Detailansicht

Death by stereo
Popmusik im Horrorfilm : affektive Erfahrung und Klangwirkung im audiovisuellen Zusammenspiel
Lukas Brunner
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Musikwissenschaft
Betreuer*in
Marc Brooks
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.80734
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-27265.78416.484231-5
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Masterarbeit untersucht die Rolle von Popmusik im Horrorfilm und fragt, inwiefern sie über eine bloß atmosphärische Funktion hinaus zur affektiven Gestaltung filmischer Erfahrung beiträgt. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Popmusik in der Filmmusikforschung häufig als Mittel der zeitlichen oder sozialen Verortung verstanden wird, ihre spezifische Wirkung innerhalb des Horror-Genres jedoch vergleichsweise wenig systematisch untersucht wurde. Ziel der Arbeit ist es daher zu zeigen, wie Popmusik in Horrorfilmen Bedeutungen erzeugt, Identifikationsprozesse strukturiert und affektive Spannungszustände hervorruft. Theoretisch stützt sich die Untersuchung auf Ansätze der Filmmusikforschung und Affekttheorie, insbesondere auf Anahid Kassabians Konzept der "assimilated" und "affiliated identifications", Michel Chions Überlegungen zum „added value“ audiovisueller Kombinationen sowie Nicholas Cooks Modell der Bedeutungsbildung im Zusammenspiel von Bild und Ton. Ergänzend werden affekttheoretische Perspektiven herangezogen, um zu erläutern, wie musikalische Kontraste, Ironisierung und semantische Verschiebungen emotionale Reaktionen beim Publikum stimulieren können. Besonderes Augenmerk gilt der Frage, wie vorbestehende kulturelle Bedeutungen populärer Musikstücke im filmischen Kontext umcodiert werden und neue affektive Qualitäten hervorbringen. Die theoretischen Überlegungen werden anhand von drei Fallstudien konkretisiert: The Last House on the Left (1972), Christine (1983) und The Lost Boys (1987). Diese Filme wurden ausgewählt, weil sie unterschiedliche Strategien des Einsatzes von Popmusik im Horror-Kontext repräsentieren. Während The Last House on the LeftPopmusik als bewusst kontrastierendes Element verwendet, das eine Distanz zwischen Bild und Ton erzeugt und dadurch ein Gefühl der Irritation und moralischen Ambivalenz hervorruft, integriert Christine Popmusik als diegetisches Ausdrucksmittel, das Identifikationsangebote strukturiert und emotionale Bedeutungen kanalisiert. The Lost Boys wiederum nutzt Popmusik als symbolisch aufgeladenes Bindeglied zwischen sozialem Setting, Figurencharakterisierung und affektiver Dramaturgie. Die Analyse zeigt, dass Popmusik im Horrorfilm weder ausschließlich als dekoratives Element noch als bloßes Mittel narrativer Orientierung fungiert. Vielmehr kann sie durch semantische Verschiebung, Kontrastierung und kulturelle Vorprägung spezifische Affektzustände erzeugen, verstärken oder unterlaufen. Entscheidend ist dabei, dass musikalische Bedeutungen nicht isoliert entstehen, sondern als emergente Eigenschaften aus der Wechselwirkung von Bild, Klang und Zuschauererfahrung hervorgehen. Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Popmusik im Horrorfilm ein eigenständiges Mittel der affektiven Gestaltung darstellt, das Identifikation, Distanz und Irritation zugleich ermöglichen kann. Sie erweitert damit den analytischen Blick auf Filmmusik, indem sie zeigt, wie populäre musikalische Formen im Spannungsfeld von Genre-Konvention, kultureller Erinnerung und individueller Wahrnehmung neue Bedeutungsräume eröffnen und zur Neubewertung der Rolle von Popmusik innerhalb audiovisueller Medien beitragen.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Popmusik Filmmusik Horrorfilmmusik Popmusik im Film audiovisuelle Bedeutung Musik und Film
Autor*innen
Lukas Brunner
Haupttitel (Deutsch)
Death by stereo
Hauptuntertitel (Deutsch)
Popmusik im Horrorfilm : affektive Erfahrung und Klangwirkung im audiovisuellen Zusammenspiel
Paralleltitel (Englisch)
Death by stereo
Paralleluntertitel (Englisch)
pop music in horror films
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
118 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Marc Brooks
Klassifikationen
24 Theater > 24.37 Film. Sonstiges ,
24 Theater > 24.44 Musikpsychologie ,
24 Theater > 24.65 Jazzmusik. Popmusik. Rockmusik
AC Nummer
AC17823319
Utheses ID
79797
Studienkennzahl
UA | 066 | 836 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1