Detailansicht

Selbstregulation in der Liebe
der Zusammenhang zwischen impliziten Willenskrafttheorien und Konfliktlösestrategien in romantischen Beziehungen
Alina Wieser
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Psychologie
Betreuer*in
Veronika Job Sutnar
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.80802
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-21398.78380.203397-6
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Obwohl Konfliktverhalten als zentraler Prädiktor für Beziehungszufriedenheit gilt, ist bislang überraschend wenig darüber bekannt, welche persönlichen Überzeugungen Menschen in Konfliktsituationen leiten. Insbesondere der Einfluss impliziter Theorien der Willenskraft, also Annahmen darüber, ob Willenskraft eine limitierte oder nicht-limitierte Ressource darstellt, wurde bislang wenig untersucht. Die vorliegende Studie setzt an dieser Forschungslücke an und prüft, wie Willenskraftüberzeugungen mit unterschiedlichen Konfliktlösestrategien und im Weiteren mit der Beziehungszufriedenheit verbunden sind. Ergänzend wurden explorative Analysen zur Rolle des wahrgenommenen Stresserlebens sowie zu soziodemografischen und persönlichkeitsbezogenen Einflussfaktoren durchgeführt. Grundlage des Forschungsansatzes ist die Annahme, dass eine nicht-limitierte Willenskraftüberzeugung mit größerer Selbstregulationsbereitschaft einhergeht und dadurch potentiell konstruktive Konfliktlösestrategien begünstigt, während eine limitierte Überzeugung eher mit destruktiven oder kurzfristig entlastenden, langfristig ungünstigen Strategien verbunden sein könnte. Zur empirischen Prüfung wurden in einer querschnittlichen Online-Befragung Daten von N = 403 Erwachsenen in festen Partnerschaften mithilfe standardisierter Messinstrumente erhoben. Die Ergebnisse zeigen ein differenziertes Muster: Während mehrere bivariate Zusammenhänge unter Kontrolle relevanter Kovariaten an Signifikanz verloren, erwies sich ein Effekt als robust: Limitierte Willenskraftüberzeugungen waren konsistent mit häufigerem destruktivem Konfliktverhalten verbunden. Mediationsanalysen deuteten darauf hin, dass Konfliktlösestrategien den Zusammenhang zwischen Willenskraftüberzeugungen und Beziehungszufriedenheit teilweise vermitteln. Explorative Analysen zeigten zudem, dass wahrgenommenes Stresserleben einen zentralen vermittelnden Mechanismus darstellen könnte und dass der Zusammenhang zwischen nicht-limitierter Willenskraftüberzeugung und konstruktiver Konfliktlösung unter hoher Belastung weniger stark ausfiel. Insgesamt legen die Ergebnisse nahe, dass implizite Willenskraftüberzeugungen einen differenzierten Beitrag zur Erklärung partnerschaftlichen Konfliktverhaltens und der Beziehungszufriedenheit leisten.
Abstract
(Englisch)
Conflict behavior is considered a key predictor of relationship satisfaction, however surprisingly little is known about beliefs guiding people in conflict situations. Particularly, the influence of implicit theories of willpower, i.e. assumptions about whether willpower is a limited or unlimited resource, remains largely unexplored. The present study addresses this research gap and examines how willpower beliefs are related to different conflict resolution strategies and further to relationship satisfaction. Additionally exploratory analyses were conducted to examine the role of stress, sociodemographic variables and personality traits. The research is based on assumptions that believing in unlimited willpower is associated with greater willingness to self-regulate and may promote using constructive conflict resolution strategies, while a limited view potentially promotes more impulsive or resource-conserving strategies that are unfavorable in the long term. For empirical testing, data from N = 403 adults in romantic relationships was examined in an online-survey with standardized measuring tools. The results revealed a differentiated pattern: Several correlations lost significance after controlling for covariates. However, even in controlled analysis limited willpower beliefs were associated with more frequent destructive conflict behavior. Mediation analyses indicated that conflict resolution strategies partially mediated the association between willpower beliefs and relationship satisfaction. Exploratory analyses suggested that perceived stress may represent a central mediation mechanism, and that the link between a non-limited willpower belief and constructive conflict resolution weakens under high stress. Overall, the findings suggest that implicit willpower beliefs make a differentiated contribution to the explanation of conflict behavior and relationship satisfaction in romantic relationships.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
implizite Theorien der Willenskraft romantische Beziehung Konfliktlösung
Schlagwörter
(Englisch)
implicit theories of willpower romantic relationship conflict resolution
Autor*innen
Alina Wieser
Haupttitel (Deutsch)
Selbstregulation in der Liebe
Hauptuntertitel (Deutsch)
der Zusammenhang zwischen impliziten Willenskrafttheorien und Konfliktlösestrategien in romantischen Beziehungen
Paralleltitel (Englisch)
Self-regulation in romantic relationships
Paralleluntertitel (Englisch)
the association between implicit theories of willpower and conflict resolution strategies
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
89 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Veronika Job Sutnar
Klassifikation
77 Psychologie > 77.45 Motivationspsychologie
AC Nummer
AC17827062
Utheses ID
79405
Studienkennzahl
UA | 066 | 840 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1