Detailansicht

Sprachideologien und sprachpolitische Positionen des Austromarxismus
eine zeitgeschichtlich kontextualisierte soziolinguistische Analyse ausgewählter Schriften und Reden von Otto Bauer
Verena Schmatz
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Lehramt Sek (AB) Unterrichtsfach Deutsch Unterrichtsfach Geschichte und Politische Bildung
Betreuer*in
Manfred Michael Glauninger
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.80239
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-12993.45402.791223-2
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Masterarbeit untersucht sprachideologische und sprachpolitische Positionen in ausgewählten Schriften Otto Bauers und analysiert insbesondere darin reflektierte Konzepte einer (nationalen) österreichischen Identität im Kontext des Austromarxismus. Ausgangspunkt ist die Überlegung, dass Bauers Verständnis für Nation(en), Klassenprobleme und politischen Machtverhältnissen zwar marxistisch, aber doch spezifisch ausgeprägt war und sich dies in seinen Schriften widerspiegelt. Theoretisch verortet sich die Arbeit in den kritisch-soziolinguistischen Paradigmen der Sprachideologie- und Sprachpolitikforschung sowie der Diskurslinguistik unter kontextualisierender Einbeziehung von Ergebnissen der einschlägigen zeitgeschichtlichen und politikwissenschaftlichen Forschung. Methodisch wird der Untersuchung ein qualitatives – und somit dezidiert nicht auf Repräsentativität abzielendes – Design zugrunde gelegt, bestehend aus a) einer hermeneutischen Auswertung von Fachliteratur und b) einer inhaltlich-strukturierten qualitativen Inhaltsanalyse (nach Kuckartz / Rädiker) von Texten und Reden Bauers aus den Jahren 1907–1934. Die Ergebnisse zeigen, wie eng Sprachreflexion, politische Theorie und nationale Identitätskonstruktionen in Bauers Texten miteinander verknüpft sind. Er begreift Österreich nicht als kontinuierlich gewachsenen, homogenen Nationalstaat, sondern als historisches Ergebnis von Konflikten, Machtverschiebungen und kulturellen Spannungen. Dabei nimmt die deutsche Sprache eine Schlüsselrolle ein, denn sie fungiert als Symbol staatlicher Ordnung und kultureller Identität, steht aber zugleich im Spannungsfeld zwischen Dominanz und Gleichberechtigung der Nationen. Bauers Positionen lassen sich als genuin austromarxistisch einordnen, da sie marxistische Grundannahmen mit den spezifischen gesellschaftlichen Bedingungen der Ersten Österreichischen Republik verbinden. Die Analyse verdeutlicht, dass Sprache für Bauer nicht nur Erkenntnisinstrument, sondern auch Mittel politischer Agitation und Gestaltung war, was ein zentrales Element seiner Vorstellung von sozialer Gleichheit, nationaler Selbstbestimmung und demokratischer Teilhabe darstellt.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Austromarxismus Sprachideologien Otto Bauer
Autor*innen
Verena Schmatz
Haupttitel (Deutsch)
Sprachideologien und sprachpolitische Positionen des Austromarxismus
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine zeitgeschichtlich kontextualisierte soziolinguistische Analyse ausgewählter Schriften und Reden von Otto Bauer
Paralleltitel (Englisch)
Language ideologies and language policy positions of Austromarxism
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
84 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Manfred Michael Glauninger
Klassifikation
71 Soziologie > 71.60 Soziale Fragen. soziale Konflikte. Allgemeines
AC Nummer
AC17772181
Utheses ID
79072
Studienkennzahl
UA | 199 | 506 | 511 | 02
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1