Detailansicht
Zwischen Wertigkeit und Illegitimität
die mediale Darstellung von armutsbetroffenen Personen
Christina Seiser
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Publizistik- und Kommunikationswissenschaft
Betreuer*in
Sophie Lecheler
DOI
10.25365/thesis.80585
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-15115.78870.680652-6
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Dynamiken der Anerkennung und Misrecognition prägen die Identitäten von Individuen wie auch sozialen Gruppen. Bisherige Forschung zeigt, dass auch Medien in diesem Zusammenspiel mitwirken. Durch ihre Berichterstattung lenken sie, wer in der Gesellschaft wie wahrgenommen wird. Besonders im Hinblick auf marginalisierte Gruppen können diese Prozesse zu einer zunehmenden Polarisierung führen und damit Gefahren für die Demokratie aber auch die Individuen selbst darstellen. In diesem Zusammenhang zeigen bisherige Studien, dass die Art und Weise, wie Armutsbetroffene in der medialen Berichterstattung dargestellt werden, von externen Faktoren wie gesellschaftlichen Krisen beeinflusst wird. In Krisenzeiten ist Armut ein präsentes Thema in der Gesellschaft und erhält somit mehr Aufmerksamkeit. Die erhöhte Aufmerksamkeit ist dabei aber nicht zwingend mit einer positiven Darstellung verbunden. Diese Arbeit analysiert den Zusammenhang zwischen verschiedenen Krisenkontexten und der Darstellung armutsbetroffener Personen im Hinblick auf Anerkennung und Misrecognition. Theoriegeleitet wurden die von Wells und Friedland (2023) vorgeschlagenen Dimensionen von Anerkennung und Misrecognition operationalisiert. Anschließend wurde die österreichische Berichterstattung über Armut unter Berücksichtigung von Qualitäts- und Boulevardmedien sowie zwei von Krisen geprägten Jahren dahingehend analysiert. Deskriptive Statistiken sowie Tests zur Analyse von Häufigkeiten und Rangdaten zeigten dann Zusammenhänge auf und erlaubten die Überprüfung der aufgestellten Hypothesen. Die Hypothesen konnten statistisch nicht gestützt werden und wurden teilweise widerlegt. Die Analyse zeigt, dass die Berichterstattung über Armut insgesamt sehr konsistent ist und Unterschiede nur auf kleineren Ebenen nachgewiesen werden können. Sowohl in der Finanz- als auch in der Gesundheitskrise und auch in Qualitäts- und Boulevardmedien dominieren Anerkennungsmerkmale. In beiden Krisen werden strukturelle Ursachen signifikant häufiger genannt als individualistische Ursachen. Die Unterschiede in der Verteilung von Anerkennung und Misrecognition liegen auf kleineren Ebenen. So berichten Qualitätsmedien etwa wesentlich häufiger entsprechend der Dimension Validität- und Authentizität, marginalisieren das Thema Armut aber vor allem in der Gesundheitskrise sehr stark. Dabei ist zu beachten, dass Armut im Untersuchungszeitraum eher selten thematisiert wurde, was an sich bereits eine Praktik von Misrecognition ist.
Abstract
(Englisch)
The dynamics of recognition and misrecognition influence the identities of individuals and social groups. Previous research shows that the media also play a part in this process. Through their coverage, they influence how people are perceived in society. With regard to marginalised groups in particular, these processes can lead to increasing polarisation, posing a threat not only to democracy, but also to individuals themselves. Previous studies have shown that the portrayal of people affected by poverty in the media is influenced by external factors such as social crises. During times of crisis, poverty becomes a prominent societal issue and receives more attention. However, this increased attention does not necessarily equate to a positive portrayal. This study analyses the correlations between different crisis contexts and the portrayal of people affected by poverty in terms of recognition and misrecognition. The recognition and misrecognition dimensions proposed by Wells und Friedland (2023) were operationalised in a theory-driven manner. Subsequently, Austrian reporting on poverty was analysed, taking into account both quality and tabloid media, as well as two years marked by crises, one financial crisis and one health crisis. Descriptive statistics and tests for analysing frequencies and rank data revealed correlations and enabled the hypotheses to be tested. The hypotheses could not be statistically supported and were partially refuted. The analysis shows that, overall, reporting on poverty is very consistent and that differences can only be detected at minor levels. In both the financial and health crises, as well as in quality and tabloid media, characteristics of recognition dominate. In both crises, structural causes were mentioned significantly more often than individualistic ones. The differences in the distribution of recognition and misrecognition are minor. For example, quality media outlets report much more frequently on issues of validity and authenticity, but marginalise the issue of poverty, particularly in health crises. It should be noted that poverty was rarely discussed during the period under review, which is a form of misrecognition in itself.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Anerkennung Identität Polarisierung Marginalisierung Medienberichterstattung gesellschaftliche Krisen Armut
Schlagwörter
(Englisch)
recognition identity polarisation marginalisation poverty social crisis media coverage
Autor*innen
Christina Seiser
Haupttitel (Deutsch)
Zwischen Wertigkeit und Illegitimität
Hauptuntertitel (Deutsch)
die mediale Darstellung von armutsbetroffenen Personen
Paralleltitel (Englisch)
Between worth and illegitimacy
Paralleluntertitel (Englisch)
the media portrayal of people affected by poverty
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
iii, 109 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Sophie Lecheler
Klassifikation
05 Kommunikationswissenschaft > 05.20 Kommunikation und Gesellschaft
AC Nummer
AC17796614
Utheses ID
79589
Studienkennzahl
UA | 066 | 841 | |
