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Die Geschichten der Auslassung
die Leerstelle als begriffliches Instrument zur Analyse von Bilderzählungen
Pamela Heilig
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Kunstgeschichte
Betreuer*in
Raphael Rosenberg
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.80452
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30050.19099.623328-5
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
In der vorliegenden Masterarbeit wird untersucht, wie die Leerstelle, ein der Rezeptionsästhetik entlehnter Begriff, für die Anwendung zur Bildbeschreibung genutzt werden kann. Die Autorin der Arbeit definiert die Leerstelle als eine unterdeterminierte Besetzbarkeit, eine instrumentalisierte Auslassung auf inhaltlicher Ebene, welche Betrachter*innen dazu motiviert Bilderzählungen zu vervollständigen, während sie gleichzeitig ermöglicht die Rezeption zu strukturieren und somit willkürliche Interpretationen einschränkt. Den Ausgangspunkt der Arbeit bildet eine Kritik Wolfgang Kemps ursprünglicher Übertragung des Begriffs in die Kunstgeschichte. Die Autorin argumentiert, dass eine inkonsequente Berücksichtigung des relationalen Charakters der Leerstelle bei Kemp zu einer mangelnden Ausdifferenzierung verschiedener Interpretationsmodi führte. Mit der Entwicklung eines semiotischen Leerstellenmodell basierend auf Charles S. Peirces triadischem Zeichenmodell wird die Leerstelle als relationaler Begriff etabliert. Das ermöglicht es, die Leerstelle als Schnittstelle in der Beziehung zwischen Betrachter*in, Werk und Bilderzählung zu verstehen. Die aufgestellte Theorie wird empirisch durch qualitative Daten einer Online-Studie zur Untersuchung von Bilderzählung von Klaus Speidel gestützt. Mit der Evaluierung der Beschreibungen des Bildinhalts von Banksys L.A. kann die strukturierende Funktion der Leerstelle bestätigt werden: Die Mehrheit der Antworten folgt dem gleichen narrativen Skript. Die Analyse hat Speidels Beobachtung bestätigt, dass durch eine werkimmanente Stilvariation ein ontologischer Konflikt ausgelöst wurde, der die Teilnehmenden dazu motiviert hat, auf eine symbolische Interpretation auszuweichen. Somit konnten anfangs aufgestellte Vermutungen über das Verhältnis verschiedener Interpretationsmodi bestätigt werden.
Abstract
(Englisch)
This thesis examines how the narrative gap, a term borrowed from reception aesthetics, can be used to analyze images. The study establishes a definition of the gap as an underdetermined Besetzbarkeit (possibility to be occupied), an instrumentalized omission at the content level, which motivates viewers to complete pictorial narratives while at the same time structuring the reception and thus limiting arbitrary interpretations. The starting point of the thesis is a critique of Wolfgang Kemp's original transfer of the term into art history. The thesis argues that Kemp's inconsistent consideration of the relational character of the gap led to a lack of differentiation between alternative modes of interpretation. With the development of a semiotic model of the narrative gap based on Charles S. Peirce's triadic model of signs, the term is established as a relational concept. This makes it possible to understand the narrative gap as intersection in the relationship between viewer, artwork, and visual narrative. The theory is empirically supported by qualitative data from an online study investigating visual narratives by Klaus Speidel. The evaluation of the descriptions of the content of Banksy's L.A. confirms the structuring function of the gap: the majority of responses follow the same narrative script. The analysis confirmed Speidel's observation that an ontological conflict, triggered by a variation in style within the image, motivated the participants to resort to a symbolic interpretation. This further confirmed initial assumptions about the relationship between different modes of interpretation.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Leerstelle empirische Bildwissenschaft Rezeptionsästhetik ikonische Narrativität erzählendes Einzelbild Bilderzählung Banksy Wolfgang Iser Jean-Léon Gérôme
Schlagwörter
(Englisch)
narrative gapping
Autor*innen
Pamela Heilig
Haupttitel (Deutsch)
Die Geschichten der Auslassung
Hauptuntertitel (Deutsch)
die Leerstelle als begriffliches Instrument zur Analyse von Bilderzählungen
Paralleltitel (Englisch)
The stories of absence
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
120 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Raphael Rosenberg
Klassifikationen
20 Kunstwissenschaften > 20.06 Kunstphilosophie. Kunsttheorie ,
20 Kunstwissenschaften > 20.89 Kunstgeschichte. Sonstiges
AC Nummer
AC17787501
Utheses ID
78709
Studienkennzahl
UA | 066 | 835 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1