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Constructing a positive lifeworld in ecological anxiety
a grounded theory study of climate change media
Judith Dorothea Veld
Art der Arbeit
Magisterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Joint-Degree Middle European interdisc. master prog. in Cognitive Science
Betreuer*in
Borut Skodlar
DOI
10.25365/thesis.80511
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-18481.85500.239996-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die heutige Zeit – oft als Anthropozän bezeichnet – ist geprägt von einem sich beschleunigenden Klimawandel (KW), global vernetzten Medien und anhaltender kultureller Enteignung indigener Gruppen. In diesem Zusammenhang hat sich ökologische Angst (ÖA) als weit verbreitete affektive Reaktion herausgebildet. Frühere phänomenologische Forschungen haben „epistemische Ausbreitung” als ein Merkmal von ÖA identifiziert und beschreiben damit eine kognitive Tendenz, den KW mit verschiedenen Lebensbereichen in Verbindung zu bringen, sowie eine verstärkte Informationssuche. Diese Arbeit untersucht, welche soziokulturellen Narrative die Erfahrung von ÖA prägen und strukturieren. Unter Verwendung eines Constructivist Grounded Theory (CGT) Ansatz, der sich an der Phänomenologie orientiert, analysiert die Arbeit einen Korpus klimabezogener Bücher, die von Personen mit ÖA als hilfreich für die Sinnfindung zitiert werden. Die Ergebnisse zeigen eine Gegenüberstellung der industriellen Lebenswelt mit einer relationalen Alternative, die oft durch indigene ontologische Frameworks artikuliert wird. Die industrielle Lebenswelt wird wegen ihrer entfremdenden Wirkung kritisiert, die in der objektivistischen Wissenschaft und der Kirche institutionalisiert und in den Ideologien des Kapitalismus und Neoliberalismus verankert ist. Die Attraktivität der indigen inspirierten Lebenswelt, die als Alternative präsentiert wird, scheint sich um eine verstärkte Relationalität zu drehen. Als solche offenbaren die Erzählungen rund um die Lebenswelt im Klimakorpus-Text eine tiefere Dichotomie des Übergangs von einer atomistischen zu einer relationalen Lebenswelt. Der KW wird aufgrund seiner allumfassender Natur als destabilisierende Kraft der atomistischen Lebenswelt identifiziert. Die Ergebnisse deuten ferner darauf hin, dass epistemische Ausbreitung als dicht vernetztes Muster in den Texten des Klimakorpus existiert, wobei sich der KW auf vier Erfahrungsbereiche erstreckt: Zeitlichkeit, Emotionen, Narrative und Identität. Für jeden Bereich zeigen die Texte des Klimakorpus eine Entfremdung in der gelebten Erfahrung der industriellen Kultur, im Gegensatz zu der Vernetztheit in relationalen Kulturen. Epistemische Ausbreitung scheint ein Aspekt einer relationalen Weltanschauung zu sein. Dieser kognitive Aspekt der ÖA wird daher als Reaktion auf eine Diskrepanz zwischen der durch den KW geforderten relationalen Sinnfindung und einer atomistischen industriellen Lebenswelt interpretiert, die nach wie vor dominiert. Anstatt eine kognitive Abnormalität darzustellen, erscheint epistemische Ausbreitung, wie sie sich in wiederkehrenden Themen und Erzählmustern im Korpus artikuliert, als Versuch, eine relationale Ontologie in einem soziokulturellen Kontext zu bewohnen, der diese noch nicht unterstützt. Die These kommt zu dem Schluss, dass ÖA nicht allein als individuelles psychologisches Phänomen angemessen, verstanden oder behandelt werden kann. Das Muster von ÖA mit epistemischer Ausbreitung scheint mit dem Übergang von einer atomistischen zu einer relationalen Weltanschauung zusammenzufallen. Als solches spiegelt es eine umfassendere Krise der soziokulturellen Sinnfindung im Anthropozän wider, in den neu entstehenden relationalen Weltanschauungen in Spannung zu bestehenden Lebensweltstrukturen stehen. Die Auseinandersetzung mit ÖA erfordert daher möglicherweise neben individuellen Bewältigungsstrategien auch kollektive und kulturelle Veränderungen.
Abstract
(Englisch)
The contemporary moment—often described as the Anthropocene—is marked by accelerating climate change (CC), globally connected media, and cultural dispossessions of Indigenous groups. Within this context, ecological anxiety (EA) has emerged as a widespread affective response. Previous phenomenological research has identified ‘epistemic sprawl’ as a characteristic of EA, describing a cognitive tendency to link CC to multiple domains of life, alongside heightened information-seeking. This thesis investigates what sociocultural narratives shape and structure this sprawling experience of EA. Using a constructivist grounded theory (CGT) approach informed by phenomenology, the thesis analyses a corpus of climate-related books cited by individuals with EA as helpful for sense-making. The findings show a juxtaposition of the Industrial lifeworld with a relational alternative often articulated through Indigenous ontological frameworks. The Industrial lifeworld is critiqued for its alienating effects, institutionalized in objectivist science and the church, and encoded in ideologies of capitalism and neoliberalism. The desirability of the Indigenous-inspired lifeworld that is presented as alternative seemingly revolves around increased relationality. As such, the narratives regarding the lifeworld in the climate corpus text reveal a deeper dichotomy of transitioning from an atomistic lifeworld to a relational one. CC is identified as the destabilizing force of the atomistic lifeworld due to its all-encompassing nature. The findings further suggest that epistemic sprawl exists as a densely interconnected pattern in the climate corpus texts, whereby climate change extends into four experiential domains: temporality, emotions, narratives, and identity. For each domain, the climate corpus texts present an alienation in the lived experience of the node in the Industrial culture, as opposed to an interconnectedness in relational cultures. Epistemic sprawl seems to be an aspect of a relational worldview. This cognitive aspect of EA is therefore interpreted as a response to a mismatch between relational sense-making demanded by climate change and an atomistic Industrial lifeworld that remains dominant. Rather than constituting a cognitive abnormality, epistemic sprawl as articulated across recurring themes and narrative patterns in the climate corpus texts appears as an attempt to inhabit a relational ontology within a sociocultural context that does not yet support it. The thesis concludes that EA cannot be adequately understood or addressed as an individual psychological phenomenon alone. The pattern of EA with epistemic sprawl seems to coincide with the transition from an atomistic to a relational worldview. As such, it reflects a broader crisis of sociocultural sense-making in the Anthropocene, in which emerging relational worldviews remain in tension with existing lifeworld structures. Addressing EA may therefore require collective and cultural transformations alongside individual coping strategies.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
klimawandel ökologische Angst klimaangst Phänomenologie grounded theory
Schlagwörter
(Englisch)
climate change climate crisis ecological anxiety climate anxiety phenomenology grounded theory
Haupttitel (Englisch)
Constructing a positive lifeworld in ecological anxiety
Hauptuntertitel (Englisch)
a grounded theory study of climate change media
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
x, 142 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Borut Skodlar
AC Nummer
AC17792360
Utheses ID
79680
Studienkennzahl
UA | 066 | 013 | |
