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Austria's digital service tax
an economic analysis
Alexander Thomas Hofer
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Wirtschaftswissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Applied Economics
Betreuer*in
Paul Pichler
DOI
10.25365/thesis.80536
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-31298.66462.317718-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die österreichische Digitalsteuer (DST) wurde im Jahr 2020 eingeführt und im Rahmen des Konsolidierungspakets 2025 zeitweise als potenzielles Erweiterungsinstrument diskutiert. Die Maßnahme stellt eine nationale Reaktion auf die als unzureichend empfundene Besteuerung großer multinationaler Digitalunternehmen dar und ist zugleich Ausdruck des Bemühens, die fiskalische Stabilität unter den Vorgaben der EU-Defizitregeln zu sichern. Diese Arbeit liefert eine ökonomische Analyse der österreichischen Digitalsteuer und untersucht sowohl ihre rechtliche Ausgestaltung als auch ihre tatsächliche ökonomische Inzidenz. Rechtlich ist die Digitalsteuer bewusst als umsatzbasierte Abgabe auf digitale Werbeleistungen konzipiert, wodurch eine Qualifikation als Einkommensteuer vermieden und die Anwendung des Doppelbesteuerungsabkommens zwischen Österreich und den Vereinigten Staaten umgangen wird. Gleichzeitig führt diese Konstruktion zu erheblichen Spannungen mit bestehenden internationalen Steuernormen. Insbesondere stellt die Steuer das Erfordernis einer Betriebsstätte infrage und verdeutlicht die rechtliche Fragilität einseitiger Digitalsteuern in Abwesenheit multilateraler, von der OECD getragener Lösungen. Aus ökonomischer Sicht wird ein partielles Gleichgewichtsmodell mit vereinfachenden Annahmen angewandt, darunter eine vollständige Überwälzung der Steuer sowohl auf vorgelagerter als auch nachgelagerter Stufe sowie kurzfristig unelastische Nachfrage nach digitaler Werbung. Auf Basis von Simulationsrechnungen unter Verwendung österreichischer DST-Einnahmendaten für den Zeitraum 2020–2024 zeigt sich, dass rund 67 Prozent der Steuerlast von den Endkonsumenten getragen werden, während etwa 33 Prozent auf inländische Werbetreibende entfallen. Die eigentlich adressierten multinationalen Plattformunternehmen entziehen sich hingegen weitgehend der ökonomischen Steuerinzidenz. Trotz dieses regressiven Ergebnisses sind die Einnahmen aus der Digitalsteuer kontinuierlich gestiegen, was auf ihre fiskalische Robustheit hindeutet. Insgesamt erfüllt die Digitalsteuer eine doppelte Funktion: Einerseits wurde sie als politisches Instrument im Rahmen der österreichischen Konsolidierungsstrategie verstanden, andererseits dient sie als einseitiger Hebel in einem fragmentierten internationalen Steuersystem. Die Ergebnisse machen eine Diskrepanz zwischen formaler Steuerpflicht und tatsächlicher ökonomischer Belastung deutlich und werfen Fragen hinsichtlich steuerlicher Fairness und politischer Effektivität auf. Die Analyse unterstreicht die Notwendigkeit einer koordinierten multilateralen Lösung im Rahmen von OECD Pillar One, die eine gerechtere und rechtlich tragfähigere Besteuerung der digitalen Wirtschaft ermöglichen könnte.
Abstract
(Englisch)
Austria’s Digital Services Tax (DST) was introduced in 2020 and was considered for expansion within the framework of the 2025 fiscal consolidation package. The measure reflects a national response to the undertaxation of large multinational digital firms and a broader attempt to safeguard fiscal stability under EU deficit rules. This thesis provides an economic analysis of DST in the Austrian context, assessing both its statutory design and its real-world incidence. Legally, the DST is carefully constructed as a revenue-based levy on digital advertising services, thereby avoiding classification as an income tax and bypassing the constraints imposed by Austria’s double taxation treaty with the United States. However, the DST raises substantive tensions with existing international tax norms. In particular, it challenges the permanent establishment requirement and underscores the legal fragility of unilateral digital tax measures in the absence of multilateral, OECD-led agreements. From an economic perspective, the thesis applies a partial equilibrium model with stylized assumptions: full upstream and downstream pass-through of the tax and short-run inelastic demand for digital advertising. Empirical simulation based on DST revenue data from 2020–2024 suggests that approximately 67 percent of the tax burden is borne by final consumers and 33 percent by domestic advertisers, while the targeted multinational platforms effectively escape the economic incidence of the tax. Despite this regressive outcome, DST revenues have grown steadily, suggesting robustness as a fiscal instrument. In general, the DST plays a double role. Firstly, it was thought of as a political tool in Austria’s consolidation strategy and secondly as a unilateral lever in a fragmented international tax environment. The findings point to a misalignment between formal tax liability and economic burden, raising questions of fairness and policy effectiveness. The results strengthen the case for a coordinated multilateral solution under the OECD Pillar One framework, which could provide a more equitable and legally durable approach to digital taxation.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Digitalsteuer Österreich Steuerinzidenz Konsolidierungspaket Steuer partielles Gleichgewichtsmodell
Schlagwörter
(Englisch)
digital service tax Austria consolidation package tax incidence tax partial equilibrium model
Autor*innen
Alexander Thomas Hofer
Haupttitel (Englisch)
Austria's digital service tax
Hauptuntertitel (Englisch)
an economic analysis
Paralleltitel (Deutsch)
Die Digitalsteuer Österreichs
Paralleluntertitel (Deutsch)
eine ökonomische Analyse
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
83 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Paul Pichler
Klassifikation
83 Volkswirtschaft > 83.99 Volkswirtschaft. Sonstiges
AC Nummer
AC17792999
Utheses ID
79517
Studienkennzahl
UA | 066 | 913 | |
