Detailansicht

Überschwemmung in Niederösterreich im September 2024
Auswirkungen auf die psychische Gesundheit der Betroffenen, protektive Faktoren und Unterstützungsmaßnahmen
Maria Rosa Steinhauser
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Psychologie
Betreuer*in
Brigitte Lueger-Schuster
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.80270
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-10752.55580.952717-9
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Mit der Zunahme klimabedingte Extremwetterereignisse in Europa rücken neben materiellen auch psychische und soziale Folgen in den Fokus. Ziel der qualitativen Studie war es, psychische Belastungen, protektive Faktoren und Unterstützungsmaßnahmen nach der Überschwemmung in Niederösterreich im September 2024 zu untersuchen. Darin wurden die psychischen Belastungssymptome, protektive Faktoren und Unterstützungsmaßnahmen untersucht. Dazu wurden zehn Interviews mit Betroffenen aus verschiedenen Gemeinden im Alter von 20 bis 61 Jahren durchgeführt. Die Auswertung erfolgte mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring unter Anwendung eines kombinierten deduktiv-induktiven Kategoriesystems. Die Ergebnisse zeigten, dass die Belastungen sich in drei Zeitpunkten unterscheiden lassen. Während des Ereignisses führten die Wassermassen zu Schock- und Hilflosigkeitsgefühlen. In der Akutphase nach der Überschwemmung äußerten sich Belastung durch Aufräumarbeiten und bürokratische Hürden in Form von Wut, Stress, und Erschöpfung. Langfristig wirkten die anhaltende Sichtbarkeit der Schäden, erhöhte Nervosität bei Regen sowie die Angst vor erneuten Überschwemmungen belastend. Als protektive Faktoren erwiesen sich der Zusammenhalt innerhalb von Familien und Gemeinden, sowie der gemeinsame Austausch über die erlebte Überschwemmung. Als entlastende Unterstützungsmaßnahmen wirkten die transparente Kommunikation und eine rasche finanzielle Hilfe. Bürokratische Hürden und eine mangelnde institutionelle Unterstützung trugen zu zusätzlichem Stress bei. Nur die Hälfte der Befragten hatte Kenntnis über bestehende psychosoziale Unterstützungsangebote. Die Ergebnisse deuten auf die Relevanz einer österreichweit koordinierter Krisenkommunikation, sowie einer verbesserten Verfügbarkeit niederschwelliger psychosozialer Hilfsangebote auf Gemeindeebene hin. Weiterführende Forschung sollte, sowohl das Ausmaß psychopathologischen Diagnosen für die österreichische Bevölkerung , als auch die Rolle institutioneller Akteure nach Überschwemmungsereignissen untersuchen, um dadurch hilfreiche Implikationen zum Schutz der psychischen Gesundheit der Bevölkerung gewährleisten zu können.
Abstract
(Englisch)
With the increasing frequency of the climate-related extreme weather events in Europe, psychological consequences are gaining more attention beyond material losses. The aim of this qualitative study explores psychological distress, protective factors, and institutional support in the aftermath of the flood in September 2024 in Lower Austria. Ten semi-structured interviews were conducted with affected individuals aged 20 to 61 years from various municipalities. Data were analyzed using Mayring’s qualitative content analysis applying a combined deductive- inductive categorization approach. Findings reveal a three-phase pattern of psychological burden. During the event, participants reported feelings of shock and helplessness, regarding the impact of the flood. In the immediate aftermath, clean-up work and bureaucratic procedures led to anger, frustration, and exhaustion. Long term stressors included the continued visibility of destruction, increased nervousness and sleeping disorders during rainfall, and fear of recurring flood events. Protective factors were identified as strong social cohesion with family and neighborhood as well as sharing experiences about the flood. On the institutional level, transparent communication and rapid financial assistance were perceived as alleviating, while bureaucratic barriers and limited institutional engagement increased stress. Notably, only half of the participants were aware of available psychosocial support services. These findings highlight the need for nationwide crisis communication in Austria and improved availability of psychosocial support at the community level. Future research should examine the prevalence of psychopathological outcomes within the Austrian Population and explore the role of municipalities response following flood events to implement preventions to target mental health protection strategies.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Überschwemmung Stressoren psychische Belastung protektive Faktoren institutionelle Unterstützung
Schlagwörter
(Englisch)
flood stressors psychological burden protective factors institutional support
Autor*innen
Maria Rosa Steinhauser
Haupttitel (Deutsch)
Überschwemmung in Niederösterreich im September 2024
Hauptuntertitel (Deutsch)
Auswirkungen auf die psychische Gesundheit der Betroffenen, protektive Faktoren und Unterstützungsmaßnahmen
Paralleltitel (Englisch)
Flooding in Lower Austria in September 2024
Paralleluntertitel (Englisch)
impacts on mental health, protective factors and support measures
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
101 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Brigitte Lueger-Schuster
Klassifikation
77 Psychologie > 77.70 Klinische Psychologie
AC Nummer
AC17774106
Utheses ID
79013
Studienkennzahl
UA | 066 | 840 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1