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Tagewerk(e) der Erinnerung
Christa Wolfs autofiktionale Tageserzählungen als Zeit- und Zeitlichkeitstexte gegen den "Strom des Vergessens"
Philipp Leindl
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Deutsche Philologie
Betreuer*in
Pia Janke
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.80868
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-28993.87260.716331-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Christa Wolfs Erzählungen „Juninachmittag“ (1967), „Störfall. Nachrichten eines Tages“ (1987), „Was bleibt“ (1990) und „Wüstenfahrt“ (1999) gleichen sich durch Basiserzählungen mit kurzen Zeitspannen und die autofiktionale Schreibweise. Diese entspricht Wolfs Konzept ‚subjektiver Authentizität‘ und steht dadurch mit einer formalen und inhaltlichen Auseinandersetzung mit Zeit in Verbindung. Die Analyse anhand von Gerárd Genettes Narratologie und Michail Bachtins Konzept des Chrotonopos zeigt, dass die Texte sich hinsichtlich ihrer zeitlichen Positionierungen zum Erzählten deutlich voneinander unterscheiden und sie Erzählgeschwindigkeiten und Anachronien in Zusammenhang mit ihren spezifischen Orten und Räumen auf jeweils verschiedene Weise einsetzen. Ausgehend von den (Cultural) Memory Studies in der Tradition von Maurice Halbwachs und Jan und Aleida Assmann lassen sich die Texte als ‚Erinnerungstexte‘ begreifen, die Gedächtnisprozesse durch ebendiese narrativen Strategien auf verschiedenen Erzählebenen inszenieren. Als Zeit- und Erzähleinheit stellt der Tag einen spezifischen Rahmen dafür dar und erlaubt zudem die explizite Thematisierung von Erinnerung(en). Die Untersuchung von archivalischem Materials lässt schließlich auf eine frühe starke Bedeutung sowohl von Tagesabläufen als auch von Reflexionen über Zeit und Erinnerung in der Textgenese schließen.
Abstract
(Englisch)
Christa Wolf’s stories “Juninachmittag” (1967), “Störfall. Nachrichten eines Tages” (1987), “Was bleibt” (1990), and “Wüstenfahrt” (1999) all have primary narratives with short timespans and are written in an autofictional style. This corresponds to Wolf’s concept of ‘subjective authenticity’ and is as such connected to a formal and thematic examination of time. The analysis according to Gérard Genette’s narratology and Mikhail Bakhtin’s concept of the chronotope shows that the texts differ in their temporal positioning towards the stories they tell and that they use narrative speeds and anachronies differently in relation with their specific places and spaces. Based on the (Cultural) Memory Studies in the tradition of Maurice Halbwachs and Jan and Aleida Assmann, the texts can be understood as ‘memory texts’ that stage memory processes on multiple levels of the narration through these different narrative strategies. As a unit of time and narration, the day provides a specific framework for this and furthermore allows for the explicit discussion of memory and memories. Finally, the analysis of archival material reveals a strong significance of both sequences of actions over the courses of days as well as reflections of time and memory early on in the writing process.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Erinnerung Gedächtnis Zeit Zeitlichkeit Christa Wolf
Schlagwörter
(Englisch)
Memory Time Temporality Christa Wolf
Autor*innen
Philipp Leindl
Haupttitel (Deutsch)
Tagewerk(e) der Erinnerung
Hauptuntertitel (Deutsch)
Christa Wolfs autofiktionale Tageserzählungen als Zeit- und Zeitlichkeitstexte gegen den "Strom des Vergessens"
Paralleltitel (Englisch)
Day's work(s) of memory
Paralleluntertitel (Englisch)
Christa Wolf's autofictional stories of days as time and temporality texts against the stream of oblivion ("Strom des Vergessens")
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
92 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Pia Janke
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.90 Literatur in Beziehung zu anderen Bereichen von Wissenschaft und Kultur
AC Nummer
AC17831465
Utheses ID
79859
Studienkennzahl
UA | 066 | 817 | |
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