Detailansicht
Geschlechtsspezifische Gewalt in der Mongolei während der COVID-19-Pandemie
Onon Tcegmed
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Politikwissenschaft
Betreuer*in
Marion Löffler
DOI
10.25365/thesis.79722
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-22283.96816.449847-1
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die öffentliche Thematisierung von geschlechtsspezifischer und häuslicher Gewalt wurde in der Mongolei über Jahrzehnte hinweg tabuisiert und primär als private Angelegenheiten behandelt. Erst im Zuge des demokratischen Wandels der 1990-er Jahre sowie durch die zunehmenden sozialwissenschaftlichen Auseinandersetzungen und das Engagement zivilgesellschaftlicher Akteur:innen – insbesondere von Frauenaktivist:innen erfolgte eine schrittweise Thematisierung dieser Problematik in der Öffentlichkeit. Die COVID-19-Pandemie hat diese Entwicklungen jedoch massiv zurückgeworfen und für einen Anstieg von geschlechtsspezifischer Gewalt weltweit und in der Mongolei gesorgt. Die vorliegende Masterarbeit untersucht vor diesem Hintergrund, inwiefern die staatlichen Maßnahmen, die im Rahmen der COVID-19-Pandemie getroffen wurden, Einfluss auf geschlechtsspezifische Gewalt in der Mongolei hatten. Im Zentrum steht die Frage, ob und inwieweit die staatlich verordneten Pandemiebekämpfungsmaßnahmen mit den Zielsetzungen des National Programme on Gender Equality (2017-2021) in Einklang standen. Zur Beantwortung dieser Fragestellung wurde eine Literaturanalyse von wissenschaftlichen, politischen und zivilgesellschaftlichen Quellen durchgeführt, die durch ein leitfadengestütztes Expert:inneninterview mit einer Vertreterin des National Centre Against Violence (NCAV) in Ulaanbaatar ergänzt wurde. Die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit zeigen, dass das staatliche Handeln in Form der pandemiebezogenen Maßnahmen, teils selbst autoritäre und gewaltförmige Züge annahm und bestehende strukturelle Gewaltverhältnisse nicht nur reproduzierte, sondern verstärkte.
Abstract
(Englisch)
In Mongolian society, gender-based and domestic violence have traditionally been treated as private matters and were long excluded from public and private discourse. Since the democratic transition of the 1990s however, a gradual shift has taken place: women’s rights have increasingly entered the public sphere, supported by the emergence of women rights organi-zations. Particular attention has been given to the prevention of gender-based-violence, which remains one of the country’s most urgent human rights concerns. This master’s thesis explores the role of the Mongolian state during the COVID-19 pandemic, with a focus on the contra-diction between its official commitment to combating gender-based violence – exemplified by programs such as the NPGE 2017-2021 – and the restrictive pandemic policies that inad-vertently exacerbated women’s exposure to violence. Mongolia’s early and prolonged lock-downs, influenced by its geographic proximity to the PRC, intensified structural and domestic vulnerabilities. Methodologically, the study draws on academic literature, policy documents, and civil society sources, complemented by an expert interview with a representative from the National Centre Against Violence (NCAV). The findings reveal that state measures repro-duced and deepened existing structural inequalities, highlighting the gendered consequences of crisis governance.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Geschlechtsspezifische Gewalt in der Mongolei COVID-19-Pandemie Frauenrechte in der Mongolei Mongolei
Autor*innen
Onon Tcegmed
Haupttitel (Deutsch)
Geschlechtsspezifische Gewalt in der Mongolei während der COVID-19-Pandemie
Paralleltitel (Englisch)
Gender-based violence in Mongolia during the COVID-19-pandemic
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
94 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Marion Löffler
Klassifikation
89 Politologie > 89.99 Politologie. Sonstiges
AC Nummer
AC17721044
Utheses ID
78288
Studienkennzahl
UA | 066 | 824 | |
