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Legal challenges in the enforcement of European Union sanctions
Olha Dehtiarova
Art der Arbeit
Master-Thesis (ULG)
Universität
Universität Wien
Fakultät
Postgraduate Center
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Universitätslehrgang Europäisches und Internationales Wirtschaftsrecht (LL.M.) [Berufsbegleitend]
Betreuer*in
Maria Elisabeth Sturm
DOI
10.25365/thesis.80375
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-20237.61763.410792-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Vor dem Hintergrund zunehmender geopolitischer Instabilität sind Sanktionen zu einem zentralen Instrument der zeitgenössischen Außenpolitik geworden. In den vergangenen Jahren hat die Europäische Union ihren Einsatz von Sanktionen erheblich ausgeweitet, sodass diese mittlerweile einen zentralen Bestandteil ihres außenpolitischen Handelns darstellen. Besondere Bedeutung kommt der Untersuchung der autonomen Sanktionen der EU zu, die unabhängig von Sanktionsregimen des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen erlassen werden. Die zunehmende Nutzung solcher Maßnahmen spiegelt das Bestreben der EU wider, ihre strategische Autonomie zu stärken und als eigenständiger Akteur in den internationalen Beziehungen aufzutreten. Die Aktualität dieses Themas wird zudem durch die Komplexität des Verfahrens zur Verabschiedung autonomer Sanktionen verstärkt. Dieses bewegt sich an der Schnittstelle zwischen intergouvernementaler Entscheidungsfindung im Rahmen der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik und dem supranationalen Unionsrecht sowie durch die besondere rechtliche Natur der im Rahmen dieses Verfahrens erlassenen Rechtsakte. Daraus ergeben sich erhebliche Fragestellungen hinsichtlich der Verteilung institutioneller Zuständigkeiten, der Wirksamkeit der Durchsetzungsmechanismen, des Umfangs und der Grenzen der gerichtlichen Kontrolle sowie der Vereinbarkeit mit den grundlegenden Prinzipien des EU-Rechts. Die Masterarbeit bietet einen kompakten Überblick über die Entwicklung der Außenpolitik der EU und ihre Stellung innerhalb der Unionsrechtsordnung. Zudem werden die allgemeinen rechtlichen Rahmenbedingungen dieses Politikbereichs dargestellt. Die Arbeit analysiert den aktuellen Stand des EU-Rechtsrahmens für den Erlass und die Umsetzung autonomer restriktiver Maßnahmen, einschließlich der auf Artikel 29 EUV gestützten GASP-Beschlüsse des Rates sowie der Anwendung wirtschaftlicher und finanzieller restriktiver Maßnahmen nach Artikel 215 AEUV. Anschließend widmet sich die Masterarbeit den verfahrensrechtlichen Aspekten und hebt deren inhärente Komplexität hervor. Die Studie analysiert den zweistufigen Entscheidungsprozess (intergouvernemental und supranational), der der Verabschiedung restriktiver Maßnahmen zugrunde liegt, und bietet einen systematischen Überblick über die der EU zur Verfügung stehenden Arten restriktiver Maßnahmen sowie deren mögliche Klassifizierungen. Darüber hinaus erläutert die Masterarbeit die unterschiedlichen – und in gewisser Hinsicht einzigartigen – Rollen der verschiedenen Akteure, die an der Durchsetzung restriktiver Maßnahmen beteiligt sind. Besondere Aufmerksamkeit wird der Zuständigkeit und Kompetenz des Gerichtshofs der Europäischen Union gewidmet, der den Umfang seiner Zuständigkeit maßgeblich durch seine Rechtsprechung geprägt hat. Ferner untersucht die Masterarbeit den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit als eines der grundlegenden Prinzipien des EU-Rechts. Anhand einer Analyse der Rechtsprechung zu restriktiven Maßnahmen wird der Frage nachgegangen, wie alle drei Stufen des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes vom Gerichtshof in Sanktionsfällen angewandt werden. Abschließend formuliert die Masterarbeit Schlussfolgerungen zum System restriktiver Maßnahmen im Rahmen der GASP, identifiziert vorherrschende Trends und mögliche zukünftige Entwicklungen dieses Systems und unterbreitet Empfehlungen zur Steigerung seiner Wirksamkeit.
Abstract
(Englisch)
In the context of increasing geopolitical instability, sanctions have become a key instrument of contemporary foreign policy. In recent years, the EU has significantly expanded its use of sanctions, which now occupy a central place in its external action. Particular relevance attaches to the study of the EU’s autonomous sanctions, adopted independently of United Nations Security Council regimes. The growing reliance on such measures reflects the EU’s aspiration to strengthen its strategic autonomy and to act as an independent actor in international relations. The topicality of this issue is further reinforced by the complexity of the procedure for the adoption of autonomous sanctions, which operate at the intersection of intergovernmental decision-making under the Common Foreign and Security Policy and supranational EU law, as well as by the specific legal nature of the decisions adopted within the framework of such a procedure. This gives rise to significant questions regarding the allocation of institutional competences, the effectiveness of enforcement mechanisms, the scope and limits of judicial review, and conformity with the fundamental principles of EU law. The Master Thesis provides a concise overview of the evolution of the EU’s external policy and its role within the EU legal order. It also outlines the general legal framework governing this area. This Master’s Thesis analyses the present state of the EU legal framework governing the adoption and implementation of autonomous restrictive measures, including CFSP Council decisions adopted pursuant to Article 29 TEU and the application of economic and financial restrictive measures under Article 215 TFEU. The Master Thesis continues by addressing the procedural aspects, highlighting their inherent complexity. The Study analyses the two-stage decision-making process (intergovernmental and supranational) underlying the adoption of restrictive measures and provides a systematic overview of the types of restrictive measures available to the EU, along with their possible classifications. Furthermore, the Master Thesis elucidates the distinct—and in certain respects unique—roles of the various actors involved in the enforcement of restrictive measures. Special attention is devoted to the jurisdiction and competence of the Court of Justice of the European Union, which has shaped the scope of its jurisdiction through case law. The Master Thesis also examines the principle of proportionality as one of the fundamental principles of EU law. Through an analysis of the case law concerning restrictive measures, the Study addresses the question of how all three steps of the principle of proportionality are applied by the Court in sanctions cases. Finally, the Master’s Thesis formulates conclusions concerning the system of restrictive measures within the framework of the CFSP, identifies prevailing trends and prospective developments in this system, and proposes recommendations aimed at enhancing its effectiveness.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik restriktive Maßnahmen Sanktionen der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit
Schlagwörter
(Englisch)
Common Foreign and Security Policy restrictive measures sanctions proportionality principle
Autor*innen
Olha Dehtiarova
Haupttitel (Englisch)
Legal challenges in the enforcement of European Union sanctions
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
v, 62 Seiten
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Maria Elisabeth Sturm
Klassifikation
86 Recht > 86.86 Europarecht. Allgemeines
AC Nummer
AC17782296
Utheses ID
79382
Studienkennzahl
UA | 992 | 548 | |
