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Von Daheim ins Heim
der Übergang in die stationäre Pflege von Menschen mit Demenz aus der Perspektive pflegender Angehöriger
Linda Glaser
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Soziologie
Betreuer*in
Valeria Bordone
DOI
10.25365/thesis.80780
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30703.78947.381586-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Der Übergang von der häuslichen in die stationäre Pflege stellt für Angehörige von Menschen mit Demenz einen einschneidenden Wendepunkt im Lebensverlauf dar, wodurch vertraute Beziehungsmuster und Verantwortungsstrukturen neu geordnet werden müssen. Der aktuelle Forschungsstand zeigt, dass der Diskurs häufig auf häusliche oder institutionelle Versorgungsaspekte fokussiert. Dabei wird das subjektive Erleben und die Perspektive der Angehörigen im Übertritt, besonders im österreichischen Kontext, bisher noch wenig beleuchtet. Ziel dieser Arbeit ist es abzubilden, wie Angehörige den Übergangsprozess von Familienmitgliedern mit Demenz erleben und bewältigen. Vor diesem Hintergrund wurde die Forschungsfrage: Wie erleben pflegende Angehörige von Menschen mit einer Demenzerkrankung den Übergang von der häuslichen Betreuung in eine stationäre Pflegeeinrichtung? formuliert und mittels eines qualitativen Forschungsdesigns untersucht. Methodisch basiert die Studie auf acht problemzentrierten Interviews mit pflegenden Angehörigen von Menschen mit der Diagnose Demenz. Die Auswertung erfolgte mittels des interpretativen Verfahrens der Grounded Theory und dessen Kodierverfahren. Theoretisch stützt sich diese Arbeit auf eine Verbindung des familienstresstheoretischen Ansatzes (Hill 1949, 1958; McCubbin und Patterson 1983; Patterson 1988, 2002) und des Symbolischen Interaktionismus (Blumer 1980). Der Familienstress-Ansatz ermöglicht es, die Pflege von Menschen mit Demenz als belasteten familiären Prozess zu verstehen, in dem Anforderungen, Ressourcen und Deutungen der Situation ineinandergreifen. Der Symbolische Interaktionismus ergänzt diese Perspektive, indem er den Fokus auf Bedeutungszuschreibungen im Alltagserleben der Angehörigen legt. Die Datenanalyse zeigte, dass Angehörige den Übergang von der häuslichen in die stationäre Pflege als ambivalenten Aushandlungsprozess von Beziehung, Verantwortung und Kontrolle erleben. Beziehung, Verantwortung und Kontrolle werden nicht als feste Größen verstanden, sondern als Ergebnisse fortlaufender Interaktionen zwischen Angehörigen, Pflegepersonal und der demenzerkrankten Person. In dieser Verknüpfung wird der Übergang in die stationäre Pflege als sozialer und symbolischer Anpassungsprozess sichtbar.
Abstract
(Englisch)
The transition from home care to inpatient care represents a significant turning point in the lives of relatives of people with dementia, requiring familiar relationship patterns and responsibility structures to be reorganized. Current research on the topic shows that the discourse often focuses on aspects of home or institutional care. However, little attention has been paid to the subjective experiences and perspectives of relatives during the transition, especially in the Austrian context. The aim of this study is to describe how relatives experience and cope with the transition process of family members with dementia. Against this background, the research question was formulated: How do family members caring for people with dementia experience the transition from home care to a residential care facility? and investigated using a qualitative research design. Methodologically, the study is based on eight problem-centered interviews with family members caring for people diagnosed with dementia. The evaluation was carried out using the interpretative method of grounded theory and its coding procedure. Theoretically, this work is based on a combination of the family stress theory approach (Hill 1949, 1958; McCubbin and Patterson 1983; Patterson 1988, 2002) and symbolic interactionism (Blumer 1980). The family stress approach makes it possible to understand the care of people with dementia as a stressful family process in which demands, resources, and interpretations of the situation are intertwined. Symbolic interactionism complements this perspective by focusing on the attribution of meaning and negotiation processes in the everyday experiences of relatives. The analysis showed that relatives experience the transition from home care to inpatient care as an ambivalent negotiation process involving relationships, responsibility, and control. Relationships, responsibility, and control are not understood as fixed aspects, but as the results of ongoing interactions between other relatives, nursing staff, and the person with dementia. In this context, the transition to inpatient care becomes visible as a social and symbolic adaptation process.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Demenz Übertritt in die stationäre Pflege familiäre Pflege Angehörigenperspektive Erleben
Schlagwörter
(Englisch)
dementia transition to residential care intra-family care relatives’ perspective experience
Autor*innen
Linda Glaser
Haupttitel (Deutsch)
Von Daheim ins Heim
Hauptuntertitel (Deutsch)
der Übergang in die stationäre Pflege von Menschen mit Demenz aus der Perspektive pflegender Angehöriger
Paralleltitel (Englisch)
From home to a nursing home
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
95 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Valeria Bordone
Klassifikation
71 Soziologie > 71.21 Familie. Verwandtschaft
AC Nummer
AC17826458
Utheses ID
79889
Studienkennzahl
UA | 066 | 905 | |
