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Legitimität im Krisendiskurs
die EZB zwischen Mandat, Resilienz und Geopolitik
Stanislaus Ruhaltinger
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Politikwissenschaft
Betreuer*in
Tobias Boos
DOI
10.25365/thesis.79940
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-18062.16759.173664-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Masterarbeit untersucht, wie die Europäische Zentralbank (EZB) im öffentlichen Diskurs ihre Handlungsweise sprachlich rechtfertigt und Autorität aufbaut, um sich in einem zunehmend geopolitisch aufgeladenen Umfeld zu positionieren. Spätestens seit dem russischen Angriff auf die Ukraine tritt die EZB nicht mehr nur als technokratische Hüterin der Preisstabilität auf, sondern als politisch sichtbarer Akteur europäischer Krisen- und Sanktionspolitik. Auf Grundlage der Kritischen Diskursanalyse nach Jäger wird ein Korpus offizieller EZB-Kommunikationen aus den Jahren 2022 bis 2025 ausgewertet. Theoretisch fußt die Arbeit auf Brauns Konzept infrastruktureller Macht, Sévilles Analyse technokratischer Alternativlosigkeit und Jägers Diskurstheorie. Die Untersuchung zeigt, dass die Selbstlegitimation der EZB zunehmend über die Verknüpfung technokratischer und politischer Narrative von Resilienz, Verantwortung und strategischer Autonomie erfolgt. Das vage formulierte Sekundärmandat fungiert dabei als diskursive Brücke, die geldpolitische Entscheidungen mit europäischer Handlungsfähigkeit verknüpft. Die Analyse verdeutlicht, dass diese Erweiterung der institutionellen Rechtfertigung ihre Unabhängigkeit zugleich politisch angreifbar macht. Vor diesem Hintergrund erscheint eine Rückbesinnung auf das Primärmandat der Preisstabilität als jener Weg, der im Diskurs am ehesten mit demokratischer Verantwortlichkeit vereinbar bleibt und institutionelle Stabilität sichert.
Abstract
(Englisch)
This master’s thesis examines how the European Central Bank (ECB) justifies its actions and constructs authority in public discourse to position itself within an increasingly geopolitical environment. Since Russia’s invasion of Ukraine, the ECB has evolved from a purely technocratic guardian of price stability into a politically visible actor in European crisis management and sanctions policy. Drawing on Jäger’s framework of Critical Discourse Analysis, the thesis analyzes a corpus of official ECB communications from 2022 to 2025. The theoretical foundation combines Braun’s concept of infrastructural power, Séville’s analysis of technocratic TINA (“There Is No Alternative”) rhetoric, and Jäger’s discourse theory. The analysis shows that the ECB’s self-legitimation increasingly relies on intertwining technocratic and political narratives of resilience, responsibility, and strategic autonomy. The vaguely formulated secondary mandate functions as a discursive bridge that links monetary policy decisions to Europe’s capacity to act. The study demonstrates that this expansion of institutional justification simultaneously renders the Bank’s independence politically vulnerable. Against this backdrop, a renewed focus on the primary mandate of price stability appears to be the path most consistent with democratic accountability and institutional stability within the current discourse.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Europäische Zentralbank EZB Legitimität Krisendiskurs Resilienz Diskursanalyse Politische Ökonomie Zentralbankpolitik Mandat
Schlagwörter
(Englisch)
European Central Bank ECB Legitimacy Crisis Discourse Resilience Discourse Analysis Political Economy Monetary policy Mandat
Autor*innen
Stanislaus Ruhaltinger
Haupttitel (Deutsch)
Legitimität im Krisendiskurs
Hauptuntertitel (Deutsch)
die EZB zwischen Mandat, Resilienz und Geopolitik
Paralleltitel (Englisch)
Legitimacy in crisis discourse
Paralleluntertitel (Englisch)
the ECB between mandate, resilience and geopolitics
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
112 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Tobias Boos
Klassifikationen
89 Politologie > 89.56 Politische Kommunikation ,
89 Politologie > 89.73 Europapolitik. Europäische Union
AC Nummer
AC17737989
Utheses ID
78559
Studienkennzahl
UA | 066 | 824 | |
