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Die Entstehung der EU-Verordnung zur Vermeidung von Entwaldung (EUDR) aus der EU-Holzhandelsverordnung (EUTR) im Rahmen einer historisch-materialistischen Policy-Analyse
Muris Halkic
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Internationale Entwicklung
Betreuer*in
Johannes Knierzinger
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.80462
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30542.61750.305829-4
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Masterarbeit untersucht die Frage, wie unterschiedliche Interessen von Akteursgruppen im Policy-Prozess zur EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) artikuliert und durchgesetzt wurden. Ziel ist es, die Entstehung und Umsetzung der EUDR aus einer historisch-materialistischen Policy-Perspektive (HMPA) zu analysieren und die damit verbundenen Machtverhältnisse, Interessenlagen und hegemonialen Strategien sichtbar zu machen. Auf Grundlage eines Mixed-Methods-Ansatzes wurden qualitative Daten aus Experteninterviews, Stellungnahmen zivilgesellschaftlicher Akteure sowie relevante Policy-Dokumente der EU analysiert. Ergänzend erfolgte eine Auswertung sekundärstatistischer Daten (z. B. Statistik Austria, BIBB, OECD), um strukturelle Rahmenbedingungen und sozioökonomische Einflussfaktoren zu erfassen. Die Ergebnisse zeigen, dass der EUDR-Prozess von einer selektiven Interessenrepräsentation geprägt war: Während wirtschaftlich starke Akteursgruppen mit direktem Zugang zu den Institutionen der EU erheblichen Einfluss auf die Ausgestaltung der Verordnung ausüben konnten, blieben kritische Stimmen aus dem Globalen Süden, insbesondere von kleinbäuerlichen Produzent:innen, marginalisiert. Die Analyse weist darauf hin, dass die EUDR, trotz ambitionierter Ziele in Bezug auf Entwaldung und Nachhaltigkeit, hegemoniale Züge trägt, da sie bestehende Machtasymmetrien in globalen Wertschöpfungsketten reproduziert und postkoloniale Strukturen weitgehend unberührt lässt. Die Analyse zeigt drei zentrale Befunde: Erstens wurde die Ausgestaltung der EUDR maßgeblich von Akteursgruppen geprägt, die über institutionellen Zugang, Ressourcen zur Compliance und technische Infrastruktur verfügten, während insbesondere kleinstrukturierte Akteure sowie Produzent:innen aus dem Globalen Süden nur eingeschränkt in die frühen Konsultations- und Entscheidungsprozesse eingebunden waren. Zweitens entfaltet die EUDR ihre Wirkung räumlich und sektoral selektiv: In Lieferketten mit hoher EU-Nachfragemacht und bestehender Kontrollinfrastruktur lassen sich Anpassungsprozesse beobachten, während in Bereichen mit geringer Marktmacht der EU vor allem Umlenkungs- und Ausweichreaktionen dominieren. Drittens weist der Policy-Prozess strukturelle Kontinuitäten zur EUTR auf, insbesondere hinsichtlich der Verlagerung von Umsetzungs- und Nachweispflichten auf Marktakteure und der begrenzten Berücksichtigung sozialer und verteilungspolitischer Effekte. Die Arbeit leistet einen Beitrag zur kritischen Policy-Forschung, indem sie zeigt, wie regulatorische Prozesse im Rahmen globaler Umweltpolitik nicht nur durch technokratische Rationalität, sondern wesentlich durch sozioökonomische Machtverhältnisse und Interessenpolitik geprägt sind. Zukünftige Studien sollten verstärkt Perspektiven aus betroffenen Regionen im Globalen Süden einbeziehen und die konkrete Umsetzung und Wirkung der EUDR ab dem Jahr 2025 systematisch evaluieren.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
EUDR EUTR HMPA Rohstoff Holz EU-Holzhandelsverordnung Holzindustrie
Schlagwörter
(Englisch)
EU Deforestation Regulation European Union Timber Regulation Forest Policy and Economics Historical-materialist policy analysis
Autor*innen
Muris Halkic
Haupttitel (Deutsch)
Die Entstehung der EU-Verordnung zur Vermeidung von Entwaldung (EUDR) aus der EU-Holzhandelsverordnung (EUTR) im Rahmen einer historisch-materialistischen Policy-Analyse
Paralleltitel (Englisch)
The development of the EU Deforestation Regulation (EUDR) out of the EU Timber Regulation (EUTR) in the context of a historical-materialist policy analysis
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
89 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Johannes Knierzinger
Klassifikation
89 Politologie > 89.73 Europapolitik. Europäische Union
AC Nummer
AC17789964
Utheses ID
79499
Studienkennzahl
UA | 066 | 589 | |
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