Detailansicht
Ursachen und Wirkungen von Lampenfieber bei Orchestermusiker*innen
Salome Jani
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Psychologie
Betreuer*in
Thomas Götz
DOI
10.25365/thesis.80810
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-17513.33115.521782-3
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Lampenfieber ist ein häufig vorkommendes Phänomen, welches mit weitreichenden negativen Konsequenzen einhergehen kann. Diese Problematik ist besonders unter Musiker*innen weit verbreitet und äußert sich als eine Angst, welche auf die spezifische Situation des Auftretens bezogen ist. In dieser Arbeit wurde untersucht, ob Lampenfieber bei Orchestermusiker*innen mit Hilfe der Kontroll-Wert Theorie nach Pekrun (2006) erklärt werden kann. Dabei wurde getestet, ob subjektive Kontrolle und Wert signifikante Prädiktoren von Lampenfieber sind. Abgeleitet von der Theorie wurde davon ausgegangen, dass geringere Kontrolle und höherer Wert zu höherem Lampenfieber führen. Die Kontrollkomponente wurde dabei mittels der Konstrukte Selbstkonzept und Selbstwirksamkeit operationalisiert. Der Wert wurde anhand von drei Subskalen erhoben: Intrinsische Valenz, Bedeutung der Leistung und Persönliche Bedeutung. Die Erhebung erfolgte über einen online Fragebogen und die Stichprobe bestand aus insgesamt 214 Orchestermusiker*innen (M = 36.3 Jahre, SD = 14.9 Jahre, 54.67% weiblich, 44.86% männlich, 0.47% divers), darunter 104 Berufs- und 110 Hobbymusiker*innen. Es konnte ein signifikant negativer Zusammenhang zwischen Kontrolle und Lampenfieber gefunden werden, insbesondere mit der Subskala Selbstkonzept. Die Ergebnisse bezüglich der Wertkomponente sind sehr heterogen und unterscheiden sich je nach Subskala. Während Intrinsische Valenz einen negativen Zusammenhang mit Lampenfieber aufweist, zeigt die Bedeutung der Leistung eine positive Korrelation. In der explorativen Analyse erfolgte eine Validierung des Fragebogens zur Angst bei Aufführungen von Götz (2022) anhand eines Ausschnittes des Music-Performance Anxiety Inventory’s nach Kenny (2017). Es konnte eine gute Validität mittels einer Korrelation von .793 zwischen den beiden Skalen festgestellt werden. Weiters geben Berufsmusiker*innen im Vergleich zu Laienmusiker*innen an, höhere Kontrolle, Wert und Motivation zu empfinden. Hinsichtlich der Lampenfieberwerte unterscheiden sich die beiden Musikergruppen nicht. Abschließend lässt sich sagen, dass die Kontroll-Wert Theorie eine interessante Grundlage für das Verständnis von Lampenfieber bei Orchestermusiker*innen bietet. Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl Kontrolle als auch Wert in einem Zusammenhang mit Lampenfieber stehen. Diese Arbeit soll zur Enttabuisierung von Lampenfieber beitragen und zukünftige Forschung zur Entwicklung von Präventionsprogrammen anregen, um die Angst langfristig zu minimieren.
Abstract
(Englisch)
Stage fright is a commonly present phenomenon, which goes along with far-reaching negative consequences. This problem is especially widespread among musicians and manifests itself as a fear related to the specific situation of performing. This thesis investigated whether stage fright among orchestra musicians can be explained in the framework of the control-value theory by Pekrun (2006). It was examined whether subjective control and value are significant predictors of stage fright. Derived from the theory, it was assumed that lower control and higher value lead to higher stage fright. The control component was operationalized using the constructs of self-concept and self-efficacy. The value was assessed by three subscales: intrinsic value, importance of achievement and personal importance. The survey was conducted by an online questionnaire and the total sample consisted of 214 orchestra musicians (M = 36.3 years, SD = 14.9 years, 54.67% female, 44.86% male, 0.47% diverse), including 104 professional musicians and 110 amateur musicians. A significant negative cor-relation was found between control and stage fright, especially with the subscale of self-concept. The results regarding value are very heterogenous and differ depending on the sub-scale. While intrinsic value shows a negative correlation with stage fright, importance of achievement is positively connected. In the exploratory analysis, the questionnaire on performance anxiety by Götz (2022) was validated using an excerpt of the Music-Performance Anxiety Inventory by Kenny (2017). A correlation of .793 between the two scales was established, indicating a good validity. Furthermore, professional musicians report higher control, value and motivation than amateur musicians. With regard to stage fright, there is no difference between the two groups of musicians. In conclusion, the control-value theory provides an interesting basis for the under-standing of stage fright among orchestra musicians. The results show that control and value are both related to stage fright. This thesis aims to contribute to the destigmatization of stage fright and to encourage future research to develop prevention programs to minimize anxiety in the long term.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Lampenfieber Kontroll-Wert Theorie Orchestermusiker*innen
Schlagwörter
(Englisch)
stage fright control-value theory orchestra musicians
Autor*innen
Salome Jani
Haupttitel (Deutsch)
Ursachen und Wirkungen von Lampenfieber bei Orchestermusiker*innen
Paralleltitel (Englisch)
Causes and effects of stage fright in orchestra musicians
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
59, 23 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Thomas Götz
Klassifikation
77 Psychologie > 77.46 Emotion
AC Nummer
AC17827257
Utheses ID
79144
Studienkennzahl
UA | 066 | 840 | |
