Detailansicht
"We are only asking for the basics."
poor and low-income residents' lived experiences and discontentment with urban infrastructures in the metropolitan region of Recife, Brazil
Marlene Walchshofer
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium CREOLE-Cultural Differences and Transnational Processes
Betreuer*in
Patricia Zuckerhut
DOI
10.25365/thesis.80156
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-25090.40305.560172-2
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Brasiliens pulsierendes Kulturleben und seine ungebrochene Lebensfreude prägen weiterhin die vielfältige und heterogene Gesellschaft, obwohl die Geschichte von Kolonialisierung, Diktatur und rasanter Urbanisierung nach wie vor anhaltende soziale Herausforderungen mit sich bringt. Diese Arbeit untersucht mithilfe eines offenen ethnografischen Ansatzes die unterschiedlichen Lebenserfahrungen, Hoffnungen und Auseinandersetzungen der Forschungspartner*innen in diesem dynamischen urbanen Raum. Insbesondere der Zugang zu grundlegender städtischer Infrastruktur ist für die arme Stadtbevölkerung weiterhin unzureichend. In der Metropolregion Recife, Pernambuco, wird die Infrastruktur aufgrund ihrer unzureichenden Funktionsweise als problematisch empfunden. Daher sind arme und einkommensschwache Bewohner*innen in den peripheren Stadtgebieten der Meinung, dass einige ihrer Grundbedürfnisse nicht angemessen erfüllt werden. Die Forschungspartner*innen äußerten Unzufriedenheit, Konflikt, Not, Ungerechtigkeit und strukturelle Ungleichheit, aber auch Zufriedenheit und Fortschritt durch ihre Berichte über urbane Infrastrukturanliegen, die ihr tägliches Leben betreffen – was eine Vielzahl an Perspektiven darstellt. Daher habe ich während einer zweimonatigen ethnografischen Feldforschung verschiedene Anliegen und Lebenserfahrungen von armen und einkommensschwachen Bewohner*innen in peripheren Gebieten der Metropolregion Recife untersucht. Diese Arbeit zeigt außerdem, wie diese alltäglichen Erfahrungen mit größeren urbanen Strukturen verbunden sind und von diesen bestimmt werden. Darüber hinaus sind die Bewohner*innen auch von strukturellen Systemen der Unterdrückung, räumlicher und sozialer Segregation, Ungleichheit und Rassismus betroffen. Afro-Brasilianer*innen sind von diesen Faktoren besonders betroffen. Da die Mehrheit der Forschungspartner*innen zu dieser Gruppe gehört, leiden sie am meisten unter den anhaltenden Folgen des Kolonialismus und der Sklaverei. Allgemein lässt sich sagen, dass diese Arbeit darauf abzielt, herauszufinden, was derzeit einige der größten Herausforderungen Brasiliens sind, wobei der Fokus auf einer bestimmten Personengruppe in einem bestimmten Zeitraum und an einem bestimmten Ort liegt. Das Leben in den Randgebieten städtischer Gebiete eines Landes des Globalen Südens konfrontiert die Menschen mit besonderen und oft schwierigen Lebensrealitäten, mit denen sie zurechtkommen müssen. Daher sind bestimmte Anliegen für sie von großer Bedeutung, da sie nicht vermieden werden können. Die in dieser Forschung identifizierten Anliegen sind systemisch und infrastrukturell. Sie können nicht auf individueller Ebene verändert werden, sondern erfordern ein breiteres Engagement von politischen und anderen einflussreichen Akteur*innen. Die folgenden Kernherausforderungen wurden identifiziert: der Wunsch nach angemessenem Wohnraum und die Herausforderungen des Lebens in prekären Häusern und informellen Siedlungen, die Unzufriedenheit mit der städtischen Infrastruktur und der Wunsch nach einer besseren Infrastruktur, einschließlich unzureichender Straßen und des Potenzials für Verbesserungen in der Abfallinfrastruktur, Wasserprobleme und der Wunsch nach grundlegender Sanitärversorgung sowie öffentliche (Un-)Sicherheit und Angst vor Gewalt. Wie diese Untersuchung zeigt, fordern die Menschen lediglich das, was sie als grundlegende Aspekte ihres Lebens betrachten, verurteilen bestehende soziale Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten und erwarten Maßnahmen der Regierung, um diese zu verringern und ihre Lebensrealitäten zu verbessern.
Abstract
(Englisch)
Brazil's vibrant cultural life and enduring spirit of joy persist as defining strengths of its diverse and heterogeneous society, even as its history of colonization, dictatorship, and rapid urbanization continues to generate enduring social challenges. Using an open ethnographic approach, this thesis explores research partners' varied lived experiences, aspirations, and struggles within this dynamic contemporary urban landscape. Access to basic urban infrastructures, in particular, continues to be inadequate for the urban poor. In the Metropolitan Region of Recife, Pernambuco, infrastructures are perceived as problematic due to their insufficient functioning. Therefore, poor and low-income residents in peripheral urban regions there do not consider that some of their basic needs are adequately met. Research partners voiced discontentment, conflict, distress, inequity, and structural inequality, but also satisfaction and progress through their accounts on urban infrastructural issues that concern their everyday lives – featuring a variety of perspectives. Therefore, during two months of ethnographic field research, I explored different issues and lived experiences among poor and low-income residents in peripheral areas within the Metropolitan Region of Recife. This thesis further shows how these daily lived experiences are connected to and determined by larger urban structures. Moreover, residents are also affected by structural systems of oppression, spatial and social segregation, inequality, and racism. Afro-Brazilians are especially affected by these factors. Since the majority of research partners are part of this group, they suffer most from the persisting consequences of colonialism and slavery. Generally speaking, it can be said that this thesis aims to find out what some of Brazil's main challenges currently are, yet by focusing on a specific set of people during a specific period of time and place. Living in a Global South country's fringe urban spaces confronts people with particular and often difficult life realities that they have to cope with. Therefore, certain issues are significant for them, since they cannot be avoided. The issues identified in this research are systemic and infrastructural. They cannot be changed on an individual level but require broader involvement from political and other powerful actors. The core issues that were identified are as follows: the desire for decent housing, and the challenges of living in precarious houses and irregular settlements; and the dissatisfaction with and desire for better urban infrastructure, which includes inadequate roads and the potential for improvement in waste infrastructure; water issues and the desire for basic sanitation; and public (in)security and fear of violence. As found in this research, people are merely asking for what they consider basic aspects to have in their lives, deploring existing social inequities and inequalities, and expecting government action in order to reduce these and improve their lived realities.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Brasilien Metropolregion Recife Peripherie Stadtanthropologie gelebte Erfahrungen arme und einkommensschwache Bewohner*innen urbane Infrastrukturen
Schlagwörter
(Englisch)
Brazil Metropolitan Region of Recife periphery urban anthropology lived experiences poor and low-income residents urban infrastructures
Autor*innen
Marlene Walchshofer
Haupttitel (Englisch)
"We are only asking for the basics."
Hauptuntertitel (Englisch)
poor and low-income residents' lived experiences and discontentment with urban infrastructures in the metropolitan region of Recife, Brazil
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
VI, 107 Seiten
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Patricia Zuckerhut
Klassifikation
73 Ethnologie > 73.06 Ethnographie
AC Nummer
AC17764247
Utheses ID
78910
Studienkennzahl
UA | 066 | 656 | |
