Detailansicht
Zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit
die Audiodeskription von nicht binären Geschlechtsidentitäten am Beispiel der Netflix-Serie Sex Education
Jessica Tajs
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Zentrum für Translationswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Translation Deutsch Englisch
Betreuer*in
Klaus Kaindl
DOI
10.25365/thesis.80337
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-20228.93118.809058-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die Audiodeskription ist eine Form der Audiovisuellen Translation, bei der visuelle Botschaften in Sprache übersetzt werden. Mit dem wachsenden gesellschaftlichen Inklusionsbewusstsein und der rechtlichen Verankerung von Barrierefreiheit hat die akustische Bildbeschreibung in den letzten Jahren zunehmend an Relevanz gewonnen. Allerdings zeigen sich große Mängel in ihrer Umsetzung, wie die Untersuchungen von Iturregui-Gallardo (2023; 2025), Haider et al. (2024) sowie Oppegaard und Miguel (2024) zeigen: Während die Audiodeskription Personen mit Sehbarrieren einen Zugang zu visuellen Informationen ermöglicht, trägt sie paradoxerweise häufig dazu bei, andere Gruppen, wie etwa nicht binäre Personen, zu marginalisieren. Jener Problemstellung widmet sich die vorliegende Masterarbeit. Im Zentrum der Arbeit steht die Frage, wie in der Audiodeskription mit nicht binären Figuren umgegangen wird. Als Untersuchungskorpus dient die deutsche Audiodeskription der dritten Staffel der Netflix-Serie Sex Education, die mit Cal Bowman und Layla zwei nicht binäre Figuren enthält. Anhand einer Übersetzungskritik wird analysiert, wie ihre nicht binären Geschlechtsidentitäten in der deutschen Audiodeskription wiedergegeben werden. Die Übersetzungskritik stützt sich auf Démonts (2017) dreigeteiltes Modell zur Übersetzung queerer literarischer Werke, das in der Arbeit um die Übersetzungsmethoden des Delaying und Obscuring erweitert wird. Insgesamt veranschaulicht die Analyse, dass in der deutschen Audiodeskription von Sex Education sechs Strategien zur Wiedergabe der Nicht-Binaritäten auftreten – Paraphrasen, Eigennamen, Mischformen sowie Personal-, Possessiv- und Relativpronomen. Während einige dieser Strategien die queere Identität der nicht binären Figuren respektieren, macht die Mehrheit ihre Nicht-Binarität unsichtbar. Somit unterstreichen die Analyseergebnisse die Notwendigkeit einer stärkeren Sensibilisierung von Audiodeskriptor*innen für Queerness. Abschließend formuliert die Arbeit Empfehlungen dafür, wie Beschreiber*innen in Zukunft mit nicht binären Figuren im Deutschen umgehen können, um queersensible Audiodeskriptionen zu gewährleisten.
Abstract
(Englisch)
Audio description is a form of Audiovisual Translation that provides verbal descriptions of visual information. With growing public awareness of inclusion and the legal establishment of accessibility, audio description has gained increasing importance in recent years. However, its practical implementation remains fraught with challenges, as demonstrated by the studies of Iturregui-Gallardo (2023; 2025), Haider et al. (2024), and Oppegaard and Miguel (2024): while audio description provides crucial access to visual content for people with visual impairments, it paradoxically often contributes to the marginalization of other groups, such as non-binary individuals. The present master’s thesis aims to address this problem by examining how non-binary characters are represented in audio description. The thesis focuses on the German audio description of Season 3 of the Netflix series Sex Education, which features two non-binary characters, Cal Bowman and Layla. Drawing on a translation critique, the thesis investigates how their non-binary gender identities are rendered in the German audio description. The analysis is based on Démont’s (2017) tripartite model for translating queer literary texts, which is expanded by means of the translation methods of Delaying and Obscuring. Overall, the translation critique shows that six strategies are used in the German audio description of Sex Education to represent non-binarity – paraphrases, proper names, hybrid forms, as well as personal, possessive, and relative pronouns. While some of these strategies respect the queer identities of the non-binary characters, most of them obscure or erase their non-binariness. The findings thus highlight the need for increased awareness of queerness among audio describers. The thesis concludes by offering recommendations on how to approach non-binary characters in German in the future to ensure queer-sensitive audio descriptions.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Audiodeskription Audiovisuelle Translation Barrierefreiheit Geschlecht Geschlechtsidentität LGBTQIA+ Nicht binär Queere Translation Übersetzungskritik Sex Education
Schlagwörter
(Englisch)
Audio Description Audiovisual Translation Accessibility Gender Gender Identity LGBTQIA+ Non-Binary Queer Translation Translation Critique Sex Education
Haupttitel (Deutsch)
Zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit
Hauptuntertitel (Deutsch)
die Audiodeskription von nicht binären Geschlechtsidentitäten am Beispiel der Netflix-Serie Sex Education
Paralleltitel (Englisch)
Between visibility and invisibility
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
175 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Klaus Kaindl
Klassifikationen
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.45 Übersetzungswissenschaft ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.95 Literarische Übersetzung
AC Nummer
AC17780937
Utheses ID
79380
Studienkennzahl
UA | 070 | 331 | 342 |
