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Die Haftung für Pflichtteilsansprüche gem §§ 789 ff ABGB im Hinblick auf die Privatstiftung
Karina Zotter
Art der Arbeit
Master-Thesis (ULG)
Universität
Universität Wien
Fakultät
Postgraduate Center
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
außerordentliches Masterstudium Familienunternehmen und Vermögensplanung
Betreuer*in
Martin Schauer
DOI
10.25365/thesis.80982
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-21415.82431.904971-5
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Das Pflichtteilsrecht verfolgt den Zweck, den pflichtteilsberechtigten Personen einen gewissen Anteil am Vermögen des Verstorbenen zu sichern. Um sicherstellen zu können, dass das Pflichtteilsrecht nicht im Wege der vorweggenommenen Erbfolge vereitelt wird, ist es erforderlich, zu Lebzeiten des Verstorbenen erfolgte Schenkungen bei der Berechnung der Pflichtteile zu berücksichtigen. Nach § 781 Abs 2 ABGB sind die Vermögenswidmung an eine Privatstiftung (Z 4) und die Einräumung der Stellung als Begünstigter einer Privatstiftung, soweit ihr der Verstorbene sein Vermögen gewidmet hat, (Z 5) als Schenkungen zu qualifizieren. Es darf jedoch zu keiner doppelten Berücksichtigung von Vermögenswerten kommen. Reicht die Verlassenschaft nicht aus, um die Pflichtteilsansprüche zu erfüllen, sehen die Bestimmungen der §§ 789 ff ABGB eine subsidiäre Haftung der Geschenknehmer vor. Es haben daher bei unzureichender Verlassenschaft die Privatstiftung und die Begünstigten zur Pflichtteilsdeckung beizutragen, sofern die an diese erfolgten Zuwendungen bei der Ermittlung der Pflichtteilsansprüche der Verlassenschaft hinzugerechnet wurden. Mehrere Geschenknehmer haften im Verhältnis des Wertes ihrer Geschenke. Damit allenfalls bestehende Haftungsansprüche gegen den Geschenknehmer durchgesetzt werden können, ist es erforderlich, Informationen über zu Lebzeiten des Verstorbenen erfolgte Schenkungen zu erhalten. In engem Zusammenhang mit der Haftung des Geschenknehmers steht daher der in der Bestimmung des § 786 ABGB festgelegte Auskunftsanspruch. Nach diesem sind sowohl die Privatstiftung als auch die Begünstigten verpflichtet, Auskunft über erhaltene Zuwendungen zu erteilen.
Abstract
(Englisch)
The purpose of mandatory share law is to guarantee persons entitled to a mandatory share a certain portion of the deceased's assets. To ensure that mandatory share rights are not frustrated through anticipated succession, it is necessary to take lifetime gifts made by the deceased into account when calculating mandatory shares. According to Section 781 para. 2 of the Austrian General Civil Code (ABGB), the endowment of assets to a private foundation (No. 4) and the granting of the status of a beneficiary of a private foundation, insofar as the deceased endowed it with their assets (No. 5), qualify as gifts. However, no double counting of assets may occur. If the estate is insufficient to satisfy the mandatory share claims, the provisions of Sections 789 et seq. ABGB provide for a subsidiary liability of the gift recipients. Therefore, in the event of an insufficient estate, the private foundation and the beneficiaries must contribute to the coverage of the mandatory shares, provided that the transfers made to them were added back when determining the mandatory share claims against the estate. Multiple gift recipients are liable in proportion to the value of their gifts. To ensure that any existing liability claims against the gift recipient can be enforced, it is necessary to obtain information about gifts made during the deceased's lifetime. Therefore, the right to information established in Section 786 ABGB is closely linked to the liability of the gift recipient. According to this provision, both the private foundation and the beneficiaries are obliged to provide information regarding the transfers they have received.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Haftung des Geschenknehmers Haftung Privatstiftung Haftung für Pflichtteilsansprüche
Autor*innen
Karina Zotter
Haupttitel (Deutsch)
Die Haftung für Pflichtteilsansprüche gem §§ 789 ff ABGB im Hinblick auf die Privatstiftung
Paralleltitel (Englisch)
Liability for mandatory share claims pursuant to sections 789 et seq. ABGB with regard to private foundations
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
VI, 59 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Martin Schauer
Klassifikation
86 Recht > 86.23 Erbrecht
AC Nummer
AC17849249
Utheses ID
79706
Studienkennzahl
UA | 999 | 085 | |
