Detailansicht
Ein Konflikt zwischen Momentum und Perfektion
der kognitive Framing-Prozess über das ökonomisch-ökologische Verhältnis innerhalb der österreichischen Klimagerechtigkeitsbewegung
Johannes Litschauer
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Internationale Entwicklung
Betreuer*in
Antje Daniel
DOI
10.25365/thesis.80754
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-11839.01944.564274-0
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Das Jahr 2018 markierte mit dem rasanten Aufstieg von Fridays for Future und Extinction Rebellion die Geburtsstunde einer neuen, global vernetzten Klimagerechtigkeitsbewegung, die es vermochte, vor dem Hintergrund einer sich immerfort zuspitzenden ökologischen Krise auch in Österreich das Klimathema wieder verstärkt im Zentrum der politischen Tagesordnung zu platzieren. Ihr hierbei entstandenes, gewaltiges Mobilisierungspotenzial fußt dabei auf einer breiten Vielfalt an umkämpften Interpretations- und Deutungsmustern über die Klimakrise und die Notwendigkeit ihrer Bearbeitung, welche ihr kollektives Handeln maßgeblich strukturieren und fazilitieren. Insbesondere zu mobilisierungswirksamem kognitivem Framing innerhalb der Bewegung entwickelte sich zwar mittlerweile ein umfangreicher Forschungsstand, jedoch beschränkte sich dieser bisher vordergründig auf die breite deskriptive Analyse von collective action frames, und ließ dabei die potenziell mannigfaltigen Ausformungen kognitiven Framings hinsichtlich spezifischer politischer Themenfelder, wie etwa jenes des Verhältnisses zwischen ökonomischen Prozessen beziehungsweise Strukturen und der Ökologie, welches jedoch insbesondere im Kontext der kontemporären Verschränkung globaler ökonomischer und ökologischer Krisentendenzen von zentraler Bedeutung erscheint, weitestgehend außer Acht. Die vorliegende Arbeit geht in Folge über den etablierten Forschungsstand hinaus, indem sie ein spezifisches Augenmerk auf den kognitiven Framing-Prozess über das ökonomisch-ökologische Verhältnis innerhalb der österreichischen Klimagerechtigkeitsbewegung legt, und wie sich dieser über die sequenzielle Verschränkung mehrerer kognitiver Framing-Mechanismen konstituiert. Methodisch wird auf einen mixed methods Ansatz zurückgegriffen, der die Ergebnisse einer quantitativen Protestumfrage mit qualitativen Fokusgruppen-Interviews integrativ kombiniert. Theoretisch verankert ist die Arbeit zudem im breiteren Rahmen des Contentious Politics Approach und der Framing-Theorie. Die Analyse offenbart die Herausbildung zweier zentraler Framing-Mechanismen, einerseits des „Ursprungs eines binären gesellschaftlichen Vermittlungszusammenhanges“, und andererseits der „Gesellschaftlichen Transformation“, die jeweils inhärent relationale und zunehmend konflikthafte Aushandlungsdynamiken über unterschiedliche Interpretations- und Deutungsmuster in Referenz auf Mensch-Natur-Binaritäten, die Anthropozän-Kapitalozän Debatte, einen gestörten Stoffwechsel zwischen Gesellschaft und Natur, Systemwandel und Ökomodernismus, sowie Klimagerechtigkeit repräsentieren.
Abstract
(Englisch)
The year 2018 marked the birth of a new, globally networked climate justice movement with the rapid rise of Fridays for Future and Extinction Rebellion, which, against the backdrop of an ever-worsening ecological crisis, succeeded in placing the climate issue back at the center of the political agenda, also in Austria. Their enormous mobilization potential is based on a wide variety of contested patterns of interpretation and meaning production concerning the climate crisis and the need to act upon it, which significantly structure and facilitate collective action within the movement. Although extensive research has since been conducted on mobilization-relevant cognitive framing within the movement, this has so far been limited primarily to a broad descriptive analysis of collective action frames, largely ignoring the potentially diverse forms of cognitive framing with regard to specific political issues, such as the relationship between economic processes or structures and ecology, which appears to be of central importance, particularly in the context of the contemporary intertwining of global economic and ecological crisis trends. This study goes beyond the established state of research by focusing specifically on the cognitive framing process relating to the economic-ecological relationship within the Austrian climate justice movement, and how this is constituted through the sequential intertwining of several cognitive framing mechanisms. Methodologically, a mixed methods approach is deployed, which integrates the results of a quantitative protest survey with qualitative focus group interviews. Theoretically, the work is also anchored in the broader framework of the contentious politics approach and framing theory. The analysis reveals the emergence of two central framing mechanisms: the “origin of a binary mediating relation,” and, “social transformation”, each of which represents inherently relational and increasingly contentious dynamics via different patterns of interpretation and meaning production largely with reference to human-nature binaries, the Anthropocene-Capitalocene debate, a disturbed metabolism between society and nature, system change and ecomodernism, as well as climate justice.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Soziale Bewegungen Klimagerechtigkeit Fridays for Future Framing Ökonomisch-ökologisches Verhältnis Contentious Politics Protestforschung Gesellschaftliche Naturverhältnisse Klimaaktivismus Österreich Internationale Entwicklungsforschung
Schlagwörter
(Englisch)
Social Movements Climate justice Fridays for Future Framing Economic-ecological relation Contentious Politics Protest research Society-nature relations Climate activism Austria International development research
Autor*innen
Johannes Litschauer
Haupttitel (Deutsch)
Ein Konflikt zwischen Momentum und Perfektion
Hauptuntertitel (Deutsch)
der kognitive Framing-Prozess über das ökonomisch-ökologische Verhältnis innerhalb der österreichischen Klimagerechtigkeitsbewegung
Paralleltitel (Englisch)
A conflict between momentum and perfection
Paralleluntertitel (Englisch)
the cognitive framing-process regarding the economic-ecological relation within the Austrian climate justice movement
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
128 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Antje Daniel
AC Nummer
AC17825789
Utheses ID
79919
Studienkennzahl
UA | 066 | 589 | |
