Detailansicht
Strategien und Methoden von Lehrer:innen im Kontext der Wiener Sommerdeutschkurse
explizite und implizite Unterrichtsgestaltung in Hinblick auf eine mögliche MIKA-D-Testung
Dominik Baumgartner
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Deutsch als Fremd- und Zweitsprache
Betreuer*in
Marlene Aufgebauer
DOI
10.25365/thesis.80236
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-12329.63504.774985-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Masterarbeit untersucht die pädagogische Praxis von Lehrkräften in den Wiener Sommerdeutschkursen (SDK) vor dem Hintergrund des standardisierten Sprachdiagnoseinstruments MIKA-D. Die Kurse bieten Schülerinnen und Schülern mit außerordentlichem Status in Wien eine zusätzliche Prüfungsmöglichkeit, um über eine erneute Testung in den Regelunterricht zu wechseln. Daraus ergibt sich für die Lehrer:innen ein Spannungsfeld zwischen dem pädagogischen Anspruch einer kindgerechten, motivierenden Ferienförderung und den Anforderungen eines High-Stakes-Tests, dessen Validität in der Fachwissenschaft stark kritisiert wird. Ziel der Arbeit ist es, die Strategien, Methoden und Einstellungen der Lehrkräfte in diesem Kontext zu explorieren. Mittels eines qualitativen Forschungsdesigns wurden sechs leitfadengestützte Interviews mit SDK-Lehrkräften geführt und mit-hilfe der qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass die Lehrkräfte eine explizite Testvorbereitung (Teaching to the Test) aus pädagogischer Überzeugung einstimmig ablehnen. Stattdessen priorisieren sie die Förderung kommunikativer Kompetenz und die Stärkung der Lernmotivation, um den „Feriencharakter“ der Kurse zu wahren. Diese Haltung korrespondiert mit einer fundamentalen Kritik an der Validität von MIKA-D, das als reduktionistisches Instrument wahrgenommen wird. Dennoch lässt sich ein subtiler, impliziter Einfluss des Tests auf die Unterrichtspraxis nach-weisen, etwa durch eine reaktive Fokussierung auf testrelevante Grammatikphänomene wie die Verbstellung. Als primäre Herausforderung im Unterrichtsalltag wird nicht die Mehrsprachigkeit, sondern die enorme Heterogenität der Lerngruppen hinsichtlich Leistungsniveau, Alter und Alphabetisierungsgrad identifiziert. Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass das Handeln der Lehrkräfte stärker durch ihr professionelles Ethos und subjektive Theorien geleitet wird als durch den externen Druck des Fördersystems.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Wiener Sommerdeutschkurse MIKA-D Sprachförderung Teaching to the Test DaZ-Unterricht Lehrer:innenprofessionalität
Autor*innen
Dominik Baumgartner
Haupttitel (Deutsch)
Strategien und Methoden von Lehrer:innen im Kontext der Wiener Sommerdeutschkurse
Hauptuntertitel (Deutsch)
explizite und implizite Unterrichtsgestaltung in Hinblick auf eine mögliche MIKA-D-Testung
Paralleltitel (Englisch)
Strategies and methods used by teachers in the context of the "Wiener Sommerdeutschkurse"
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
150 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Marlene Aufgebauer
AC Nummer
AC17771990
Utheses ID
79259
Studienkennzahl
UA | 066 | 814 | |
