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Tier- und Pflanzendarstellungen in unterschiedlichen Totentänzen des deutschsprachigen Raumes
mors certa - hora incerta
Natascha Artinger
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Deutsche Philologie
Betreuer*in
Stephan Müller
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.80698
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-21397.78980.329315-5
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Masterarbeit untersucht die Darstellung und Funktion von Tieren und Pflanzen in ausgewählten Darstellungen des Totentanzes im deutschsprachigen Kulturraum. Im Mittelpunkt der Studie stehen sechs historische Beispiele – die Totentanzzyklen von Basel, Bern, Berlin, Heidelberg und Metnitz sowie die Holzschnittserie von Hans Holbein dem Jüngeren – und deren symbolische Bedeutungen, kulturelle Kontexte sowie das mediale Zusammenspiel von Bild und begleitenden Verstexten. Methodisch verbindet die Arbeit bildanalytische Verfahren, textuelle Interpretation und eine vergleichende Lesart. Die Arbeit zeigt, dass Fauna und Flora im Totentanz weit mehr sind als bloße dekorative Elemente: Sie fungieren als Symbole körperlichen Verfalls (Würmer, Schlangen, Kröten), als moralische und religiöse Metaphern (Schaf- und Wolfsbilder) sowie als soziale Marker oder Statussymbole (Hunde als Begleittiere, Bäume, Früchte, Wappen, etc.). Die Ergebnisse machen deutliche regionale Unterschiede sichtbar: Während die Zyklen in Basel und Bern eine überraschend naturnahe Umgebung zeigen, verzichtet in Metnitz nahezu vollständig auf sichtbare Natur. Der Berliner Totentanz wiederum integriert Pflanzen vor allem in Form standesdefinierender Ornamente, Tiere erscheinen mitunter zwar im Text, jedoch nicht immer kongruent im Bild. Holbeins Serie markiert einen visuellen Wandel hin zu Alltagsszenen, erweitert die Zahl der dargestellten sozialen Gruppen und integriert vermehrt Tiere (insbesondere Hunde). Zentrale Fragestellungen zu historischen Vorstellungen von Tod, Verfall, Hierarchie und Repräsentation werden dadurch beantwortet, dass der Totentanz sowohl mittelalterliche kirchliche Lehren als auch populäre Glaubensvorstellungen vermittelt und anschaulich macht, dass der Tod alle Lebewesen gleichermaßen betrifft. Weiters werden einzelne Szenen durch die Brille der Raumtheorie und der Human-Animal-Studies beleuchtet.
Abstract
(Englisch)
This master’s thesis examines the representation and function of animals and plants in selected depictions of the Dance of Death within the German-speaking cultural sphere. The study focuses on six historical examples—the Dance of Death cycles of Basel, Bern, Berlin, Heidelberg, and Metnitz, as well as the woodcut series by Hans Holbein the Younger and investigates their symbolic meanings, cultural contexts, and the medial interplay between image and accompanying verse texts. Methodologically, the thesis combines visual analysis, textual interpretation, and a comparative reading. It demonstrates that fauna and flora in the Dance of Death are far more than mere decorative elements: they function as symbols of physical decay (worms, snakes, toads), as moral and religious metaphors (imagery of sheep and wolves), and as social markers or status symbols (dogs as companion animals, trees, fruits, coats of arms, etc.). The findings reveal clear regional differences. While the cycles in Basel and Bern present a surprisingly nature-rich environment, the depiction in Metnitz almost completely avoids visible nature. The Berlin Dance of Death, by contrast, incorporates plants primarily as class-defining ornaments; animals sometimes appear in the text, but not always congruently in the image. Holbein’s series marks a visual shift toward everyday scenes, expands the number of represented social groups, and integrates a greater number of animals, especially dogs. Central questions concerning historical concepts of death, decay, hierarchy, and representation are addressed by showing that the Dance of Death conveys both medieval clerical teachings and popular beliefs, vividly illustrating that death affects all living beings alike. In addition, selected scenes are examined through the lenses of spatial theory and Human–Animal -Studies.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Totentanz Tiere Mittelalter Pflanzen
Autor*innen
Natascha Artinger
Haupttitel (Deutsch)
Tier- und Pflanzendarstellungen in unterschiedlichen Totentänzen des deutschsprachigen Raumes
Hauptuntertitel (Deutsch)
mors certa - hora incerta
Paralleltitel (Englisch)
Animal and plant representations in different danse macabre cycles of the German-speaking area
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
94 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Stephan Müller
Klassifikationen
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.00 Geisteswissenschaften allgemein. Allgemeines ,
15 Geschichte > 15.33 Hoch- und Spätmittelalter ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.90 Literatur in Beziehung zu anderen Bereichen von Wissenschaft und Kultur
AC Nummer
AC17819500
Utheses ID
79703
Studienkennzahl
UA | 066 | 817 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1