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Zwischen Bildung und Propaganda
der österreichische Schulfunk 1924 bis 1955
Maximilian Brockhaus
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Doktoratsstudium der Philosophie Geschichte
Betreuer*in
Oliver Rathkolb
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.80514
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-25685.97392.729384-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Dissertation widmet sich der Geschichte des österreichischen Schulfunks von 1924 bis 1955. Ausgehend von der Frage, wie der Rundfunk als Medium in bildungspolitische Strategien eingebunden und in den Schulalltag integriert wurde, analysiert die Arbeit die institutionellen, programmatischen und ideologischen Entwicklungen des Schulfunks im Kontext sich wandelnder politischer Systeme – von der Ersten Republik über den Austrofaschismus und den Nationalsozialismus bis zur Nachkriegszeit und dem beginnenden Kalten Krieg. Im Zentrum steht der Schulfunk als hybrides Bildungsmedium zwischen pädagogischem Anspruch, propagandistischer Indienstnahme und medialer Innovation. Auf Basis umfangreicher Quellenbestände – darunter Programmzeitschriften, Ministerialakten, Rückmeldungen von Schulen und Nachlässen zentraler Akteure wie dem wissenschaftlichen Leiter der RAVAG (Österreichische Radio-Verkehrs-A.G.) und Gründer des Schulfunks, Rudolf Henz – wird gezeigt, wie sich die institutionelle Steuerung, programmatische Ausgestaltung und technische Umsetzung des Schulfunks im Spannungsfeld zwischen staatlicher Bildungspolitik, internationalen Vorbildern und medienpraktischen sowie didaktischen Zwängen vollzogen. In der Arbeit wird der Wandel des Schulfunks von einem zielgruppenorientierten Bildungsexperiment zu einem propagandistisch-instrumentalisierten Unterrichtsmedium und Werkzeug der „Re-Education“ sichtbar. Dieser Wandel wird anhand der Analyse qualitativ ausgewählter Schulfunksendungen hervorgehoben. Diskussionen um die Funktion von (Massen-)Medien für Bildungszwecke und um die Integration ebendieser in den Unterricht begleiten uns bis in die Gegenwart. Die Geschichte des Schulfunks verdeutlicht als historisches Beispiel, dass viele der heute diskutierten Fragen – etwa zur Medienkompetenz, zur politischen Einflussnahme oder zur pädagogischen Wirksamkeit von Medien im Unterricht – bereits vor nahezu 100 Jahren gestellt und im Rahmen konkreter medialer Praktiken verhandelt wurden. Die Studie versteht sich als Beitrag zur österreichischen Medien-, Bildungs- und Zeitgeschichte und liefert zugleich einen medienhistorisch fundierten Blick auf ein bislang kaum erforschtes Bildungsmedium im 20. Jahrhundert.
Abstract
(Englisch)
The dissertation analyzes the history of Austrian school radio from 1924 to 1955. Starting with the question of how radio as a medium was incorporated into educational policy strategies and integrated into everyday school life, the thesis analyzes the institutional, programmatic, and ideological developments of school radio in the context of changing political systems—from the First Republic to the Austrofascist corporative state and National Socialism to the postwar period and the beginning of the Cold War. Against this backdrop, school radio is understood as a hybrid educational medium between pedagogical aspirations, propagandistic exploitation, and media innovation. It is based on extensive source material including program guides, teaching aids, ministerial files, feedback from schools, and the estates of key figures such as Rudolf Henz, scientific director of the RAVAG (Austrian Radio Corporation) and founder of school radio. The thesis shows how institutional control, programmatic design, and technical implementation of school radio were shaped by the tension between state education policy, international role models, and media practice and didactics. It notes the transition from a formative phase, in which school radio was recognized as a target group-oriented educational experiment, to a normative phase, in which various actors and factors increasingly shaped and misused the format according to certain values and ideals. Discussions about the roles of (mass) media for educational purposes and the integration of the same in the classroom have accompanied us right up to the present day. As a historical example, the history of school radio illustrates that many of the questions discussed today - such as media literacy, political influence or educational effectiveness - were already being asked almost 100 years ago and negotiated in the context of specific media practices. The study is intended as a contribution to Austrian media, education, and contemporary history, while also providing a media-historical perspective on the longue durée of a hitherto little-researched educational medium in the 20th century.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Schulfunk Rundfunk Bildungsmedien Zeitgeschichte Mediengeschichte Schulrundfunk Schulfernsehen Rudolf Henz Zielgruppenmedium Bildungsrundfunk Schulradio Kinder- und Jugendmedien Rundfunkgeschichte
Schlagwörter
(Englisch)
School broadcasting school radio
Autor*innen
Maximilian Brockhaus
Haupttitel (Deutsch)
Zwischen Bildung und Propaganda
Hauptuntertitel (Deutsch)
der österreichische Schulfunk 1924 bis 1955
Paralleltitel (Englisch)
Between education and propaganda
Paralleluntertitel (Englisch)
Austrian school broadcasting from 1924 to 1955
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
290 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Britta McEwen ,
Martin Riedl
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.43 Deutsche Geschichte des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ,
80 Pädagogik > 80.49 Medienerziehung ,
81 Bildungswesen > 81.67 Audiovisuelle Medien
AC Nummer
AC17792458
Utheses ID
78304
Studienkennzahl
UA | 792 | 312 | |
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