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Linguistisches Denken in den slowenischen und kroatischen Ländern im 16. und 17. Jahrhundert
ein Vergleich am Beispiel der Grammatiken von Adam Bohorič und Bartol Kašić
Ruzica Tomicic-Stjepic
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Slawistik Bosnisch/Kroatisch/Serbisch
Betreuer*in
Roman Krivko
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.80543
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-14238.55065.308131-5
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Entstehung und die frühen Bemühungen zur Standardisierung der slowenischen und kroatischen Schriftsprache im 16. und 17. Jahrhundert aus kulturhistorischer Perspektive. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Reformation und Gegenreformation die sprachliche Normierung beeinflussten und welche Rolle Grammatiken und Wörterbücher dabei spielten. Analysiert werden insbesondere die Grammatiken Arcticae horulae succisivae (1584) von Adam Bohorič und Institutiones linguae Illyricae (1604) von Bartol Kašić, die als zentrale Werke der frühen Grammatikgeschichte im slowenischen bzw. kroatischen Raum gelten. Die Arbeit geht davon aus, dass sprachliche Normierungsbestrebungen nicht nur linguistische Ziele verfolgten, sondern eng mit religiösen, politischen und kulturellen Strategien verbunden waren. In den slowenischen Ländern führte die Reformation zu einer frühen Anerkennung der Volkssprache, während die kroatischen Länder stärker von der katholischen Gegenreformation geprägt waren. Diese unterschiedlichen konfessionellen Rahmenbedingungen beeinflussten sowohl die Ziele als auch die Ausgestaltung der Grammatiken. Methodisch basiert die Untersuchung auf Ansätzen der Grammatikgeschichte. Untersucht werden die Mikro- und Makrostruktur der Werke, die Auswahl des Sprachmaterials, orthographische und morphologische Lösungen sowie die Zielgruppe und verwendeten Quellen. Ergänzend werden ausgewählte lexikographische Werke des 16. und 17. Jahrhunderts berücksichtigt, um ein umfassenderes Bild der Standardisierungsbemühungen zu erhalten. Die Analyse zeigt, dass Bohorič und Kašić trotz unterschiedlicher konfessioneller Hintergründe vergleichbare Strategien verfolgten, vor allem die Orientierung am lateinischen Grammatikmodell und das Bestreben, eine funktionale Sprache für religiöse und bildungsbezogene Zwecke zu schaffen. Gleichzeitig gibt es deutliche Unterschiede in Orthographie, Dialektauswahl und sprachpolitischer Zielsetzung. Insgesamt verdeutlicht die Arbeit, dass die frühen Grammatiken und Wörterbücher im slowenischen und kroatischen Raum nicht nur linguistische Dokumente waren, sondern zentrale Instrumente konfessioneller und kulturpolitischer Strategien und einen wichtigen Beitrag zur vorstandardisierenden Phase der südslawischen Schriftsprachen leisteten.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Vergleichende Sprachwissenschaft
Autor*innen
Ruzica Tomicic-Stjepic
Haupttitel (Deutsch)
Linguistisches Denken in den slowenischen und kroatischen Ländern im 16. und 17. Jahrhundert
Hauptuntertitel (Deutsch)
ein Vergleich am Beispiel der Grammatiken von Adam Bohorič und Bartol Kašić
Paralleltitel (Englisch)
Linguistic thought in the Slovenian and Croatian lands in the 16th and 17th centuries
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
V, 144 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Roman Krivko
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.14 Vergleichende Sprachwissenschaft
AC Nummer
AC17793223
Utheses ID
79298
Studienkennzahl
UA | 066 | 250 | 364 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1