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"Vielleicht bin ich morgen schon tot. Kann sein. Aber ich bin immer munter"
Praktiken des Umgangs mit Verlust im hohen Alter
Viktoria Greber
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Soziologie
Betreuer*in
Vera Gallistl
DOI
10.25365/thesis.80176
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-12905.23734.246382-4
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die Auseinandersetzung mit Verlusten im hohen Alter gewinnt im Kontext einer altern-den Gesellschaft an Relevanz. Dabei steht die Frage im Zentrum, welche Erfahrungen Personen im sehr hohen Alter mit Verlusten machen und welche (Verlust-)Praktiken da-bei sichtbar werden. Ziel ist es, das hohe Alter in dieser Arbeit als erfahrungs- und kontextabhängige Lebensphase zu verstehen, in der Individuen aktiv mit Verlusten umgehen. Dieses Verständnis ermöglicht es, Hochaltrigkeit nicht ausschließlich als defizitäre Lebensphase, sondern als Prozess fortlaufender Aushandlung zu verstehen. Theoretisch wird Verlust aus einem praxeologischen Ansatz heraus betrachtet und orientiert sich am Konzept des doing loss (Reckwitz, 2024). Dabei werden Verluste als soziale Praktiken verstanden, in denen Individuen ihre Verlusterfahrungen aktiv herstellen, aushandeln und in ihren Alltag integrieren. Für die Analyse wurden 18 Interviews mit 94+-Jährigen Personen herangezogen, die in einer Studie am Kompetenzzentrum für Gerontologie und Gesundheitsforschung an der Karl Landsteiner Privatuniversität erhoben wurden. Die Ergebnisse zeigen dabei, dass Personen im sehr hohen Alter Verluste aktiv bearbeiten: Sie planen ihr Lebensende, reflektieren Beobachtungen Gleichaltriger und kompensieren körperliche, kognitive, sensorische und soziale Verluste durch Routinen und Hilfsmittel. Verluste werden zudem bewusst in die Lebensgestaltung einbezogen, sowohl durch Planung als auch durch bewusstes Nicht-Planen, um sich auf die Gegenwart zu konzentrieren. Diese Praktiken erhalten Selbstwirksamkeit, Kontrolle und soziale Teilhabe und verdeutlichen, dass Verluste nicht passiv hingenommen, sondern aktiv sozial und sinnhaft verarbeitet werden.
Abstract
(Englisch)
Engaging with losses in advanced age is becoming increasingly relevant in the context of an aging society. This study focuses on the question of which experiences very old adults have with losses and which (loss-related) practices become visible in this context. The aim of this work is to understand advanced age as an experience- and context-dependent life phase in which individuals actively engage with losses. This per-spective allows advanced age to be seen not merely as a deficit-ridden phase, but as a process of ongoing negotiation. Theoretically, loss is approached from a praxeological perspective, drawing on the concept of doing loss (Reckwitz, 2024). Losses are under-stood as social practices in which individuals actively enact, negotiate, and integrate ex-periences of loss into their daily lives. For the analysis, 18 interviews with people aged 94 and older from a study conducted at the Competence Center for Gerontology and Health Research at the Karl Landsteiner University were used. The results show that very old adults actively manage losses: they plan for the end of life, reflect on observations of peers, and compensate for physical, cognitive, sensory, and social losses through routi-nes and assistive tools. Losses are also consciously incorporated into daily life, both through planning and through deliberate non-planning, which allows individuals to focus on the present. These practices preserve self-efficacy, control, and social partici-pation, demonstrating that losses are not passively endured, but actively processed in social and meaningful ways.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
doing loss Hochaltrigkeit Praktiken Gerontologie
Schlagwörter
(Englisch)
doing loss old age practices gerontology
Autor*innen
Viktoria Greber
Haupttitel (Deutsch)
"Vielleicht bin ich morgen schon tot. Kann sein. Aber ich bin immer munter"
Hauptuntertitel (Deutsch)
Praktiken des Umgangs mit Verlust im hohen Alter
Paralleltitel (Englisch)
"Maybe I'll be dead tomorrow. Could be. But I'm always cheerful"
Paralleluntertitel (Englisch)
practices of dealing with loss in advanced age
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
114 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Vera Gallistl
Klassifikation
71 Soziologie > 71.36 Alterssoziologie
AC Nummer
AC17766964
Utheses ID
78436
Studienkennzahl
UA | 066 | 905 | |
