Detailansicht

Gefangen in der Ungleichheit?
der Matthäus-Effekt im Hochschulzugang : ein Ländervergleich zwischen Österreich und Schweden
Katarina Špoljarić
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Soziologie
Betreuer*in
Yuri Albert Kyrill Kazepov
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.81012
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-27310.78396.592062-4
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Gefangen in der Ungleichheit? Diese Masterarbeit untersucht den Matthäus-Effekt im Hochschulzugang im Ländervergleich zwischen Österreich und Schweden und verortet ihn im Kontext des sozialinvestiven Wohlfahrtsstaates. Ausgehend vom Paradigma des Social Investment wird Bildung als wichtiges Instrument zu Teilhabechancen und Prävention sozialer Risiken diskutiert. Zugleich wird gezeigt, dass Bildungsinvestitionen soziale Ungleichheiten nicht automatisch abbauen, sondern unter bestimmten Bedingungen selbst Ungleichheiten verstärken können. Der Matthäus-Effekt in der Bildung wird als Dynamik verstanden, in der frühe Vorteile im Verlauf zu weiteren Vorteilen führen, während Nachteile kumulativ verstärkt werden. Solche Ungleichheiten zeigen sich besonders im Hochschulbereich. Sie werden jedoch nicht ausschließlich auf individuelle Ressourcen zurückgeführt, sondern in institutionelle und strukturelle Kontexte eingebettet. Methodisch folgt die Arbeit einem modularen Vergleichsansatz, der folgende Dimensionen im Ländervergleich gegenüberstellt: Bildungssystem, Übergangslogiken, wohlfahrtsstaatliche Rahmung sowie räumliche Variation. Ergänzend wird der Matthäus-Effekt empirisch mithilfe von EU-SILC-Daten erfasst und über Odds Ratios für den tertiären Bildungsabschluss zwischen sozialen Herkunftsgruppen vergleichend analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass sich bildungsbezogene Matthäus-Effekte zwischen Österreich und Schweden unterschiedlich stark ausprägen und eng mit strukturellen Konstellationen korrespondieren. Während bestimmte institutionelle Ökosysteme kumulative Ungleichheiten verstärken, eröffnen andere Konfigurationen Spielräume zur Abmilderung. Die Arbeit argumentiert, dass sozialinvestive Strategien nur dann ihr inklusives Potenzial entfalten können, wenn sie kontextsensitiv ausgestaltet sind. Damit leistet die Studie einen Beitrag zur Verbindung von Wohlfahrtsstaatsforschung und Bildungssoziologie und plädiert für systemische Antworten auf kumulative Ungleichheiten.
Abstract
(Englisch)
Trapped in inequality? This master’s thesis examines the Matthew effect in access to higher education through a cross-national comparison of Austria and Sweden and situates it within the context of Social Investment. Drawing on the Social Investment paradigm, education is discussed as a key instrument for enhancing opportunities for participation and preventing social risks. At the same time, the study shows that educational investments do not automatically reduce social inequalities but may, under certain conditions, even reinforce them. The Matthew effect in education is understood as a dynamic process in which early advantages lead to further advantages over time, while disadvantages are cumulatively reinforced. Such inequalities are particularly visible in higher education. However, they are not attributed solely to individual resources but are embedded in institutional and structural contexts. Methodologically, the thesis applies a modular comparative approach that contrasts the following dimensions across the two countries: education systems, transition logics, welfare state arrangements and spatial variation. In addition, the Matthew effect is empirically assessed using EU-SILC data and comparatively analysed through odds ratios for tertiary attainment across social origin groups. The findings show that education-related Matthew effects differ in magnitude between Austria and Sweden and closely correspond to structural configurations. While certain institutional ecosystems reinforce cumulative inequalities, other arrangements provide opportunities for mitigation. The thesis argues that social investment strategies can realize their inclusive potential only if they are designed in a context-sensitive manner. By doing so, the study contributes to bridging welfare state research and the sociology of education and calls for systemic responses to cumulative inequalities.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Matthäus Effekt Bildungsungleichheit Länderkontexte Sozialinvestitionen strukturelle Dimensionen Vergleich Österreich und Schweden kumulative Vor-und Nachteile modularer Ansatz
Autor*innen
Katarina Špoljarić
Haupttitel (Deutsch)
Gefangen in der Ungleichheit?
Hauptuntertitel (Deutsch)
der Matthäus-Effekt im Hochschulzugang : ein Ländervergleich zwischen Österreich und Schweden
Paralleltitel (Englisch)
Trapped in inequality?
Paralleluntertitel (Englisch)
the Matthew effect in access to higher education : a cross-national comparison between Austria and Sweden
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
126 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Yuri Albert Kyrill Kazepov
Klassifikation
71 Soziologie > 71.80 Sozialpolitik. Allgemeines
AC Nummer
AC17850033
Utheses ID
79805
Studienkennzahl
UA | 066 | 905 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1