Detailansicht

Institutions under pressure
political Intervention and central bank independence in interwar Germany (1928-1937)
Stanislaus Ruhaltinger
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Wirtschaftswissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Applied Economics
Betreuer*in
Kirsten Wandschneider
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.80427
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-12624.70095.827365-5
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Arbeit untersucht, wie politischer Einfluss auf die Zentralbank die makroökonomische Entwicklung im Deutschland der Zwischenkriegszeit prägte. Im Mittelpunkt steht die Reichsbank im Zeitraum von 1928 bis 1937, der sowohl die späte Weimarer Republik als auch die frühe Herrschaft des Nationalsozialismus umfasst. Mithilfe eines neu entwickelten Interventionsindex, der zwischen diskursivem Druck, direkten Weisungen und institutionellen Reformen unterscheidet, werden die Auswirkungen auf Arbeitslosigkeit, Industrieproduktion, Inflation und Wechselkurs mit Local Projections geschätzt. Die Ergebnisse zeigen, dass politische Interventionen vor der Bankenkrise von 1931, als die Reichsbank noch an den Goldstandard gebunden war, kaum messbare Effekte hatten. Erst mit der Krise und dem Wegfall externer und institutioneller Beschränkungen konnten politische Akteure stärker auf die geldpolitische Entscheidungsfindung einwirken. Institutionelle Veränderungen nach 1933, insbesondere die Neuordnung der Reichsbankführung und die zunehmende staatliche Lenkung der Kreditvergabe, gingen mit einem spürbaren Rückgang der Arbeitslosigkeit einher, wobei mehrere Faktoren gleichzeitig wirkten und die Ergebnisse daher vorsichtig zu interpretieren sind. Die Industrieproduktion wurde durch die intensivierte Kreditlenkung und die stärkere wirtschaftspolitische Steuerung unterstützt. Der Wechselkurs unterlag zunehmend direkter Kontrolle, während die Inflation durch Preisvorgaben und finanzielle Repression niedrig gehalten wurde. Insgesamt sprechen die Ergebnisse dafür, dass Zentralbankunabhängigkeit weniger von rechtlichen Vorgaben als vom politischen Umfeld abhängt. Der historische Befund aus Deutschland liefert damit relevante Anhaltspunkte für aktuelle Debatten über politischen Einfluss auf die Federal Reserve, die türkische Zentralbank und die Europäische Zentralbank.
Abstract
(Englisch)
This thesis examines how political influence on central banking affected macroeconomic outcomes in interwar Germany. It focuses on the Reichsbank between 1928 and 1937, spanning the late Weimar Republic and the early Nazi regime. Using a newly constructed intervention index that distinguishes between discursive signals, directive interventions, and institutional reforms, the study applies local projection methods to estimate effects on unemployment, industrial production, inflation, and the exchange rate. The results indicate that before the 1931 banking crisis, when the Reichsbank remained bound by the gold standard, political interventions had little measurable impact. After the 1931 crisis, the erosion of external and institutional constraints that had previously protected the Reichsbank enabled political actors to intervene more directly in monetary governance. Institutional changes after 1933, particularly the restructuring of the Reichsbank's governance and the introduction of politically directed credit instruments, are associated with persistent decreases in unemployment, while multiple forces were at work and the estimates should be interpreted with caution. For industrial production, the results suggest that politically directed credit and the broader shift toward state-led economic planning supported the recovery. The exchange rate became increasingly managed, while inflation remained contained by price controls and financial repression. The findings suggest that central bank independence depends less on legal provisions than on broader political contexts. The German case therefore offers historically grounded insights for current debates on political pressure on the Federal Reserve, the Turkish central bank, and the European Central Bank.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Zentralbankunabhängigkeit Reichsbank Deutschland Zwischenkriegszeit Weimarer Republik Nationalsozialismus Geldpolitik Politische Intervention Goldstandard Arbeitslosigkeit Industrieproduktion
Schlagwörter
(Englisch)
Central bank independence Reichsbank Interwar Germany Monetary policy Political intervention Gold standard Unemployment Industrial production
Autor*innen
Stanislaus Ruhaltinger
Haupttitel (Englisch)
Institutions under pressure
Hauptuntertitel (Englisch)
political Intervention and central bank independence in interwar Germany (1928-1937)
Paralleltitel (Deutsch)
Institutionen unter Druck
Paralleluntertitel (Deutsch)
politische Einflussnahme und Zentralbankunabhängigkeit im Deutschland der Zwischenkriegszeit (1928-1937)
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
65 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Kirsten Wandschneider
Klassifikationen
83 Volkswirtschaft > 83.01 Geschichte der Volkswirtschaft ,
83 Volkswirtschaft > 83.44 Währung ,
83 Volkswirtschaft > 83.50 Geld. Inflation. Kapitalmarkt
AC Nummer
AC17785623
Utheses ID
79063
Studienkennzahl
UA | 066 | 913 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1