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Wer ist dieser Heilige Geist?
zwei verschiedene Vorstellungen in Athanasius' erstem Brief an Serapion
Joseph Wayne Pavlisko
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Evangelisch-Theologische Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Individuelles Masterstudium Evangelisch-Theologische Studien
Betreuer*in
Uta Heil
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.80356
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-26204.62802.569890-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Arbeit untersucht Athanasius’ Verständnis des Heiligen Geistes im Ersten Brief an Serapion mit besonderem Augenmerk auf das Verhältnis von Vater, Sohn und Geist. Ziel der Arbeit ist es, die ontologischen Implikationen von Athanasius’ Pneumatologie freizulegen und methodisch so transparent darzustellen, dass die gewonnenen Einsichten nachvollziehbar sind und in der weiteren Forschung überprüft sowie gegebenenfalls präzisiert werden können. Obwohl Athanasius den Geist in erster Linie durch ökonomische Beschreibungen darstellt, wird sorgfältig danach gefragt, welchen ontologischen Gehalt diese Aussagen tragen. Dabei greift Athanasius auf eine Vielzahl von Metaphern zurück – insbesondere Licht, Abglanz, Quelle und Fluss –, die in ihrer Gesamtheit eine weitgehend konsistente trinitarische Logik entfalten. Zudem wird die Position der sogenannten Tropiker rekonstruiert: Die Tropiker ordnen den Geist dem Bereich des Geschaffenen. Es werden mögliche Entstehungshorizonte der gegensätzlichen Auffassungen diskutiert. Bei der Betrachtung der vorgelegten Theologie zeigt sich, dass der Vater räumlich durch den Sohn und instrumentell im Geist wirkt. Der Geist findet seine ontologische Quelle im Sohn und hat durch die transitive Beziehung der einzelnen Personen der Trinität Anteil an der οὐσία des Vaters. Der erste Teil der Arbeit analysiert unterschiedliche Lesarten der Präpositionen διὰ und ἐν anhand graphischer Modelle vor dem Hintergrund von Athanasius’ Beschreibung des göttlichen Wirkens „vom Vater durch den Logos im Geist“. Es zeigt sich, dass Athanasius diese Präpositionen nicht durchgängig rein instrumentell versteht, sondern auch räumlich und relational verwendet, um die innere Einheit der Triade bei gleichzeitiger Unterscheidung der Personen auszudrücken. Besonders die Metapher der Wasserquelle erweist sich dabei als hermeneutischer Schlüssel: Der Vater erscheint als Urquelle, der Sohn als vermittelnder Fluss, und der Geist als das Wasser selbst, das aus dem Vater hervorgeht, durch den Sohn vermittelt wird und die Schöpfung erreicht. Im zweiten Teil wird Athanasius’ Argumentation gegen die Tropiker rekonstruiert. Athanasius zeigt, dass eine Herabsetzung des Geistes zum Geschöpf nach denselben Argumentationslinien notwendig auch die Gottheit des Sohnes gefährdet und letztlich die Trinität unvollständig macht. Durch eine konsequente Parallelisierung der Beziehungen Vater–Sohn und Sohn–Geist sichert er die Wesenseinheit (οὐσία) aller drei Personen. Dabei greift Athanasius auf Denkfiguren zurück, die bereits bei Origenes angelegt sind, löst diese jedoch von jeder ontologischen Hierarchisierung. In einem weiteren Schritt werden die im Brief verwendeten Bibelstellen untersucht, um zu zeigen, wie stark Athanasius’ Pneumatologie durch die Schrift geprägt ist. Anschließend wird seine Skepsis gegenüber einer rein rationalen Erfassung des göttlichen Wesens herausgearbeitet. Athanasius’ Theologie bewegt sich bewusst an der Grenze des Sagbaren: Die Vernunft dient der Abwehr von Irrlehren, nicht der vollständigen Durchdringung des göttlichen Geheimnisses. Abschließend ordnet die Arbeit Athanasius’ Pneumatologie in breitere Entwicklungsströmungen der frühchristlichen Vorstellungen vom Heiligen Geist ein. Es zeigt sich ein Übergang von möglichen angelomorphen und geschaffenen Geistkonzeptionen hin zur Position der Tropiker sowie weiter von der Theologie des Origenes zu Athanasius’ konsequent trinitarischer Bestimmung des Geistes als wesensgleicher göttlicher Person.
Abstract
(Englisch)
This paper examines Athanasius’ understanding of the Holy Spirit in the First Letter to Serapion, with particular attention to the relationship between Father, Son, and Spirit. Its aim is to elucidate the ontological implications of Athanasius’ pneumatology and to present them with such methodological transparency that the insights gained are clearly traceable and can be examined and, where appropriate, refined in subsequent scholarship. Although Athanasius presents the Spirit primarily through economic descriptions of what the Spirit does, the study carefully investigates the ontological information carried in these statements. Athanasius draws on a wide range of metaphors- especially light, radiance, source, and river- which together articulate a largely coherent trinitarian logic. In addition, the position of the so-called Tropici is reconstructed: the Tropici assign the Spirit to the realm of created reality. Possible historical horizons for the emergence of these opposing positions are also discussed. Examining the theology presented, we see that the Father works spatially through the Son and instrumentally in the Spirit. The Spirit finds its ontological source in the Son and, by the transitive relation of each person of the Trinity, shares in the Father’s οὐσία. The first part of the paper analyzes different interpretations of the prepositions διὰ and ἐν by means of graphical models, against the background of Athanasius’ recurring description of divine action as occurring “from the Father through the Logos in the Spirit.” It becomes clear that Athanasius does not consistently understand these prepositions in a purely instrumental sense, but also employs them spatially and relationally in order to express the inner unity of the Trinity while maintaining a distinction between the persons. In this context, the metaphor of the water source proves to be a key hermeneutical tool: the Father appears as the primordial source, the Son as the mediating river, and the Spirit as the water itself, which proceeds from the Father, is mediated through the Son, and reaches creation. The second part reconstructs Athanasius’ argumentation against the Tropici. Athanasius demonstrates that any reduction of the Spirit to the status of a creature, following the same lines of argument, necessarily also jeopardizes the divinity of the Son and ultimately renders the Trinity incomplete. By consistently paralleling the relationships between Father and Son and between Son and Spirit, Athanasius secures the unity of essence (οὐσία) of all three persons. In doing so, he draws on conceptual patterns already present in Origen, while freeing them from any form of ontological hierarchy. In a further step, the biblical passages employed in the letter are examined in order to show how deeply Athanasius’ pneumatology is shaped by Scripture. This is followed by an analysis of his skepticism toward a purely rational grasp of the divine essence. Athanasius’ theology deliberately operates at the boundary of what can be articulated: reason serves to repel heretical error, not to achieve a comprehensive penetration of the divine mystery. Finally, the study situates Athanasius’ pneumatology within broader developmental trajectories of early Christian conceptions of the Holy Spirit. A transition becomes visible from angelomorphic and created conceptions of the Spirit to the position of the Tropici, and further from the theology of Origen to Athanasius’ consistently trinitarian determination of the Spirit as a consubstantial divine person.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Athanasius von Alexandrien Serapion Erster Serapionbrief Pneumatologie Heiliger Geist Trinitätslehre Tropiker Tropici Engelomorphe Pneumatologie Origenes-Rezeption Ontologie Anti-arianische Argumentation Arianischer Streit Nizäa Nicäa Filioque Athanasius Ontologie des Heiligen Geistes
Schlagwörter
(Englisch)
Athanasius of Alexandria Serapion First Letter to Serapion Pneumatology Holy Spirit Doctrine of the Trinity Trinitarian theology Tropici Tropicists Angelomorphic pneumatology Reception of Origen Ontology Anti-Arian argumentation Arian controversy Nicaea Filioque Athanasius Ontology of the Holy Spirit
Autor*innen
Joseph Wayne Pavlisko
Haupttitel (Deutsch)
Wer ist dieser Heilige Geist?
Hauptuntertitel (Deutsch)
zwei verschiedene Vorstellungen in Athanasius' erstem Brief an Serapion
Paralleltitel (Englisch)
Who is this Holy Spirit?
Paralleluntertitel (Englisch)
two differing conceptions in Athanasius's first letter to Serapion
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
80 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Uta Heil
Klassifikation
11 Theologie > 11.51 Frühes Christentum
AC Nummer
AC17781422
Utheses ID
79451
Studienkennzahl
UA | 067 | 800 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1