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Vom modernen Diskurs über die Sexualität zur frühchristlichen Erfahrung des Fleisches
Michel Foucault liest die Kirchenväter
Martina Tiwald
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Katholisch-Theologische Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Katholische Fachtheologie
Betreuer*in
Thomas Prügl
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.80708
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-27699.62563.904441-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Lektüre der Texte der Kirchenväter durch Michel Foucault aus einer historisch-theologischen Perspektive zu analysieren. Im Zentrum steht der vierte Band der Reihe Sexualität und Wahrheit, der 2019 (frz. 2018) unter dem Titel „Die Geständnisse des Fleisches“ posthum publiziert wurde. Im ersten Teil der Arbeit kann anhand der Werk- und Publikationsgeschichte des Bandes gezeigt werden, dass sich in den als Etappen der Kirchenväter-Lektüre dargestellten Aufsätzen, Vorlesungen und Vorträgen deutliche Unterschiede in Umfang, Qualität und hinsichtlich der thematischen Anknüpfungspunkte feststellen lassen. Diese reichen von der Regierung der Menschen und dem christlichen Pastorat über die Techniken der Hermeneutik des Selbst, die Genealogie des Begehrensmenschen bis hin zu Formen der parrhesia. Anhand der Etappen werden auch die Verschiebungen in Foucaults Spätwerk und in seiner Geschichte der Sexualität deutlich. Entgegen dem ursprünglichen Plan, den modernen Sexualitätsdiskurs ausgehend von der Intensivierung der Beichtpraxis im Ausgang des Konzils von Trient zu verfolgen, entschließt sich Foucault, zur christlichen Spätantike und den Texten der Kirchenväter sowie in einem weiteren Schritt bis in die Welt der klassisch-griechischen und römisch-hellenistischen Antike zurückzugehen. Im Ergebnis kommt es zu einer Umstellung in der Reihenfolge der Bände und zu beträchtlichen „Modifikationen“ des Untersuchungsgegenstands. Im zweiten Teil der Arbeit wird nach dem methodisch-konzeptuellen Rahmen der Kirchenväter-Lektüre gefragt. Dabei werden nicht nur die Kriterien für die Textauswahl, sondern auch die Bedeutung der Konzepte der „Problematisierung“ und der „Erfahrung“ ersichtlich. Die inhaltliche Bewertung des Gesamtunterfangens ist herausfordernd, weil Foucaults nunmehriges Anliegen, die Konstitution der modernen Erfahrung der Sexualität über die christliche Erfahrung des Fleisches zu begründen, in argumentativer Hinsicht einige Fragen offen lässt. Dennoch erweist sich Foucault als gewissenhafter und kundiger Leser frühchristlicher Literatur, was durch die textnahe Bearbeitung der „Geständnisse des Fleisches“ gezeigt werden kann.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Foucault Kirchenväter Geschichte der Sexualität Erfahrung des Fleisches Geständnisakte Subjekt des Begehrens Selbsttechniken
Autor*innen
Martina Tiwald
Haupttitel (Deutsch)
Vom modernen Diskurs über die Sexualität zur frühchristlichen Erfahrung des Fleisches
Hauptuntertitel (Deutsch)
Michel Foucault liest die Kirchenväter
Paralleltitel (Englisch)
Michel Foucault's readings of the church fathers in "Confessions of the flesh"
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
120 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Thomas Prügl
Klassifikationen
08 Philosophie > 08.38 Ethik ,
11 Theologie > 11.50 Kirchengeschichte. Dogmengeschichte ,
15 Geschichte > 15.07 Kulturgeschichte
AC Nummer
AC17819786
Utheses ID
79222
Studienkennzahl
UA | 011 | | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1