Detailansicht
Histological estimation of age at death in human cremated remains of Bronze Age Austria
Anna Reisinger
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Lebenswissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Evolutionäre Anthropologie
Betreuer*in
Sylvia Kirchengast
Mitbetreuer*in
Stefan Tangl
DOI
10.25365/thesis.80395
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30749.61954.188764-2
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Kremierung war in der Geschichte Österreichs ein gängiges Bestattungsritual, insbesondere während der Urnenfelderkultur, die sich von der späten Bronzezeit bis zur frühen Eisenzeit erstreckte. Die Analyse von kremierten Überresten ist jedoch nur eingeschränkt möglich, da sie oft fragmentiert und nicht gut erhalten sind. Morphologische Untersuchungen erzielen meist variable Ergebnisse und histologische Studien leiden unter der verminderten Sichtbarkeit der Mikrostruktur aufgrund erheblicher, verbrennungsbedingter Farbveränderungen. Im Rahmen dieser Arbeit wurden Femurfragmente von 113 kremierten Proben aus drei Gräberfeldern der Urnenfelderkultur im niederösterreichischen Traisental herangezogen, um histologische Dünnschliffe herzustellen. Dabei wurde die Trenn-Dünnschliff-Technick von Donath (1988) modifiziert, um das Verfahren zu beschleunigen und leichter zugänglich zu machen, indem kostengünstige Verbrauchsmaterialen verwendet wurden und, wo möglich, auf hochspezialisierte Maschinen verzichtet wurde. Die fertigen Dünnschliffe wurden schließlich sowohl mit Auflicht als auch Durchlicht einfotografiert um so auch die histologischen Strukturen in stark geschwärzten Bereichen der Kortikalis sichtbar zu machen. Dadurch entfällt die Notwendigkeit, die Schliffe sehr dünn zu schleifen. Die resultierenden Präparate sind in ihrer Qualität mit denen der standardmäßigen Trenn-Dünnschliff-Technik vergleichbar. Im Anschluss wurde eine qualitative histologische Sterbealterbestimmung basierend auf der Methode von Hummel und Schutkowski (1993) durchgeführt. Das histologische Alter reichte von 2 bis 70 Jahren, mit einem Durchschnittsalter von 30,95 Jahren. Die Ergebnisse wurden dann mit dem morphologisch bestimmten Sterbealter verglichen, welches zuvor von einem unabhängigen Untersucher ermittelt wurde. Die durchschnittliche Differenz zwischen der histologischen und morphologischen Altersschätzung lag bei 16,76 Jahren, wobei das histologische Alter konsistent niedriger war. Die Sterbealter der beiden Methoden korrelieren lediglich schwach miteinander. Die Differenz ist vor allem bei sehr jungen und sehr alten Individuen hoch. Es zeigte sich auch, dass die bessere Erhaltung des periostalen Bereichs dazu führt, dass das histologische Sterbealter jünger eingeschätzt wurde. Die großen Unterschiede zwischen den Ergebnissen zeigen, dass obwohl beide Methoden einen Bias in eine Richtung aufweisen, die histologische Analyse nützlich ist um subadulte Individuen zu identifizieren, die sonst von der morphologischen Analyse nicht erkannt wurden. Dies unterstreicht die Notwendigkeit der Anwendung einer kombinierten Methodik bei der Untersuchung von kremierten Überresten.
Abstract
(Englisch)
Cremation has been a common funerary practice in the history of Austria, especially during the Urnfield period, which spans from the Late Bronze Age to the Early Iron Age. The analyses of these cremated remains have remained limited however, as they are often fragmented and not well preserved. Morphological examinations achieve variable results, and histological studies suffer from the decreased visibility of the microstructure because of the cremation-related color changes. In this thesis, femur fragments of 113 cremated individuals from three Urnfield period grave sites in the Traisen-Valley of Lower Austria have been made into cross-sectional thin ground sections. The cutting-grinding technique of Donath (1988) was modified, to make the procedure faster and more accessible, by using inexpensive consumables and forgoing highly specialized machinery where possible. The thin ground sections were then photographed with top light in addition to transmitted light to make the histological structures in dark areas of the cortex visible. This eliminates the need to produce very thin sections. The resulting slides are comparable to the standard cutting-grinding technique in their quality. A qualitative histological estimation of age at death based on the method of Hummel and Schutkowski (1993) was then carried out. The histologically estimated age ranged from 2 to 70 years with a mean age of 30.95 years. The results were compared to the morphologically estimated age at death which was previously determined by an independent observer. The average difference between histological and morphological age was 16.76 years, with histological age estimates consistently yielding younger values. The correlation between the results of both methods is low. The difference is especially high in very young or very old individuals. It was also shown that the better preservation of the periosteal area resulted in a younger histological age estimation. The large discrepancies between the outcomes show that even though both methods seem to be biased in one direction, the histological analysis is useful to identify subadult individuals, which otherwise would have been missed by the morphological analysis. This highlights the necessity of a combined approach in the investigation of cremated remains.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Histologische Sterbealterbestimmung Leichenbrand Bronzezeit Trenn-Dünnschliff-Technik
Schlagwörter
(Englisch)
Histological Age-at-Death Estimation Cremated Human Remains Bronze Age Cutting Grinding Technique
Autor*innen
Anna Reisinger
Haupttitel (Englisch)
Histological estimation of age at death in human cremated remains of Bronze Age Austria
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
217 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Sylvia Kirchengast
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.15 Archäologie ,
42 Biologie > 42.88 Physische Anthropologie
AC Nummer
AC17783159
Utheses ID
79506
Studienkennzahl
UA | 066 | 827 | |
