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The ecological context of personality variation in Darwin's finches
Henry Jefferson García Loor
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Lebenswissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Doctor of Philosophy-Doktoratsstudium Naturwissenschaften (Lebenswissenschaften): Biologie
Betreuer*in
Sonia Kleindorfer
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.80099
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-22238.28858.244765-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Persönlichkeit wird als individuelle Verhaltensunterschiede definiert, die über die Zeit und über verschiedene Kontexte hinweg konsistent sind. Diese Konsistenz spiegelt die individuelle Variation wider, die wesentliche evolutive Prozesse wie Anpassung und Artbildung antreibt. Persönlichkeit kann da-her evolutionäre Entwicklungen beeinflussen, indem sie auf Fitnesskomponenten wirkt, da die natürliche Selektion bestimmte Verhaltensphänotypen gegenüber anderen begünstigen kann. Folglich stellt Persönlichkeit nicht nur eine Ansammlung von Verhaltenstendenzen dar, sondern ein ökologisch relevantes Merkmal, das bestimmt, wie Individuen mit ihrer Umwelt interagieren und sich an diese anpassen. Das Hauptziel dieser Dissertation war es, zu untersuchen, wie Persönlichkeit als treibender Faktor bei der adaptiven Radiation der Darwinfinken im Galápagos-Archipel wirken kann. Zu diesem Zweck wurden Verhaltensreaktionen entlang von drei der fünf Hauptachsen der Persönlichkeit – Aggressivität, Erkundungsverhalten und Mut (Boldness) – gemessen und deren ökologische Relevanz auf der Insel Floreana getestet. Jedes Merkmal wurde sowohl in kurzfristigen Haltungstests als auch in Freilandversuchen erfasst. Konkret wurde Aggressivität mittels eines Spiegeltests und einer simulierten innerartlichen Konfrontation (Playback) quantifiziert; das Erkundungsverhalten wurde durch einen neuartigen Arenatest und einen neuartigen Objekttest gemessen; und Mut wurde anhand von Handhabungstests kurz nach dem Fang sowie einem Annäherungstest (Fluchtinitiationsdistanz, FID) bewertet. Um die ökologische Validität dieser Merkmale weiter zu prüfen, wurden Zusammenhänge zwischen Reviergröße und sowohl Aggressivität als auch Erkundungsverhalten, zwischen Nahrungsverhalten und Erkundungsverhalten sowie zwischen dem Ausmaß menschlicher Aktivität und Mut untersucht. Alle drei Merkmale zeigten eine hohe Kontextkonsistenz mit signifikanten Korrelationen zwischen den in Gefangenschaft und im Freiland gemessenen Reaktionen. Bei der Untersuchung ökologischer Muster zeigte Kapitel 1, dass die Reviergröße bei beiden Arten negativ mit der Aggressivität korrelierte, wobei aggressivere Männchen kleinere Territorien besetzten. In Kapitel 2 wurde festgestellt, dass die artspezifische Nahrungsdiversität positiv mit dem Erkundungsverhalten korrelierte, was darauf hinweist, dass stärker erkundende Arten eine höhere Nahrungsdiversität aufwiesen. Kapitel 3 zeigte, dass sich der Mut zwischen Standorten mit unterschiedlichem Ausmaß menschlicher Aktivität signifikant unterschied: Vögel aus Gebieten mit höherer menschlicher Aktivität waren mutiger (kürzere FID). Insgesamt zeigen diese Ergebnisse, dass Aggressivität, Erkundungsverhalten und Mut stabile Persönlichkeitsmerkmale bei Darwinfinken darstellen. Darüber hinaus verfeinern die Ergebnisse unser Verständnis der ökologischen Validität von Verhaltensphänotypen und unterstreichen ihre Rolle in evolutionären Prozessen als Triebkräfte adaptiver Radiation. Schließlich betonen sie die Bedeutung der Integration verhaltensökologischer Ansätze in einen breiteren Rahmen, der Persönlichkeit mit Naturschutz verbindet, und liefern wertvolle Erkenntnisse für die Entwicklung effektiver Managementstrategien zur Erhaltung der Resilienz und des Anpassungspotenzials von Arten in sich wandelnden Umwelten.
Abstract
(Englisch)
Personality is defined as individual behavioral differences that are consistent over time and across contexts. This consistency reflects the individual variation that drives major evolutionary processes such as adaptation and speciation. Therefore, personality can influence evolutionary trajectories through its effects on fitness components, as natural selection may favor certain behavioral phenotypes over others. Consequently, personality is not merely a set of behavioral tendencies but an ecologically relevant trait that mediates how individuals interact with and adapt to their environments. In this dissertation, the main goal was to investigate how personality can act as a driving factor in the adaptive radiation of Darwin’s finches in the Galápagos Archipelago. To address this, I measured behavioral responses along three of the main five personality axes: aggressiveness, exploration, and boldness, and tested their ecological relevance on Floreana Island. Each trait was scored both during short-term captivity assays and during assays conducted in the wild. Specifically, aggressiveness was quantified using a mirror simulation test and a simulated conspecific intrusion (playback); exploration was measured through a novel arena test and a novel object test; and boldness was assessed using handling assays shortly after capture and a human approach assay (flight initiation distance, FID). To further test the ecological validity of these traits, I examined associations between home range size and both aggressiveness and exploration, between foraging behavior and exploration, and between levels of human activity and boldness. All three traits were consistent across contexts, showing significant correlations between responses measured in captivity and those obtained in the wild. When exploring ecological patterns, Chapter 1 revealed that home range size was negatively correlated with aggressiveness in both species, where more aggressive males occupied smaller territories. In Chapter 2, I found that species-level foraging diversity was positively correlated with exploration, indicating that more exploratory species had higher foraging diversity scores. In Chapter 3, boldness differed significantly between sites with contrasting levels of human activity, with birds from areas of higher human activity being bolder (shorter FID). Together, these findings demonstrate that aggressiveness, exploration, and boldness represent personality traits in Darwin’s finches, confirming their stability at the individual level. Moreover, the results refine our understanding of the ecological validity of behavioral phenotypes, emphasizing their role in evolutionary processes as drivers of adaptive radiation. Finally, they highlight the importance of integrating behavioral ecology into a broader framework that links personality to conservation, providing valuable insights for the development of effective management strategies aimed at sustaining species resilience and adaptive potential in changing environments.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Aggressivität Kühnheit Erkundungsverhalten Galápagos Verhaltenskonsistenz Nahrungsdiversität Streifgebietgröße Individuelle Unterschiede Wiederholbarkeit Urbanisierung Validierung
Schlagwörter
(Englisch)
Aggressiveness Boldness Exploration Galapagos Consistency Foraging diversity Home Range Size Individual differences Repeatability Urbanization Validation
Autor*innen
Henry Jefferson García Loor
Haupttitel (Englisch)
The ecological context of personality variation in Darwin's finches
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
162 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*innen
Melanie Dammhahn ,
Kiyotko Gotanda
Klassifikationen
42 Biologie > 42.66 Ethologie ,
42 Biologie > 42.83 Aves
AC Nummer
AC17754119
Utheses ID
78616
Studienkennzahl
UA | 794 | 685 | 437 |
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