Detailansicht
Zwischen Verlust und Neuaufbau
zur Bedeutung sozialer Netzwerke als Ressource für unbegleitete minderjährige Geflüchtete : Perspektiven junger Geflüchteter in Österreich
Mira Christina Kahn
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Bildungswissenschaft
Betreuer*in
Veronika Wöhrer
DOI
10.25365/thesis.80497
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-16898.07191.511983-1
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Unbegleitete minderjährige Geflüchtete stehen vor der Herausforderung, in einer wichtigen Entwicklungsphase von ihren primären Bezugspersonen getrennt zu sein und in einem neuen sozialen Kontext verlässliche Beziehungen aufbauen zu müssen, die für ihre soziale Teilhabe und Alltagsbewältigung von zentraler Bedeutung sind. Während die Bedeutsamkeit sozialer Netzwerke für die Bewältigung im Aufnahmeland grundsätzlich anerkannt ist, blieb für den österreichischen Kontext weitgehend offen, wie sie Unterstützung im Alltag konkret nutzen und unter welchen Bedingungen Unterstützung wirksam wird. Die vorliegende Masterarbeit untersucht, wie unbegleitete minderjährige Geflüchtete in Österreich ihre sozialen Netzwerke gestalten und wie diese im Alltag als Unterstützung genutzt und bewertet werden. Die empirische Grundlage bilden problemzentrierte Interviews mit fünf unbegleiteten Minderjährigen in Wien und Burgenland sowie die Hierarchical Mapping Technique. Die Daten wurden mittels Thematischer Analyse ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass nicht die Größe sozialer Unterstützungsnetzwerke entscheidend ist, sondern die Qualität und Reichhaltigkeit einzelner Beziehungen. Freundschaftlich-institutionell geprägte Netzwerke ermöglichen Zugang zu neuen Informationen und gehen mit größerer Zukunftsorientierung einher, während familienzentrierte Netzwerke zu einem erhöhten Risiko sozialer Isolation führen können. Besonders bedeutsam sind multifunktionale Unterstützungsbeziehungen, die mehrere Unterstützungsformen verbinden. Der Zugang zu Unterstützung ist durch strukturelle Rahmenbedingungen wie Unterbringung und institutionelle Zuständigkeiten sowie durch biografische Erfahrungen geprägt. Trotz dieser Einschränkungen zeigen die Jugendlichen Handlungsfähigkeit, indem sie ihre Netzwerke aktiv gestalten, Beziehungen priorisieren und unterstützende Rollen übernehmen. Die Arbeit verdeutlicht, dass soziale Unterstützung nur im Zusammenspiel von individuellen Handlungsspielräumen und strukturellen Bedingungen verstanden werden kann. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Aufbau tragfähiger Beziehungen ermöglichen.
Abstract
(Englisch)
Unaccompanied minors face the challenge of being separated from their primary caregivers during a crucial developmental phase and of having to establish reliable relationships in a new social context. These relationships are central to their social participation and to their ability to cope with everyday life. While the importance of social networks for managing life in the host country is widely recognised, little research has been conducted on how unaccompanied minors concretely utilise support in daily life and under which conditions support becomes effective in the Austrian context. This master's thesis examines how unaccompanied minor refugees in Austria develop their social networks and how these networks are utilised and evaluated for support in everyday life. The empirical basis consists of problem-centred interviews with five unaccompanied minors in Vienna and Burgenland, as well as the Hierarchical Mapping Technique. The data were analysed using thematic analysis. The results show that the quality and richness of individual relationships, rather than the size of social support networks, is decisive. Networks oriented towards friendship and institutions enable access to new information and are associated with a greater sense of future orientation, whereas family-centred networks can lead to an increased risk of social isolation. Multifunctional support relationships, which combine several forms of support, are particularly significant. Access to support is shaped by structural framework conditions, such as accommodation and institutional responsibilities, as well as biographical experiences. Despite these constraints, young people demonstrate agency by actively shaping their networks, prioritising relationships and taking on supportive roles. The study shows that social support can only be understood through the interplay of individual agency and structural conditions. This highlights the importance of creating conditions that facilitate the development of sustainable relationships.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Unbegleitete Minderjährige Soziale Netzwerke Soziale Unterstützung Sozialkapital Alltagsbewältigung Österreich Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge Unbegleitete Minderjährige Geflüchtete Qualitative Forschung Handlungsfähigkeit
Schlagwörter
(Englisch)
Unaccompanied minors Unaccompanied minor refugees Social networks Social capital Social support Everyday life Austria Qualitative research Agency
Autor*innen
Mira Christina Kahn
Haupttitel (Deutsch)
Zwischen Verlust und Neuaufbau
Hauptuntertitel (Deutsch)
zur Bedeutung sozialer Netzwerke als Ressource für unbegleitete minderjährige Geflüchtete : Perspektiven junger Geflüchteter in Österreich
Paralleltitel (Englisch)
Between loss and rebuilding
Paralleluntertitel (Englisch)
on the significance of social networks as a resource for unaccompanied refugee minors
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
X, 111 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Veronika Wöhrer
AC Nummer
AC17791805
Utheses ID
79656
Studienkennzahl
UA | 066 | 848 | |
