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Von Bharucha bis Zarrilli
wie das Wissen über das indische Kathakali im Westen Einzug hielt
Vanessa Ziems
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Theater-, Film- und Medienwissenschaft
Betreuer*in
Stefan Hulfeld
DOI
10.25365/thesis.80120
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-25901.25111.834644-5
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Masterarbeit untersucht, wie sich das südindische Kathakali im 20. Jahrhundert von einer regional begrenzten Kunstform zu einem international rezipierten Kulturgut entwickeln konnte. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen nach den historischen, kulturellen und politischen Kontexten dieser Entwicklung: Welche Akteur*innen interessierten sich wann für das Kathakali? Welche Motivationen standen hinter ihrem Engagement? In welcher Weise fand die Auseinandersetzung mit der Tanztheaterform statt? Wie wurde das generierte «Wissen» verarbeitet, weitergegeben oder anderweitig öffentlich gemacht? Und schließlich: Wie beeinflusste dieses «Wissen» über Kathakali wiederum den internationalen (Theater-)Diskurs? Dabei wird deutlich, dass es eine einheitliche Sichtweise auf das Kathakali niemals gab – weder auf nationaler noch auf internationaler Ebene. Vielmehr waren die unterschiedlichen Motivationen zur Beschäftigung mit der Form stets von spezifischen Interessen sowie von kulturellen und epistemologischen Rahmungen bestimmt, die das öffentliche Bild des Kathakali auf vielfältige Weise beeinflussten: So verliefen etwa Prozesse der Institutionalisierung, Mystifizierung und Internationalisierung – ähnlich wie bei anderen asiatischen Theaterformen – über weite Strecken parallel und überschnitten sich teilweise. Eine gewisse «Sensibilität» im Umgang mit dem Kathakali und anderen «fremden» (Theater-)Traditionen war hingegen –zumindest im internationalen Diskurs – erst relativ spät zu beobachten. Diese Arbeit verfolgt die beschriebenen Dynamiken aus einer diskursanalytischen und wissensgeschichtlichen Perspektive und anhand der theoretischen Schriften von fünf zentralen Akteuren: Eugenio Barba, Rustom Bharucha, K. Bharatha Iyer, Richard Schechner und Phillip Zarrilli. Allesamt beschäftigten sich ausgiebig mit dem Kathakali und nahmen in ihren diversen Texten auch immer wieder Bezug aufeinander. Die Analyse ihrer wichtigsten Werke und Aussagen zum Thema – ergänzt durch Beiträge einiger weiterer internationaler (Theater-)Persönlichkeiten – zeigt, wie komplex die Zugänge zu «fremden» Theaterformen im 20. Jahrhundert mitunter waren und wie «verflochten» die einzelnen Stränge des Diskurses mittlerweile sind. Einige Ansätze und (Schauspiel-)Theorien, die aus der Auseinandersetzung mit dem Kathakali hervorgegangen sind, haben durchaus Eingang in die internationale Theaterwissenschaft gefunden – wie etwa Barbas «Theateranthropologie».
Abstract
(Englisch)
This master’s thesis examines how South Indian Kathakali developed from a regionally confined art form into a globally recognized cultural asset during the 20th century. Central to the investigation are questions concerning the historical, cultural, and political contexts of this development: Who engaged with Kathakali at what time? What motivations underpinned their involvement? In what ways did this engagement with the dance-theatre form take place? How was the «knowledge» generated there processed, transmitted, or made public? And finally: How did this «knowledge» about Kathakali in turn influence international (theatre) discourse? It becomes clear that there was never a singular perspective on Kathakali – neither on a national nor on an international level. Rather, the various motivations for engaging with the form were consistently shaped by specific interests, as well as by cultural and epistemological framings, which influenced the public image of Kathakali in many ways. Processes of institutionalization, mystification, and internationalization – as seen in the case of other Asian theatre forms as well – often developed in parallel and sometimes overlapped. A certain «sensitivity» in dealing with Kathakali and other «foreign» (theatre) traditions, however, was – at least in international discourse – only observed comparatively late. This thesis explores these dynamics from a discourse-analytical and knowledge-historical perspective, drawing on the theoretical writings of five key figures: Eugenio Barba, Rustom Bharucha, K. Bharatha Iyer, Richard Schechner and Phillip Zarrilli. All of them engaged extensively with Kathakali and frequently referred to one another in their respective texts. The analysis of their most significant works and statements on the subject – supplemented by contributions from several other international (theatre) figures – reveals the complexity of approaches to «foreign» theatre forms in the 20th century and the degree to which the various strands of discourse have become increasingly «interwoven». Some of the concepts and (acting) theories that emerged from this engagement with Kathakali have found their way into international theatre studies – such as Barba’s «theatre anthropology».
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Kathakali Indien Tanztheater Interkulturalität Interkulturelles Theater
Schlagwörter
(Englisch)
Kathakali India Dance-theatre Interculturalism Intercultural theatre
Autor*innen
Vanessa Ziems
Haupttitel (Deutsch)
Von Bharucha bis Zarrilli
Hauptuntertitel (Deutsch)
wie das Wissen über das indische Kathakali im Westen Einzug hielt
Paralleltitel (Englisch)
From Bharucha to Zarrilli
Paralleluntertitel (Englisch)
how knowledge of Indian Kathakali found its way to the West
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
150 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Stefan Hulfeld
Klassifikationen
21 Einzelne Kunstformen > 21.99 Sonstige Kunstformen ,
24 Theater > 24.06 Theatergeschichte
AC Nummer
AC17754683
Utheses ID
78665
Studienkennzahl
UA | 066 | 583 | |
