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Gewalt als Struktur?
Erfahrungen von Gebärenden in der klinischen Geburtshilfe
Zoë Marlies Sophie Nasterlack
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Internationale Entwicklung
Betreuer*in
Brigitte Fuchs
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.80301
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-15872.66761.236249-7
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Masterarbeit untersucht Gewalt in der klinischen Geburtshilfe und analysiert, inwiefern von Gebärenden berichteten Erfahrungen als Ausdruck struktureller Gewalt verstanden werden können. Trotz medizinischer Fortschritte und gesunkener Mortalitätsraten berichten viele Gebärende von entwürdigenden, übergriffigen oder fremdbestimmten Situationen während der Geburt. Die Arbeit analysiert, ob institutionelle und kulturelle Rahmenbedingungen des Gesundheitssystems Auslöser dafür sein könnten. Theoretisch basiert die Analyse auf dem Gewaltkonzept nach Johan Galtung, insbesondere auf struktureller und kultureller Gewalt, ergänzt durch feministische und sozialwissenschaftliche Perspektiven auf Geburt. Empirisch stützt sich die Arbeit auf eine quantitative Online-Befragung von 176 Gebärenden in Deutschland und Österreich sowie auf qualitative Expertinneninterviews mit einer Hebamme und einer Gynäkologin. Die Ergebnisse zeigen, dass Faktoren wie Personalmangel, Zeitdruck, standardisierte Abläufe, mangelhafte Kommunikation und eingeschränkte Entscheidungsfreiheit Gewalterfahrungen begünstigen. Gewalt in der Geburtshilfe erscheint damit weniger als individuelles Fehlverhalten, sondern als Folge struktureller Bedingungen, die bestimmte Praktiken normalisieren und legitimieren.
Abstract
(Englisch)
This master’s thesis examines violence in clinical obstetric care and analyzes to what extent childbirth experiences reported by birthing persons can be understood as expressions of structural violence. Despite significant medical advances and declining maternal and neonatal mortality rates, many birthing persons report experiences of disrespect, coercion, or loss of autonomy during childbirth. Rather than locating these experiences primarily at the individual level, the study situates them within the institutional and cultural frameworks of contemporary healthcare systems. The theoretical framework is based on Johan Galtung’s concept of violence, with a particular focus on structural and cultural violence, complemented by feminist and social science perspectives on childbirth. Empirically, the study draws on a quantitative online survey of 176 birthing persons in Germany and Austria, as well as qualitative expert interviews with a midwife and a gynecologist. The findings indicate that factors such as staff shortages, time pressure, standardized procedures, insufficient communication, and limited participation in decision-making contribute to experiences perceived as violent. Consequently, violence in obstetric care appears less as individual misconduct and more as the outcome of structurally embedded conditions that normalize and legitimize such practices.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Geburtshilfe Strukturelle Gewalt Gewalt unter der Geburt Gesundheitssystem
Schlagwörter
(Englisch)
obstetric care structural violence obstetric violence healthcare system
Autor*innen
Zoë Marlies Sophie Nasterlack
Haupttitel (Deutsch)
Gewalt als Struktur?
Hauptuntertitel (Deutsch)
Erfahrungen von Gebärenden in der klinischen Geburtshilfe
Paralleltitel (Englisch)
Violence as a structure?
Paralleluntertitel (Englisch)
experiences of women giving birth in clinical obstetrics
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
80 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Brigitte Fuchs
Klassifikationen
44 Medizin > 44.06 Medizinsoziologie ,
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.04 Ausbildung, Beruf, Organisationen
AC Nummer
AC17779650
Utheses ID
79313
Studienkennzahl
UA | 066 | 589 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1