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Zwischen Omertà, Vendetta und strategischer Eheschließung
ein gendertheoretischer Blick auf die Herausforderungen des Ausstiegs aus italienischen Mafiaorganisationen
Sarah Pilger
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Gender Studies
Betreuer*in
Brigitte Buchhammer
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.80012
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30950.15422.260522-3
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die geschlechtsspezifischen Herausforderungen und Bedingungen des Ausstiegs von Frauen aus italienischen Mafiaorganisationen. Ausgehend von einem interdisziplinären Ansatz richtet die Arbeit den Fokus auf die Frage, welche Hürden Frauen beim Ausstieg begegnen und inwiefern bestehende Ausstiegs- und Schutzprogramme gendersensibel gestaltet sind. Methodisch stützt sich die Untersuchung auf fünf leitfadengestützte Expert*inneninterviews, die praxisnahe Einblicke in Ausstiegsprozesse und deren Herausforderungen liefern. Die Interviews wurden systematisch nach den Prinzipien der qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet, wodurch zentrale Themen, Rollenbilder und Handlungsspielräume der Frauen identifiziert werden konnten. In Kombination mit einer zuvor durchgeführten umfassenden Literaturanalyse ermöglichten sie eine fundierte Betrachtung des bestehenden staatlichen Ausstiegsprogramms in Italien sowie internationaler zivilgesellschaftlicher Initiativen hinsichtlich ihrer Gendersensibilität. Ziel ist es, Handlungsempfehlungen für eine effektivere und geschlechtergerechtere Ausstiegspolitik zu entwickeln. Die theoretische Grundlage bilden Nancy Chodorows Konzept der Reproduktion von Mutterschaft, Jessica Benjamins Theorie der Intersubjektivität, Erving Goffmans Analyse der Familie als totaler Institution sowie die sozialkognitive Lerntheorie Albert Banduras. Diese Perspektiven ermöglichen ein vertieftes Verständnis darüber, wie patriarchale Strukturen und Dynamiken innerhalb italienischer Mafiaorganisationen die Handlungsspielräume von Frauen prägen und den Ausstieg beeinflussen. Die Ergebnisse der Analyse zeigen, dass Frauen trotz zentraler Funktionen in den Organisationen weitgehend unsichtbar bleiben und struktureller Kontrolle unterliegen. Die staatliche Kronzeug*innenregelung in Italien berücksichtigt genderspezifische Bedürfnisse beim Ausstieg aus italienischen Mafiaorganisationen bislang unzureichend. Im Vergleich dazu bieten Programme wie Liberi di Scegliere (Italien), das Programm Her Time in Kanada und der Projektentwurf mEhrLeben aus Deutschland innovative Ansätze, die auf Familienzentrierung, Peer-Mentoring und gendersensible Unterstützung setzen. Die Arbeit leistet damit einen Beitrag zur Sichtbarmachung weiblicher Perspektiven im Kontext organisierter Kriminalität und formuliert konkrete Handlungsempfehlungen für eine Ausstiegspolitik, die Partizipation, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Anerkennung von Frauen stärkt.
Abstract
(Englisch)
This master's thesis examines the gender-specific challenges and conditions surrounding women's exit from Italian mafia organizations. Taking an interdisciplinary approach, the thesis focuses on the question of what obstacles women encounter when leaving and to what extent existing exit and protection programs are gender-sensitive. Methodologically, the study is based on five guided expert interviews that provide practical insights into exit processes and their challenges. The interviews were systematically evaluated according to the principles of qualitative content analysis, which made it possible to identify central themes, role models, and the scope of action available to women. In combination with a comprehensive literature analysis conducted beforehand, they enabled an in-depth examination of the existing state exit program in Italy as well as international civil society initiatives with regard to their gender sensitivity. The aim is to develop recommendations for action for a more effective and gender-equitable exit policy. The theoretical basis is formed by Nancy Chodorow's concept of the reproduction of motherhood, Jessica Benjamin's theory of intersubjectivity, Erving Goffman's analysis of the family as a total institution, and Albert Bandura's social cognitive learning theory. These perspectives enable a deeper understanding of how patriarchal structures and dynamics within Italian mafia organizations shape women's scope for action and influence their exit. The results of the analysis show that, despite their central roles in the organizations, women remain largely invisible and subject to structural control. The state's key witness program in Italy has so far failed to adequately address gender-specific needs when leaving Italian mafia organizations. In comparison, programs such as Liberi di Scegliere (Italy), the Her Time program in Canada, and the mEhrLeben project draft from Germany offer innovative approaches that focus on family centering, peer mentoring, and gender-sensitive support. The work thus contributes to making female perspectives visible in the context of organized crime and formulates concrete recommendations for action for an exit policy that strengthens women's participation, self-determination, and social recognition.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Italienische Mafiagruppierungen Frauen in italienischen Mafiagruppierungen Herausforderungen des Ausstiegs Ausstiegsmöglichkeiten Gendertheoretische Perspektiven Herausforderungen Gendersensibilität
Autor*innen
Sarah Pilger
Haupttitel (Deutsch)
Zwischen Omertà, Vendetta und strategischer Eheschließung
Hauptuntertitel (Deutsch)
ein gendertheoretischer Blick auf die Herausforderungen des Ausstiegs aus italienischen Mafiaorganisationen
Paralleltitel (Englisch)
Between omertà, vendetta, and strategic marriage
Paralleluntertitel (Englisch)
a gender-theoretical perspective on the challenges of exiting Italian Mafia organizations
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
207 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Brigitte Buchhammer
Klassifikation
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.00 Sozialwissenschaften allgemein. Allgemeines
AC Nummer
AC17747723
Utheses ID
78719
Studienkennzahl
UA | 066 | 808 | |
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