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Die Lehrjahre Leopold Bauers
ein junger Baukünstler zwischen Tradition und Moderne
Dorothea Foramitti
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Kunstgeschichte
Betreuer*in
Andreas Nierhaus
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.80357
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-19186.32501.164786-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Leopold Bauer (1872 Krnov–1938 Wien) zählt zu jenen Architekten der Wiener Moderne, die in der kunsthistorischen Forschung lange ein ambivalentes Bild erfahren haben. Als Schüler Carl von Hasenauers und Otto Wagners stand Leopold Bauer zunächst im Umfeld der Wagnerschule, die als Keimzelle der modernen Architektur in Mitteleuropa galt. Während er anfangs als Vertreter der progressiven Richtung auftrat, distanzierte er sich schon früh von der radikalen Ästhetik der Moderne, übte Kritik an Wagners funktionalistischen Grundsätzen und wandte sich einer historisierenden, konservativen Architektursprache zu. Als Otto Wagner im Jahr 1894 nach dem plötzlichen Tod Hasenauers dessen Lehrstuhl übernahm, setzte ein grundlegender Wandel im architektonischen Denken ein. Wagner bewirkte einen bedeutenden Bruch mit der akademischen Tradition, indem er den Architekturunterricht um die praktische Dimension der Baukunst erweiterte, einschließlich technologischer, ökonomischer und sozialer Aspekte. Die vorliegende Arbeit konzentriert sich auf jene architektonischen Schulentwürfe Leopold Bauers, die unter Carl von Hasenauer und Otto Wagner (1892/93 und 1894–1896) entstanden und für Bauers späteres architektonisches Schaffen richtungsweisend waren. Im Mittelpunkt steht die Frage, in welchem Maße sich in diesen frühen Entwürfen die stilistischen und konzeptionellen Einflüsse seiner Lehrer widerspiegeln, welche Merkmale auf eine eigenständige gestalterische Handschrift Bauers hinweisen, und inwiefern diese frühen Arbeiten einer Schuldoktrin treu blieben, die Mitte der 1890er Jahre eine Position zwischen Traditionalismus und Modernismus einnahmen. Das umfangreiche und teilweise bisher unveröffentlichte Material aus dem Nachlass Leopold Bauers in der Architektursammlung der Wiener Albertina (LBA) bildete die Grundlage für eine differenzierte Analyse Bauers früher Entwürfe und erwies sich als idealer Ausgangspunkt, um der Frage nachzugehen, ob Leopold Bauer als idealtypischer Repräsentant der von Wagner propagierten Moderne gelten kann, die von funktionalistischen und zukunftsweisenden Ideen geprägt war. Während Bauers Entwürfe unter der Leitung Carl von Hasenauers noch ganz in der Tradition der großen europäischen Architekturschulen standen, entwickelte er schon bald eine eigene gestalterische Handschrift. Unter Wagners Einfluss entfaltete Bauer eine persönliche architektonische Sprache, die die Architekturzeichnung von einer rein dokumentierenden Darstellung zu einem eigenständigen Werk künstlerischen Ausdrucks erhob. Zugleich wandelte sich das Selbstverständnis des Architekten zu dem eines Baukünstlers, der als Vermittler zwischen konstruktiver Rationalität und ästhetischer Idee auftrat.
Abstract
(Englisch)
Leopold Bauer (1872–1938) ranks among those architects of the Viennese Modernism whose critical reception in art historical research has long been marked by ambivalence. As a Student of Carl von Hasenauer and Otto Wagner, Bauer initially belonged to the Wagner School intellectual circle, regarded as the nucleus of modern architecture in Central Europe. Although he at first appeared as a representative of the progressive movement, he soon distanced himself from the radical aesthetics of Modernism, criticized Wagner’s functionalist principles, and turned toward a historicizing and conservative architectural language. In 1894, following Hasenauer’s sudden death, Wagner took over his professorship and fundamentally transformed architectural education by incorporating practical aspects of building design – including technological, economic, and social considerations. This study focuses on those architectural student designs created by Bauer under the guidance of Hasenauer and Wagner (1892/93 and 1894–1896) and proved formative for Bauer’s later work. The central question is to what extent the stylistic and conceptual influence of his teachers is reflected in these early designs, which features point to Bauer’s own distinctive design approach, and to what degree these early works adhered to a school doctrine that, in the mid-1890s, occupied an intermediary position between traditionalism and modernism. Extensive, partly unpublished material from Bauer’s archive in the Architecture Collection of the Albertina Museum in Vienna (LBA) provided the basis for a nuanced analysis of Bauer’s early designs. Moreover, this material proved an ideal starting point for investigating whether Bauer can be regarded as an archetypal representative of the Modernism promoted by Wagner – a movement defined by functionalist and visionary principles. While Bauer’s designs under the direction of Hasenauer still adhered closely to the traditions of Europe’s major architectural schools, he soon developed a distinctive design vocabulary of his own. Under Wagner’s influence, Bauer cultivated a personal architectural language that transformed architectural drawing from mere documentation into an autonomous work of artistic expression. At the same time, the architect’s self-conception evolved into that of a master builder (Baukünstler) who functioned as a mediator between constructive rationality and aesthetic vision.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Leopold Bauer Wiener Moderne Architektur Wagnerschule Leopold Bauer Archiv
Autor*innen
Dorothea Foramitti
Haupttitel (Deutsch)
Die Lehrjahre Leopold Bauers
Hauptuntertitel (Deutsch)
ein junger Baukünstler zwischen Tradition und Moderne
Paralleltitel (Englisch)
The apprenticeship years of Leopold Bauer
Paralleluntertitel (Englisch)
a young architect caught between tradition and modernity
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
134 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Andreas Nierhaus
Klassifikationen
20 Kunstwissenschaften > 20.30 Kunstgeschichte. Allgemeines ,
20 Kunstwissenschaften > 20.31 Bildende Künstler
AC Nummer
AC17781503
Utheses ID
78839
Studienkennzahl
UA | 066 | 835 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1