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Ändert ein Adjektiv die Politik eines Ministeriums?
eine kritische Analyse der feministischen Entwicklungspolitik des deutschen Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Viktoria Anamaria Čaržavec
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Internationale Entwicklung
Betreuer*in
Amadou-Lamine Sarr
DOI
10.25365/thesis.79687
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-19692.14280.511944-9
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Masterarbeit untersucht die feministische Entwicklungspolitik des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Deutschland und analysiert, ob sie einen dekolonialen Paradigmenwechsel in der deutschen Entwicklungspolitik markiert. Ausgangspunkt ist die 2023 veröffentlichte BMZ-Strategie zur feministischen Entwicklungspolitik. Es wird analysiert, wie feministische Prinzipien in der Strategie, in öffentlichen Reden und Stellungnahmen der Bundesministerin a.D. Svenja Schulze verankert und politisch kommuniziert werden. Dabei stehen drei Ebenen im Fokus: die Akteursebene mit der Frage nach der Rolle und den Kernüberzeugungen der Bundesministerin; die Diskursebene, die untersucht, welche Wahrnehmungen feministischer Politik in offiziellen Texten transportiert werden; sowie die Wissensebene, die analysiert, welche Wissensbestände in die feministische Entwicklungspolitik eingeflossen sind. Methodisch verwendet die Arbeit eine interpretative Policy-Analyse nach Nullmeier mit abduktiver Kodierung, wobei die Samples mit MAXQDA kodiert und ausgewertet wurden. Als theoretische Referenzen dienten postkoloniale, Post-Development- und intersektional-feministische Ansätze. Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass das BMZ und die Bundesministerin a.D. Svenja Schulze zwar wichtige Themen wie Macht- und Ungleichheitsverhältnisse ansprechen und Prinzipien wie Menschenrechte, Intersektionalität und Geschlechtergerechtigkeit betonen, jedoch bestehende koloniale Strukturen nicht konsequent hinterfragen oder verändern. Dabei bleiben die Akteur*innen innerhalb der etablierten ministerialen Entwicklungslogik verhaftet und entfalten keine dekoloniale Wirkung. Insgesamt zeigt die Untersuchung, dass die Ausrufung einer feministischen Politik eine wichtige Signalwirkung hat, aber eine nachhaltige Institutionalisierung nur gelingen kann, wenn grundlegende Narrative kritisch reflektiert und abgebaut werden. Die Arbeit versteht sich in diesem Zusammenhang als Beitrag zu einer machtkritischen Auseinandersetzung mit Entwicklungspolitik und plädiert dafür, feministische Politik als kontinuierlichen Lernprozess zu begreifen.
Abstract
(Englisch)
This Master's thesis examines the feminist development policy of the German Federal Ministry for Economic Cooperation and Development (BMZ) and analyses whether it represents a decolonial paradigm shift in German development policy. The starting point is the BMZ's 2023 strategy on feminist development policy. The analysis considers how feminist principles are embedded in the strategy, public speeches and statements by former Federal Minister Svenja Schulze, and how they are communicated politically. Three levels are examined: the actor level, considering the role and core convictions of the Federal Minister; the discourse level, examining the perceptions of feminist politics conveyed in official texts; and the knowledge level, analysing the knowledge incorporated into feminist development policy. Methodologically, an interpretative policy analysis according to Nullmeier is employed, using abductive coding. The samples were coded and evaluated using MAXQDA. Postcolonial, post-development and intersectional feminist approaches served as the theoretical framework. The paper concludes that, while the BMZ and former Federal Minister Svenja Schulze address important issues such as power relations and inequality, and emphasise principles such as human rights, intersectionality, and gender equality, they do not consistently challenge existing colonial structures. By doing so, the remain embedded within established ministerial development logic, failing to have a decolonial effect. Overall, the study demonstrates that proclaiming feminist politics is important, but sustainable institutionalisation can only be achieved by critically reflecting on and dismantling fundamental narratives. In this context, the study sees itself as contributing to a critical examination of development policy through a critical lens on power relations and as advocating an understanding of feminist politics as a continuous learning process.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Feministische Entwicklungspolitik Dekolonialisierung Post-Development Post-Kolonialismus Intersektionaler Feminismus Critical-Whiteness Interpretative Policy-Analyse Deutsche Entwicklungspolitik Dt. Bundesministerin Svenja Schulze BMZ Nord-Süd-Verhältnis Sog. Globaler Norden Sog. Globaler Süden
Schlagwörter
(Englisch)
Feminist Development Policy Decolonial Paradigm Postcolonial Theory Post-Development Approach Intersectional Feminism Interpretative Policy Analysis BMZ Global North-South Relations
Autor*innen
Viktoria Anamaria Čaržavec
Haupttitel (Deutsch)
Ändert ein Adjektiv die Politik eines Ministeriums?
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine kritische Analyse der feministischen Entwicklungspolitik des deutschen Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Paralleltitel (Englisch)
Can an adjective change a ministry's policy?
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
VI, 307 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Amadou-Lamine Sarr
AC Nummer
AC17717780
Utheses ID
78202
Studienkennzahl
UA | 066 | 589 | |
