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Koloniale Erinnerungsdiskurse in Österreich
die Benin-Bronzen in der österreichischen Medienberichterstattung
Daniela Antonia Tscharf
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Internationale Entwicklung
Betreuer*in
Walter Sauer
DOI
10.25365/thesis.80107
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-13039.29305.195487-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Der Diskurs um Kulturgüter aus kolonialen Kontexten und deren Rückgabe an ihre Herkunftsländer hat in den 2020er-Jahren einen medialen Boom erlebt. Die Benin-Bronzen, die in der Kolonialzeit gewaltsam von den Briten erbeutet und weltweit an Museen verkauft wurden, sind europaweit zum Paradebeispiel „kolonialer Raubkunst“ geworden und prägen die Restitutionsdebatte. Die vorliegende Arbeit beleuchtet den Umgang mit Kulturgütern aus kolonialen Kontexten in Österreich, wobei die im Weltmuseum Wien beherbergten Benin-Bronzen als Ausgangspunkt herangezogen werden. Das Forschungsinteresse liegt dabei auf der Hypothese, dass die österreichische Erinnerungskultur einerseits von der Gewaltgeschichte des Nationalsozialismus und andererseits von einer Romantisierung der Habsburgerzeit geprägt ist. Der Auffassung der Allgemeinheit nach hatte Österreich daher kaum Einfluss in der europäischen Kolonialpolitik und koloniale Kontinuitäten werden in der Erinnerungskultur demnach weitgehend ausgeblendet. Im Zentrum der Arbeit steht die Frage, welchen Stellenwert koloniale Erinnerung im öffentlichen Diskurs einnimmt und wie Medien zur Wissensproduktion in Österreich beitragen. Auf Basis der Wissenssoziologischen Diskursanalyse (WDA) werden Online-Beiträge österreichischer Tageszeitungen im Zeitraum von 2017 bis 2024 anhand zentraler Deutungsmuster, Narrative und sozialer Akteur:innen ausgewertet. Die Ergebnisse der analysierten Artikel zeigen, dass der österreichische Erinnerungsdiskurs von ambivalenten Narrativen über koloniales Erbe und den Umgang mit Kulturgütern geprägt ist. Deutlich wird, dass die Restitutionsdebatte nicht nur eine Frage von Eigentum und Gerechtigkeit ist, sondern ein kultureller und politischer Aushandlungsprozess, der Machtverhältnisse offenlegt, internationale Entwicklungen sowie Beziehungen prägt und Zukunftsaussichten für eine neue Erinnerungskultur eröffnet.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Erinnerungskultur Gedächtnisforschung Postkoloniale Studien Koloniale Erinnerung Benin Bronzen Restitution Dekolonisierung Diskursforschung Kulturpolitik Ethnologische Museen Raubkunst Geschichtspolitik Österreichische Geschichte
Schlagwörter
(Englisch)
Postcolonial Studies Memory Studies
Autor*innen
Daniela Antonia Tscharf
Haupttitel (Deutsch)
Koloniale Erinnerungsdiskurse in Österreich
Hauptuntertitel (Deutsch)
die Benin-Bronzen in der österreichischen Medienberichterstattung
Paralleltitel (Englisch)
Collective memory and colonial discourses in Austria
Paralleluntertitel (Englisch)
the Benin Bronzes in Austrian media coverage
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
160 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Walter Sauer
AC Nummer
AC17754484
Utheses ID
78755
Studienkennzahl
UA | 066 | 589 | |
