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die mediale Konstruktion von Geschlecht in Österreich am Beispiel von Imane Khelif bei den Olympischen Spielen 2024
Elisabeth Pucher
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Soziologie
Betreuer*in
Anna Pospech Durnova
DOI
10.25365/thesis.80328
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-18970.29323.390870-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Ziel der vorliegenden Masterarbeit war es, die mediale Konstruktion von Geschlecht am Beispiel der Debatte um die Boxerin Imane Khelif bei den Olympischen Spielen 2024 zu analysieren. Auf Grundlage von 76 Zeitungsberichten österreichischer Printmedien aus dem Jahr 2024 wurde der Diskurs mittels der wissenssoziologischen Diskursanalyse nach Reiner Keller (2011) untersucht und entlang des poststrukturalistischen, queer-feministischen Theoriegerüsts Judith Butlers interpretiert. Die Analyse zeigt, dass die diskursiv erzeugte „Unklarheit“ bezüglich Khelifs Geschlecht die heterosexuelle Matrix und die darin eingebetteten patriarchalen Strukturen des Sports in eine Krise stürzt. Zur Bewältigung dieser Krise greift der Diskurs auf unterschiedlichste Strategien zur Wiederherstellung der Ordnung zurück: mittels der Rückbindung von Geschlecht auf eine natürliche, biologische Basis wird die binäre Geschlechtertrennung im Sport als diskursive Notwendigkeit für faire Wettkampfbedingungen konstruiert. Diese Argumentation legitimiert sich durch die Betonung von Khelifs angeblich biologisch begründeten Wettbewerbsvorteilen und dem dadurch erforderlichen Schutz ihrer Kontrahentinnen. Die diskursive Konstruktion Khelifs als illegitime und damit unintelligibele Athletin stabilisiert die bestehenden Strukturen des Sports sowie die Logik der heterosexuellen Matrix. Die Aufrechterhaltung dieser Logiken ist zugleich für die politische Dimension dieses Diskurses essenziell. Indem die Werte des Sports von politischen Akteur*innen als zu bewahrende Tradition gegen progressive Entwicklungen instrumentalisiert werden, entsteht ein scheinbar unauflöslicher Gegensatz von Tradition und Inklusion. Oberstes Ziel des vorliegenden Diskurses ist folglich die Aufrechterhaltung der kulturellen normativen Ordnung, was jedoch nur durch Ausgrenzung und Delegitimation unintelligibler Identitäten durchgesetzt werden kann.
Abstract
(Englisch)
The aim of this Master’s thesis was to analyse the media construction of gender through the debate surrounding Algerian boxer Imane Khelif at the Olympic Games 2024. Based on 76 newspaper articles from Austrian print media published in 2024, the discourse was examined using the “Sociology of Knowledge Approach to Discourse” (SKAD) developed by Reiner Keller (2011), which was then interpreted through the poststructuralist, queer-feminist lens of Judith Butler. The analysis reveals that the discursively constructed “ambiguity” regarding Khelif’s gender causes a crisis within the heterosexual matrix and its embedded heteronormative patriarchal structures in sports. To manage this crisis various discursive strategies are employed to restore normative order: by reducing gender to a natural, biological basis, the binary separation of gender in sports is constructed as a necessity for a fair competition. This narrative is legitimized by framing Kehlif as overpowered through her alleged biological advantages, thereby establishing a necessity to protect her opponents. The discursive construction of Khelif as an illegitimate and therefore unintelligible athlete stabilizes the existing structure of sport as well as the logic of the heterosexual matrix. The maintenance of these logics is also essential for the political dimension of this discourse. By instrumentalizing the values of sport as a tradition to be preserved against progressive developments, political actors create a seemingly irreconcilable opposition between tradition and inclusion. Therefore, the greatest aim of this discourse is the maintenance of the cultural normative order, which can only be achieved through the exclusion and delegitimization of unintelligible identities.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Geschlecht Diskursanalyse Imane Khelif Judith Butler mediale Konstruktion Sport
Autor*innen
Elisabeth Pucher
Haupttitel (Deutsch)
46 Sekunden
Hauptuntertitel (Deutsch)
die mediale Konstruktion von Geschlecht in Österreich am Beispiel von Imane Khelif bei den Olympischen Spielen 2024
Paralleltitel (Englisch)
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Paralleluntertitel (Englisch)
the construcion of gender in Austria through the media discourse on Imane Khelif at the 2024 Olympic Games
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
116 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Anna Pospech Durnova
Klassifikation
71 Soziologie > 71.49 Soziale Prozesse. Sonstiges
AC Nummer
AC17780668
Utheses ID
78824
Studienkennzahl
UA | 066 | 905 | |
