftliche Normen, Machtstrukturen und institutionelle Gewalt im geburtshilflichen Kontext das Verhältnis zwischen Expert:innen und Laien formen. Ausgehend davon diskutiert diese Arbeit, inwieweit die Beziehung zwischen Expert:innen und Laien das Entstehen gewaltvoller Praktiken im geburtshilflichen Kontext beeinflusst. Die Ergebnisse zeigen, dass die Dynamik zwischen medizinischem Fachpersonal und gebärenden Personen, bedingt durch eine Wissenshierarchie einen erheblichen Einfluss auf gewaltvolle Praktiken und somit die Selbstbestimmung der Gebärenden haben kann.
Abstract
(Englisch)
This thesis examines the interconnection between childbirth, obstetric violence, and knowledge in the context of obstetrics, focusing on the tension between experts, represented by medical professionals, and laypersons, the birthing individuals. Special attention is given to critically questioning the concept of the "layperson." The main focus is on the potentially competing relationship between experts and laypersons, based on a hierarchical knowledge gap. It also examines how the embodied knowledge of birthing individuals is either recognized or devalued compared to medical knowledge. Various theoretical and research-based concepts are introduced, such as obstetric and institutional violence, body politics, and biopower, as well as the concepts of expert and lay knowledge. In connection with lay knowledge, the discourse around self-determination plays a central role. All topics are considered in relation to neoliberal and economic processes that strongly influence them. This thesis is based on qualitative interviews with midwives and birthing individuals, analyzed from an feminist and midwifery-centered perspective. It aims to explore how societal norms, power structures, and institutional violence shape the relationship between experts and laypersons in obstetrics. Based on this, the thesis discusses how the quality of the relationship between experts and laypersons may influence the emergence of violent practices in obstetric care and how these are shaped by structural and societal processes. The findings show that a strong knowledge gap and the dynamic between medical staff and birthing individuals can significantly influence violent practices and limit the self-determination of birthing individuals.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Expert:innenwissen Laienwissen Epistemische Gewalt Geburtshilfliche Gewalt
Schlagwörter
(Englisch)
Experts knowledge lay knowledge obstetric violence
Autor*innen
Jana Dorfner
Haupttitel (Deutsch)
Geburt, Gewalt und Wissen
Hauptuntertitel (Deutsch)
interviewgestützte Analyse zum Spannungsfeld zwischen Expert:innen und Laienwissen in der österreichischen Geburtshilfe aus einer feministischen und hebammenzentrierten Perspektive
Paralleltitel (Englisch)
Birth, violence, and knowledge
Paralleluntertitel (Englisch)
interview-based analysis of the tension between expert and lay knowledge in Austrian obstetrics from a feminist and midwife-centered perspective
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
IV, 117 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Sabine Grenz
Klassifikation
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.00 Sozialwissenschaften allgemein. Allgemeines
AC Nummer
AC17780895
Utheses ID
78196
Studienkennzahl
UA | 066 | 808 | |
