Detailansicht

Zwischen Segregation und Inklusion
eine kritische Analyse der Deutschfördermodelle für mehrsprachige Schüler:innen in Österreich
Cagla Dogan
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Zentrum für LehrerInnenbildung
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Lehramt Sek (AB) Unterrichtsfach Deutsch Unterrichtsfach Geographie und wirtschaftliche Bildung
Betreuer*in
Hannes Schweiger
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.81321
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-15792.54093.415017-9
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Masterarbeit untersucht Problemlagen aktueller Deutschfördermodelle in Österreich, insbesondere jene des Deutschförderkurses (DFK), und zeigt auf, dass segregierende Fördermaßnahmen weder nachhaltig zu Sprachbildung beitragen noch den pädagogischen Anspruch von Chancengerechtigkeit erfüllen. Vielmehr weisen die Ergebnisse darauf hin, dass die Deutschförderklasse Ausgrenzungsmechanismen verstärkt und Schüler:innen zusätzlich demotivieren kann. Theoretisch stützt sich die Arbeit auf migrationspädagogische Ansätze, Mecherils Konzept des Anderen, auf Othering-Prozesse, Formen des Linguizismus sowie auf Überlegungen zu institutioneller Diskriminierung. Der empirische Teil wurde mittels leitfadengestützter biographischer Interviews durchgeführt. Befragt wurden acht Schüler:innen sowie ergänzend zwei Lehrkräfte. Der Einbezug der Lehrkräfteperspektive ergab sich aus deren Beobachtungen zur Reflexionsfähigkeit Jugendlicher, die in Teilen von den Selbstaussagen der Schüler:innen abwichen. Dadurch konnten Wahrnehmungsambivalenzen sichtbar gemacht und differenzierter eingeordnet werden. Die Ergebnisse zeigen, dass viele Schüler:innen den Deutschförderkurs zu Beginn als unterstützend und positiv empfanden, im Rahmen der verpflichtenden Testungen jedoch erheblichen Leistungsdruck erlebten. Zudem wird deutlich, dass sie sich mit zunehmender sprachlicher Kompetenz zunehmend einen Wechsel in die Regelklasse wünschten. Insgesamt verdeutlicht die Arbeit, dass segregierende Deutschfördermaßnahmen nur begrenzt wirksam sind und vielmehr zur Reproduktion von Ungleichheiten beitragen. Eine nachhaltige Sprachbildung erfordert stattdessen inklusive Unterrichtsstrukturen, die Mehrsprachigkeit anerkennen und Schüler:innen nicht aus dem Klassenverband herauslösen.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Deutschförderklasse Österreich MIKA-D Mehrsprachigkeit Alternative Sprachfördermodelle Rassismus Diskriminierung institutionelle Diskriminierung Neo-Linguizismus Othering Seiteneinsteiger:innen retrospektive Erhebung erziehungswissenschaftliche Biographieforschung DaZ (Deutsch als Zweitsprache) Chancengleichheit im Bildungssystem
Autor*innen
Cagla Dogan
Haupttitel (Deutsch)
Zwischen Segregation und Inklusion
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine kritische Analyse der Deutschfördermodelle für mehrsprachige Schüler:innen in Österreich
Paralleltitel (Englisch)
Between segregation and inclusion
Paralleluntertitel (Englisch)
a critical analysis of German language support models for multilingual students in Austria
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
244 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Hannes Schweiger
Klassifikationen
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.43 Zweitsprachenerwerb ,
81 Bildungswesen > 81.94 Bildungssysteme, Bildungsinstitutionen. Sonstiges
AC Nummer
AC17908413
Utheses ID
79115
Studienkennzahl
UA | 199 | 506 | 510 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1