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Do plants have cognition?
Maximilian Robert Florka
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Joint-Degree Middle European interdisc. master prog. in Cognitive Science
Betreuer*in
Moritz Grosse-Wentrup
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.80272
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-25108.36663.814488-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
In den letzten Jahren ist das Interesse an der Vorstellung, dass Pflanzen über kognitive Fähigkeiten verfügen, stark gestiegen. Immer mehr Wissenschaftler und Philosophen vertreten die Ansicht, dass Pflanzen wahrnehmen, sich erinnern, lernen und sogar Entscheidungen treffen können – Behauptungen, die traditionelle Annahmen über die biologischen Grundlagen der Kognition in Frage stellen und kognitive Kategorien über das Tierreich hinaus erweitern. Diese Arbeit überprüft solche Behauptungen kritisch und argumentiert, dass Pflanzen zwar komplexe Formen der Umweltwahrnehmung, des Anpassungsverhaltens und der physiologischen Integration aufweisen, aber keine Kognition im eigentlichen Sinne besitzen. Es wird behauptet, dass Pflanzen über eine grundlegende Art von Handlungsfähigkeit verfügen, die allen lebenden Systemen gemeinsam ist, sowie über eine Form von Intelligenz, die in der metabolischen und entwicklungsbezogenen Plastizität verwurzelt ist. Ihnen fehlen jedoch die neurophysiologischen, repräsentativen und integrativen Strukturen, die der Kognition bei Tieren zugrunde liegen. Die These argumentiert weiter, dass Pflanzen nicht im eigentlichen Sinne des Wortes kommunizieren, sondern vielmehr durch chemische Signale eine ökologische Kopplung eingehen. Ihre elektrophysiologische Aktivität wird zwar oft mit neuronalen Signalen verglichen, erfüllt jedoch nicht die rechnerischen oder organisatorischen Funktionen eines Nervensystems. Ebenso stellt ihre Reaktionsfähigkeit auf Reize keine Sinneswahrnehmung dar, sondern eher eine subkognitive Form der Umweltempfindlichkeit. Abschließend wird die Frage der Empfindungsfähigkeit von Pflanzen untersucht und argumentiert, dass zwar der noch junge Stand der Bewusstseinsforschung einen endgültigen Ausschluss dieser Möglichkeit verhindert, es jedoch derzeit weder empirische Belege noch theoretische Gründe gibt, Pflanzen Empfindungsfähigkeit zuzuschreiben. Anstatt sich auf festgelegte Definitionen zu stützen, verfolgt die Arbeit einen informationstheoretischen und pluralistischen philosophischen Ansatz, bei dem Pflanzenphänomene mit Paradigmenfällen aus der Tierkognition verglichen werden, um die biologischen und funktionellen Bedingungen zu identifizieren, unter denen kognitive Fähigkeiten entstehen. Zwar wird anerkannt, dass zukünftige Forschungen noch unbekannte Mechanismen in der Pflanzenbiologie aufdecken könnten, doch deuten die derzeitigen Erkenntnisse auf eine tiefgreifende Diskontinuität zwischen den Fähigkeiten von Pflanzen und denen kognitiver Organismen hin. Die Schlussfolgerung lautet, dass die Zuschreibung von Kognition an Pflanzen die Gefahr birgt, wichtige biologische Unterschiede zu verschleiern und die konzeptionelle Integrität der Kognitionswissenschaft zu untergraben.
Abstract
(Englisch)
Recent years have seen a surge of interest in the idea that plants possess cognitive capacities. A growing number of scientists and philosophers argue that plants can perceive, remember, learn, and even make decisions – claims that challenge traditional assumptions about the biological basis of cognition and extend cognitive categories beyond the animal kingdom. This thesis critically examines such claims and argues that, while plants exhibit complex forms of environmental responsiveness, adaptive behavior, and physiological integration, they do not possess cognition in any robust sense. It is maintained that plants have a basic kind of agency shared by all living systems, and a form of intelligence rooted in metabolic and developmental plasticity. However, they lack the neurophysiological, representational, and integrative structures that underlie cognition in animals. The thesis further argues that plants do not communicate in the proper sense of the term, but rather engage in ecological coupling through chemical signaling. Meanwhile, their electrophysiological activity, while often analogized to neural signaling, does not fulfill the computational or organizational roles of a nervous system. Similarly, their responsiveness to stimuli does not constitute sense perception, but rather a sub-cognitive form of environmental sensitivity. Finally, the question of plant sentience is examined, and it is argued that although the nascent state of consciousness science prevents a definitive exclusion of the possibility, there is at present neither empirical warrant nor theoretical motivation for attributing sentience to plants. Rather than relying on stipulative definitions, the thesis adopts an information-theoretic and pluralistic philosophical approach, comparing plant phenomena with paradigm cases in animal cognition to identify the biological and functional conditions under which cognitive capacities arise. While it is acknowledged that future research may uncover as-yet-unknown mechanisms in plant biology, current evidence suggests a profound discontinuity between the capacities of plants and those of cognitive organisms. The conclusion is that attributing cognition to plants risks obscuring significant biological distinctions and undermines the conceptual integrity of cognitive science.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Kognitionswissenschaft Informationstheorie Kognitionsbiologie
Schlagwörter
(Englisch)
Cognitive Science Information Theory Cognitive Biology
Autor*innen
Maximilian Robert Florka
Haupttitel (Englisch)
Do plants have cognition?
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
111 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Moritz Grosse-Wentrup
Klassifikationen
08 Philosophie > 08.46 Naturphilosophie ,
30 Naturwissenschaften allgemein > 30.99 Naturwissenschaften allgemein. Sonstiges ,
42 Biologie > 42.59 Botanik. Sonstiges
AC Nummer
AC17774140
Utheses ID
78914
Studienkennzahl
UA | 066 | 013 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1