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Whose standpoint matters?
disability, allyship, and knowledge in community
Ruadhán James Flynn
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Doktoratsstudium der Philosophie Philosophie
Betreuer*in
Robert Wilson
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.80956
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-10250.16244.339261-8
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Wessen Standpunkt zählt? Behinderung, Verbundenheit und Wissen in der Gemeinschaft. Diese Arbeit erweitert die Standpunkttheorie, um kognitiv behinderten Menschen und ihren Gemeinschaften zu helfen. Die Standpunkttheorie ist ein kritischer erkenntnistheoretischer Rahmen für das Verständnis der Privilegierung des situativen Wissens unterdrückter Gruppen im Hinblick auf ihre soziopolitische Situation. „Kognitive Behinderung“ ist in dieser Arbeit eine soziopolitische Kategorie, die Menschen umfasst, die als kognitiv und kommunikativ „subnormal“ wahrgenommen und behandelt werden. Sie erfahren starke Ausgrenzung, Diskriminierung und hohe Missbrauchsraten; dennoch wird ihr eingeschränktes Leben meist als natürliche Folge einer intrinsischen Unfähigkeit angesehen, in der normalen Gesellschaft zu funktionieren. Ich verfolge einen kritischen Behinderungsansatz in Bezug auf Kognition und politisiere, was typischerweise als medizinisches und karitatives Problem angesehen wird. Standardmäßige emanzipatorische Instrumente, die von anderen unterdrückten Gruppen eingesetzt wurden, basieren jedoch auf prohibitiven Normen der Kommunikation, Kritikalität, Mobilität und Autonomie. Stattdessen werden Eltern und andere Gruppenfremde typischerweise als epistemische Autoritäten im Leben kognitiv behinderter Menschen angesehen. Ich argumentiere, dass dieser Rückgriff auf epistemische Stellvertreter ethisch und epistemisch unzureichend ist. Ethisch, weil er die Ausgrenzung und Unterdrückung der eigenen Perspektiven und Prioritäten kognitiv behinderter Menschen aufrechterhält. Epistemisch, weil – wie wir bei anderen unterdrückten Gruppen gesehen haben – diejenigen, die direkte Ziele eines Unterdrückungssystems sind, über Wissen verfügen, das aus anderen Positionen nicht gewonnen werden kann. Als Außenstehende können wir nur unter ihrer Anleitung die richtigen Maßnahmen ergreifen. Im Kontext kognitiver Behinderung ist dies keine einfache Annahme. Dieses Projekt basiert teilweise auf Fragen, die Robert A. Wilson in „The Eugenic Mind Project“ (2018) und Licia Carlson in „The Faces of Intellectual Disability“ (2010) aufgeworfen haben. Beide Autorinnen beginnen, einen Standpunkt-theoretischen Ansatz zur Unterdrückung kognitiv behinderter Menschen in Betracht zu ziehen, sehen in diesem Zusammenhang jedoch beide erhebliche Probleme. Um diese Probleme anzugehen, entwickle ich die Unterscheidung zwischen primären und sekundären Standpunkten von Joshua St. Pierre: Ich betrachte die Standpunktentwicklung als ein kritisches Projekt der Verbündetenschaft, das die zentrale epistemische Autorität kognitiv behinderter Menschen aufrechterhält und ihnen gleichzeitig kreative und verantwortungsvolle epistemische Rollen innerhalb breiterer Wissensgemeinschaften zuweist.
Abstract
(Englisch)
Whose Standpoint Matters? Disability, Allyship, and Knowledge in Community. This thesis expands standpoint theory to serve cognitively disabled people and their communities. Standpoint theory is a critical epistemological framework for understanding how the situated knowledge of oppressed groups is privileged regarding their social-political situation. ‘Cognitive disability’, in this thesis, is a social-political category, which includes those conceived of and treated as cognitively and communicatively ‘subnormal’. They experience severe marginalization, discrimination, and high rates of abuse; yet their restricted lives are typically taken to be a natural outcome of an intrinsic inability to function in normal society. I take a critical disability approach to cognitive disability, politicizing what is typically taken to be a medical and charitable issue. However, standard emancipatory tools which have been used by other oppressed groups rely on prohibitive norms of communication, criticality, mobility, and autonomy. Instead, parents and other group outsiders are typically taken to be epistemic authorities on cognitively disabled people’s lives. I argue that this default to epistemic proxies is ethically and epistemically insufficient. Ethically, because it upholds the exclusion and suppression of cognitively disabled people’s own perspectives and priorities. Epistemically, because – as we have seen from other oppressed groups – those who are direct targets of some system of oppression have knowledge which cannot be gleaned from other positions. As outsiders, we can only take the right actions under their direction. In the context of cognitive disability, this is not a simple proposition. This project stems partly from issues raised by Robert A. Wilson in The Eugenic Mind Project (2018), and Licia Carlson in The Faces of Intellectual Disability (2010). Both authors begin to consider a standpoint theoretical approach to the oppression of cognitively disabled people, but both find significant problems in this context. To address these problems, I develop Joshua St. Pierre’s primary/secondary standpoint distinction: framing standpoint development as a critical project of allyship, which upholds the central epistemic authority of cognitively disabled people while staking out creative and responsible epistemic roles within wider communities of knowledge.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Behinderung Verbundenheit Standpunkttheorie Kognitive Behinderung Feministische Erkenntnistheorie Geistige Behinderung Kritische Behindertenstudien Interessenvertretung Soziale Gerechtigkeit Autismus Aktivismus Soziale Bewegungen Gerechtigkeit für Menschen mit Behinderungen
Schlagwörter
(Englisch)
Disability Allyship Standpoint Theory Cognitive Disability Feminist Epistemology Intellectual Disability Critical Disability Studies Advocacy Social Justice Autism Activism Social Movements Disability Justice
Autor*innen
Ruadhán James Flynn
Haupttitel (Englisch)
Whose standpoint matters?
Hauptuntertitel (Englisch)
disability, allyship, and knowledge in community
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
269 Seiten
Sprache
Englisch
Beurteiler*innen
Maeve O'Donovan ,
John Vorhaus
Klassifikation
08 Philosophie > 08.44 Sozialphilosophie
AC Nummer
AC17844423
Utheses ID
78379
Studienkennzahl
UA | 792 | 296 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1