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Die Dichotomie zwischen Kultur- und Naturzustand des Menschen in der Literatur der Wiener Moderne
Antonia Beck-Mannagetta
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Vergleichende Literaturwissenschaft
Betreuer*in
Daniel Syrovy
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.80210
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-13030.35603.281969-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Masterarbeit über Die Dichotomie zwischen Kultur- und Naturzustand des Menschen in der Literatur der Wiener Moderne zeigt eine alternative Interpretationsmöglichkeit zur Psychologisierung der Literatur während der Wiener Moderne auf. Sie geht davon aus, dass der Naturzustand des Menschen, wie ihn Jean Jacques Rousseau in der Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen beschreibt, Grund und Auslöser für die inneren Konflikte der literarischen Figuren ist. Indem die herangezogenen Texte der Wiener Moderne, Die Verwirrung des Zöglings Törleß von Robert Musil, Der Amokläufer von Stefan Zweig und Fräulein Else von Arthur Schnitzler, unter dem Aspekt des Naturzustandes untersucht werden, zeigt sich, dass die Krise des Subjekts durch das Zerrissensein zwischen natürlichen Gefühlsregungen und kulturellen Verhaltensnormen entsteht. Die bürgerlichen Konventionen gehen aus den jeweiligen literarischen Soziallaboratorien hervor, die Musil, Schnitzler und Zweig darstellen. Die natürlichen Anteile des Menschseins bilden in den analysierten Texten die Schattenseite des Menschseins und werden als Fehlfunktion der Psyche beurteilt. In vier Vergleichsfeldern wird die Dichotomie des Kultur- und des Naturzustands der Figuren diskutiert, wobei der kulturelle Zustand des Vergleichsfelds zuerst genannt wird: Verstand/Mitleid, Affekt/Scham, Geselligkeit/Einsamkeit und moralische Ungleichheit/Unterschiede durch äußere Bedingungen. Mit der Anwendung von Rousseaus Diskurs über die Natur des Menschen grenzt sich diese Arbeit von vorangegangen psychologisierten Interpretationen durch Sigmund Freuds Psychoanalyse oder die Philosophie von Friedrich Nietzsche ab.
Abstract
(Englisch)
The master’s thesis on The dichotomy between the cultural and natural state of the human being in the literature of Viennese Modernism presents an alternative interpretive approach to the prevailing psychologization of literature during this period. It assumes that the natural state of the human being, as described by Jean-Jacques Rousseau in Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen, is the underlying cause and trigger of the internal conflicts experienced by literary characters. By examining selected texts of Viennese Modernism—Die Verwirrung des Zöglings Törleß by Robert Musil, Der Amokläufer by Stefan Zweig, and Fräulein Else by Arthur Schnitzler—through the lens of the natural state, it becomes clear that the crisis of the subject arises from the tension between natural emotional impulses and cultural behavioral norms. The bourgeois conventions depicted in these works emerge from the literary ‘social laboratories’ constructed by Musil, Schnitzler, and Zweig. In the texts analyzed, the natural aspects of human existence represent the shadow side of being human and are judged as psychic dysfunctions. The dichotomy between the cultural and natural states of the characters is discussed across four comparative fields, each introduced by the cultural state: reason/compassion, affect/shame, sociability/solitude, and moral inequality/differences arising from external conditions. By applying Rousseau’s discourse on human nature, this thesis distinguishes itself from earlier interpretations shaped by Sigmund Freud’s psychoanalysis or the philosophy of Friedrich Nietzsche.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Naturzustand Kulturzustand Literatur der Wiener Moderne Psychologie Gesellschaft soziale Rollen
Autor*innen
Antonia Beck-Mannagetta
Haupttitel (Deutsch)
Die Dichotomie zwischen Kultur- und Naturzustand des Menschen in der Literatur der Wiener Moderne
Paralleltitel (Englisch)
The dichotomy between the cultural and natural state of the human being in the literature of Viennese Modernism
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
125 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Daniel Syrovy
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.90 Literatur in Beziehung zu anderen Bereichen von Wissenschaft und Kultur
AC Nummer
AC17768887
Utheses ID
78752
Studienkennzahl
UA | 066 | 870 | |
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